Gartenfriedhof und Kirche St. Marien
- Landkreis
- Region Hannover
- Samtgemeinde
- Hannover, Landeshauptstadt
- Gemeinde
- Hannover
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Mitte
- Objekttyp
- Kirchenanlage (Baukomplex)
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 74a1e671-84ed-4e10-afc1-a1969613d3e7
- System-ID
- #61261284
- ADABweb-ID
- 30590826
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Der Gartenfriedhof liegt an der Marienstraße in Hannover. Im Südosten befindet sich die Ev. luth. Gartenkirche St. Marien und östlich das Pfarrhaus mit Gemeindebüro und Garten. Auf dem Friedhof sind überwiegend klassizistische Grabmale aus dem 18. und 19. Jahrhundert vorhanden. Die Friedhofsfläche wurde 1741 als „Neuer Kirchhof vor dem Aegidientor“ eingerichtet, da aufgrund der Überbelegung auf dem Nikolaifriedhof dringend neue Friedhofsflächen benötigt wurden. Auf dem Friedhof wurden zunächst die Personen beerdigt die vor den Toren der Stadt Garten- und Ackerbau betrieben und „Gartenleute“ genannt wurden. Daher stammt auch der Name Gartenfriedhof. Die erste Gartenkirche wurde 1749 eingeweiht. In der Mitte des 18. Jahrhunderts entstand in diesem Gebiet die Aegidienneustadt, die für die Hofbeamten und ihren Familien zu einem beliebten Wohnviertel wurde. So wurde auch der Gartenfriedhof und die Grabgrüfte unterhalb der Kirche zu dem bevorzugten Friedhof für zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten des Kurfürstentums Hannover. Unter anderem findet sich auf dem Friedhof die Grabmale von Charlotte Sophie Henriette Kestner, Georg Friedrich Grotefeind, der Astronomin Caroline Herschel oder des Architekten Christian Heinrich Tramm. Im 19. Jahrhundert war der Friedhof durch Bevölkerungswachstum und der damit einhergehenden Verdichtung rund um den Friedhof nicht mehr erweiterungsfähig. 1864 wurde er geschlossen. Die alte Gartenkirche wurde 1886 abgerissen an ihrer Stelle wurde 1891 die heutige Gartenkirche eingeweiht. Zum Ende des 19. Jahrhunderts fiel er in die Zuständigkeit der neu gegründeten Stadtgartendirektion unter der Leitung von Julius Trip. Zwischen 1891 und 1894 kam es zu den ersten gestalterischen Veränderungen an der Anlage. Es entstand eine Grünfläche für Freizeit- und Erholungsfunktion, wobei der Friedhofscharakter beibehalten wurde. Zwischen 1918 und 1924 wurde im Nordosten eine Spielfläche für den Gemeindekindergarten hinzugefügt, die ab 1955 ein öffentlicher Spielplatz wurde. Unter dem Stadtgartendirektor Werner Lendholt wurden 1956 die Wege befestigt, Grabsteine zum Teil versetzt und ein größerer Spielplatz an den östlichen Rand gelegt. Mit dem Bau der Marienstraße kam es zum Flächenverlust. In den 1980er Jahren wurde die Metallgitterumzäunung, die 1938 für Kriegszwecke eingeschmolzen wurde, wiederhergestellt. Dafür wurden alte Gitterzäune verschiedener Brücken aus Hannover verwendet. Der Platz am Westturm wurde um 1990 aufgewertet.
- Denkmalbegründung
- Die Kirchenanlage bestehend aus Gartenkirche, Gartenfriedhof und Pfarrhaus an der Marienstraße hat ihren Ursprung im 18. Jahrhundert. An ihrem Erhalt besteht aus geschichtlichen, städtebaulichen und künstlerischen Gründen ein öffentliches Interesse. Die Kirchenanlage hat Bedeutung im Rahmen der Orts- und Stadtgeschichte von Hannover. Die Grabsteine haben Zeugnis- und Schauwerte für die christliche Bestattungskultur des 18. und 19. Jahrhunderts. An den Gebäuden und den Grabmalen bestehen Zeugnis- und Schauwerte für die Bau- und Kunstgeschichte der Neugotik und des Klassizismus. Die Kirche ist Werk des überregional bekannten Architekten Rudolph Eberhard Hillebrand. Die Grabmale gehören zu der Personengeschichte zahlreicher bedeutender Persönlichkeiten des Kurfürstentums Hannover, wie beispielsweise der Astronomin Carolin Herschel, der „Lotte“ aus Goethes Werther – Charlotte Sophie Henriette Kestner - oder des Architekten Christian Heinrich Tramm. An den Gebäuden und den Grabmalen sind regional nicht alltägliche künstlerische und handwerkliche Gestaltwerte vorhanden. Zudem prägt die Kirchenanlage das Orts- und Straßenbild und ist damit von städtebaulicher Bedeutung.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
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