Burg Moringen
- Landkreis
- Northeim
- Samtgemeinde
- Moringen, Stadt
- Gemeinde
- Moringen
- Objekttyp
- Wasserburg
- Baujahr
- Mittelalter
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 774fd7ff-8a2f-474c-bafa-11d178d48ab7
- System-ID
- #61045023
- ADABweb-ID
- 34819295
- Fachbereich
- Archäologie
- Beschreibung
- Ehemals Wasserburg von ca. 50 x 50 m Grundfläche mit umgebendem Wassergraben. Die Gebäude wurden mit Ausnahme des Brauhauses (heute: Museum) im Jahre 1720 wegen Baufälligkeit abgerissen. Zum heutigen Gebäudebestand gehört außerdem das im Jahre 1721 neu erbaute Amtshaus (jetzt: Rathaus). Der Wassergraben ist im W, N und O verfüllt, im S geht der hier liegende Teich des Parkgeländes vermutlich auf den alten Wassergraben zurück. Bei Bauarbeiten im "alten Brauhaus" fand sich im Jahre 1952 unter dem heutigen Bodenniveau ein Tor- bzw. Türbogen mit Resten einer eingemeißelten Jahreszahl..58. Bei der noch in Resten erhaltenen ehemaligen Wasserburg Moringen handelt es sich um eine Anlage am Südrand der spätmittelalterlichen Stadt. Der Ort Moringen selbst wird in der urkundlichen Überlieferung erstmals in einer Urkunde Kaiser Ottos III. 978 als "Moringa" genannt. Deutlich erkennbar sind zwei Siedlungskerne, das so genannte Oberdorf, wo sich sehr wahrscheinlich eine Gerichtsstätte des altsächsischen Moorgaus befand. Vermutlich ist in dieser Gemarkung auch mit der Existenz eines Edelhofs als Haupthof des Gaus zu rechnen, der nach der fränkischen Eroberung als gräflicher Hof fortbestand. Später entstand an diesem Ort die romanische Kapelle St. Martin. Von dem Oberdorf zu unterscheiden ist die städtische Siedlung des Mittelalters, als deren Keimzelle die noch in Resten erhaltene Wasserburg anzusprechen ist. 1157 ist in den Schriftquellen erstmals von einer Burg (castrum) die Rede, die sich 1252 je zur Hälfte im Besitz der Herren von Rosdorf und der Grafen von Dassel befand. Nach dem Erlöschen der Dynastenfamilie Dassel fiel ihre Hälfte an Moringen an die welfischen Herzöge. Wie in Hardegsen, so erzwang Herzog Ernst von Braunschweig 1363 von den Herren von Rosdorf die Öffnung der Burg Moringen. 1379 gelang es dem Herzog Otto dem Quaden die Hälfte der Herren von Rosdorf in seinen Besitz zu bringen. Ferner ging die ebenfalls in den Händen dieser Familie befindliche Burg Hardegsen an ihn über. Im Unterschied zu Hardegsen, die als eine der Residenzburgen des Herzogs anzusprechen ist, diente Moringen in der Folgezeit vornehmlich als Verwaltungsmittelpunkt und wurde im Spätmittelalter mehrfach als Pfandobjekt versetzt. Der im Vorfeld der Burg entstandene Ort erhielt Mitte des 14. Jahrhunderts Stadtrecht und wird 1381 explizit als Stadt bezeichnet. Während der erste Befestigungsring Morgingens den Burgbereich zunächst ausschloss, wurde die Wasserburg beim Ausbau der städtischen Befestigungsanlagen schließlich in das Befestigungssystem miteingebunden. In nachmittelalterlicher Zeit diente Bug Moringen erneut als Sitz eines Amtmanns. An die Stelle der 1720 wegen Baufälligkeit in Teilen abgetragenen Burg trat ein barockes Amtshaus, das neben dem so genannten Brauhaus, dem letzten baulichen Rest der Burg, das Erscheinungsbild der Anlage bestimmt. Zur Burg gehörte das Vorwerk als Wirtschaftshof, der 1734 einem Stadtbrand zum Opfer fiel. An die Stelle der Vorgängerbauten trat 1737 der noch erhaltene weitläufige barocke Neubau. Von 1852 bis 1973 war in dem Amtshaus das Amtsgericht untergebracht. Seit 1975 beherbergt die Wasserburg Moringen im Amtshaus das Rathaus, während in dem alten Brauhaus ein Heimatmuseum untergebracht wurde.
- Literatur
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- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

