Greener Burg
- Landkreis
- Northeim
- Samtgemeinde
- Einbeck, Stadt
- Gemeinde
- Greene
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Ruine Greener Burg
- Objekttyp
- Burg
- Baujahr
- Spätmittelalter (14.-15. Jh.)
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 7fef5823-69b1-4480-a109-c7bf4f2f4751
- System-ID
- #61045089
- ADABweb-ID
- 34819361
- Fachbereich
- Archäologie
- Beschreibung
- Burg. Name: Greener Burg. Höhenburg (Ruine) mit annähernd trapezförmiger Vorburg im S und annähernd rechteckiger Hinterburg im N auf einer Gesamtfläche von ca. 110 (N-S) x 60 m. Von der mehrere Meter hoch erhaltenen Burgaußenmauer wird eine Fläche von max. 88 x 56 m eingefasst. Der von S erfolgende Zugang zur Vorburg war durch einen ca. 18 m breiten und ca. 3 m tief in den anstehenden Kalkfelsen eingehauenen Halsgraben gegen das nach S ansteigende Gelände gesichert. Im Bereich der Vorburg lagen das gassenartige Haupttor, das über eine Zugbrücke über den Graben zugänglich war sowie zwei große Wohn- bzw. Wirtschaftsgebäude. In der SW-Ecke der Vorburg stand bis Anfang des 20. Jh.s. ein Fachwerk-Tagelöhnerhaus, das im Jahre 1914 abbrannte. Direkt von der ca. 1,5 m mächtigen Trennmauer zwischen Vor- und Hinterburg steht der fast 25 m hoch erhaltene Bergfried mit quadratischem Grundriss. Seine Außenmaße betragen 9 x 9 m, die Mauerstärke liegt im untersten zugänglichen Bereich bei 2,85 m. Das Gelände der Hinterburg wurde in den 1950er Jahren neu aufgeschüttet für die Aufführung der ehemaligen Burgfestspiele (heute: Domfestspiele in Bad Gandersheim). Die Mauerfundamente sind unter dieser Aufschüttung erhalten geblieben. An der O-Seite der Hinterburg stand ehemals ein großes mehrräumiges und mehrgeschossiges Repräsentativgebäude, dessen Dachgeschoss nach dem Merianstich von 1654 (Abb. s. Lit.) drei Giebel hatte. Sowohl auf dem Merianstich als auch auf einer Karte von 1730/35 (nach K. Steinacker 1910, 29, s. Lit.) ist an der N-Spitze der Burg ein weiterer Turm mit quadratischem Grundriss dargestellt, von dem aber heute keine obertägigen Reste erhalten sind. Die Hinterburg wird nach N durch einen in den Kalkfelsen eingehauenen Halsgraben begrenzt. Von der Burg haben sich beeindruckende bauliche Reste erhalten. Spätmittelalterliche Höhenburg der Herren von Homburg. Älteste urkundliche Erwähnung im Jahre 1306. Im Jahre 1553 fast vollständige Zerstörung durch Vollrad von Mansfeld und anschließend sofortiger Neuaufbau. Nach erneuten Zerstörungen während des 30-jährigen Krieges allmählicher Verfall. 1694 Anordnung zur Aufgabe der Burg durch die Braunschweiger Herzöge Anton Ulrich und Rudolf August. Im Jahre 1704 endgültig verlassen. Die Burgruine wurde in den frühen 1950er Jahren restauriert und als Denkstätte des Verbandes der Spätheimkehrer mit Archiv und Glocke im Bergfried eingerichtet. 1961 wurden Archiv und Glocke in die Kaiserpfalz nach Goslar verlegt. Die bauliche Entwicklung der in Spornlage wohl vor 1400 entstandenen Burg Greene bedarf noch einer umfassenden Untersuchung. Folgt man der urkundlichen Überlieferung, so handelt es sich um eine spätmittelalterliche Anlage der Edelherren von Homburg. Zum ältesten noch erhaltenen Baubestand gehört sehr wahrscheinlich noch der quadratische Bergfried, der zum Schutz des Tores als Frontturm konzipiert wurde. 1553 erfolgte die Zerstörung der Anlage, die jedoch zügig wieder hergestellt wurde. Der Mitte des 17. Jahrhunderts entstandene Kupferstich Merians zeigt noch eine wohlerhaltene Burg, die jedoch 1704 als Sitz eines Amtes aufgegeben wurde und verfiel. Der Baubestand wurde durch Steinraub dezimiert. 1880 erfolgten erste Restaurierungen der Anlage. In den 1950er Jahren erfolgte eine weitere Instandsetzung der Burgruine, die als Gedenkstätte des Verbandes der Spätheimkehrer aus dem Zweiten Weltkrieg mit Archiv und Glocke im Bergfried eingerichtet wurde. Im Zuge dieser Restaurierungmaßnahmen wurde das Gelände der Hinterburg aufgeschüttet und für die Aufführung von Burgfestspielen vorbereitet. Unter der Auffüllung sind Mauerfundamente erhalten geblieben. 1961 erfolgte die Verlegung des Archivs und der Glocke nach Goslar. Bei der Anlage eines modernen Toilettenhäuschens mit Abwasserleitung in unmittelbarer Nähe des Bergfrieds wurde ein zwei Meter breiter Mauerstreifen freigelegt.
- Literatur
-
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

