Dampfmaschine Textilfabrik Remy
- Landkreis
- Grafschaft Bentheim
- Samtgemeinde
- Schüttorf
- Gemeinde
- Schüttorf, Stadt
- Gemarkung
- Schüttorf
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Schüttorf
- Adresse
- Hessenweg 37
- Objekttyp
- Dampfmaschine
- Baujahr
- 1902 - 1935
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 82dfb09d-1750-40c9-b402-89c7b06df968
- System-ID
- #61762031
- ADABweb-ID
- 51795088
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Dampfmaschine der ehemaligen Texilfabrik Remy von um 1935; liegende Einzylindermaschine mit einer Leistung von 600 PS.
- Denkmalbegründung
- Die Stadt Schüttorf liegt im Süden der Grafschaft Bentheim. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich hier ein Zentrum der Textilindustrie mit mehreren Unternehmen, darunter auch die Textilfirma Carl Remy. Die Firma wurde durch Ankauf 1902 von der Familie ten Wolde & Co. erworben und bestand aus einer Weberei, einer Spinnerei und einer Färberei. Ein Großteil der Fabrik befindet sich noch heute westlich des Ortskerns am Hessenweg. Von der bis in die 1970er Jahre produzierenden Fabrik ist die Dampfmaschine als wichtiger Bestandteil erhalten. Bei der Dampfmaschine handelt es sich um ein Fabrikat der Maschinenfabrik B. Maier KG, ein Unternehmen, welches 1932 in Brackwede gegründet wurde. Wohl kurze Zeit später, um 1935, wurde die Dampfmaschine für die Textilfabrik Remy gebaut. Die liegende Einzylindermaschine mit Bajonettrahmen, Ventilsteuerung, Achsenregler und durchgehender Kolbenstange hat 600 PS. Der Antrieb erfolgte durch einen BBC-Drehstromgenerator, der direkt neben dem Schwungrad sitzt. Der Schweizer Elektrokonzern Brown, Boveri & Cie. (kurz BBC) wurde 1891 gegründet und entwickelte sich schnell zum Marktführer für die Herstellung von elektrischen Maschinen und Turbinen. Die unter Dampf laufenden Teile der Dampfmaschine wurden über eine doppelte Bosch-Ölpumpe mit mehreren Schmierstellen und Tropfenanzeiger versorgt. Sie ist auch für die Maschinenschmierung zuständig. Bis auf den zugehörigen Dampfkessel ist die Maschinenanlage vollständig erhalten. Die Dampfmaschine der Textilfabrik Remy ist ein wichtiges Zeugnis ihrer Zeit, denn sie veranschaulicht, wie vor dem Zweiten Weltkrieg derartige Dampfkraftanlagen, die massenhaft Verbreitung fanden, zur Stromversorgung in den Fabriken eingesetzt wurden. Durch den Aufbau eines modernen, leistungsfähigen Verteilungsnetzwerkes aus Großkraftwerken wurden diese Maschinen überflüssig. Wegen des großen Platzbedarfes sind heute nur noch wenige Beispiele erhalten. Darüber hinaus zeigt die Dampfmaschine, dass solche Maschinenanlagen in der Regel aus Komponenten unterschiedlicher Hersteller zusammengesetzt wurden. So lieferte die Maschinenfabrik B. Maier KG die Dampfmaschine, die elektrische Ausstattung, zu der auch Schalttafeln für die Stromverteilung gehörten, wurde von Firmen wie BBC oder auch Siemens gestellt. Eine vergleichbare Dampfmaschine von 1929/30, die zur Stromerzeugung einer Schuhfabrik eingesetzt wurde, gibt es im Deutschen Schuhmuseum in Hauenstein. An der Erhaltung der Dampfmaschine besteht daher aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung für die Industrie- und Technikgeschichte sowie aufgrund ihrer wissenschaftlichen Bedeutung wegen ihres Beispielwertes ein öffentliches Interesse. Der hohe Anschauungs- und Zeugniswert wird durch die Authentizität und Originalität noch gesteigert, sodass für die Kraftzentrale eine heraushebende, besondere Bedeutung konstatiert werden muss.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

