Juleum
- Landkreis
- Helmstedt
- Samtgemeinde
- Helmstedt, Stadt
- Gemeinde
- Helmstedt
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Stadtmitte
- Adresse
- Collegienplatz 1
- Objekttyp
- Hochschulgebäude
- Baujahr
- 1592 - 1597
- Personen
- Francke, Paul (Architekt (m/w/d))
Meyerheine, Jacob (Bildhauer (m/w/d))
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 6ce3939d-401e-489d-b4da-c37d4b9a4b6a
- System-ID
- #61389975
- ADABweb-ID
- 32701880
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Denkmalthema
- Hochschullandschaft Universitaeten-in-Niedersachsen Architektengenerationen
- Beschreibung
- Nördlicher, queraufgeschlossener und freistehender Hauptflügel des Universitätskomplexes. Zweigeschossiger, stattlicher verputzter massiver Saalbau unter Satteldach in Schieferdeckung. An der zum Collegienplatz ausgerichteten Hauptfassade steht ein mittig vorgesetzter polygonaler Treppenturm mit Gesimsgliederungen, rautenförmigen Fenstern, Quaderverzahnung, ädikulaartiger Einfassung sowie einem oben auskragenden, auf verzierten Konsolen gestellten Turmumlauf, gefolgt von einer spitzen schiefergedeckten Welschen Haube mit Turmuhr und Wetterfahne. Am Turm sowie an der östlichen Hauptseite Eingangsportale gefasst von Ädikulaaufsätzen mit reicher skulpturaler Ausgestaltung der Hochrenaissance/ des Manierismus in Form von Rollwerken, Beschlagwerk, Protomen, allegorischen Figuren und Wappenreliefs. Ebenso ist das rückwärtige Nordportal gestaltet. Die Stockwerke durchziehen große Maßwerksfenster, im Erdgeschoss in Rundbogenform mit Beschlagwerk bekrönt von Gesims-durchbrechenden Dreiecksgiebeln mit eingestellten Figurenprotomen, im ersten Obergeschoss rechteckig und dreibahnig mit Beschlagwerk als Couronnement. Bemerkenswert sind auch die Zwerch- und Hauptgiebel, die als mehrstufige Volutengiebel mit nach oben hin verjüngenden Fenster- sowie flankierender skulpturaler Ausgestaltung gegliedert sind, ebenfalls reich an Ornamenten und allegorischen Figuren. Am Dach symmetrisch verteilte Dachgauben mit Spitzhauben. Im kreuzgratgewölbtem Keller befanden sich ursprünglich Schankräume, im Erdgeschoss befindet sich ein mit reichem Bogen gewölbtes Auditorium, in dem bis ins 18. Jahrhundert die Universitätsbibliothek untergebracht war, die im Zuge des Umbaus 1765 ins Obergeschoss verlegt wurde, in dem sich ursprünglich zwei Vorlesungssäle sowie ein Vestibül befanden. Bemerkenswert ist auch die stützenlose Dachbodendecke, die im Dachstuhl aufgehängt ist. 1592-1597 errichtet, unter dem Architekten Paul Francke und dem Bildhauer Jacob Meyerheine.
- Denkmalbegründung
- Kurz nach der Gründung der Universität wurde aus Mangel eines Haupt- und Hörsaalgebäudes 1592 der Bau des Juleums im Auftrag des namensgebenden Herzog Heinrich Julius initiiert. Als repräsentatives Hauptauditorium, einem Rathaus ähnlich anmutend, besitzt das Gebäude Architektureinflüsse aus der thüringisch-sächsischen Renaissance sowie eine skulptural-ornamentale Ausgestaltung nach niederländischem Vorbild eines Vredeman de Fries. Es ist Zeugnis des frühen norddeutschen lutherisch geprägten Universitätsbaus und prägender Repräsentationsbau im Herzogtum Braunschweig im Stil der Weserrenaissance. An der Erhaltung des Juleum Novum besteht aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung im Rahmen der Nationalgeschichte sowie von Kultur- und Geistesgeschichte, sowohl als Zeugnis- und Schauwert für die Bau- und Kunstgeschichte, aufgrund seiner künstlerischen Bedeutung als eines der wesentlichen Hauptwerke der norddeutschen Weserrenaissance und aufgrund seiner bedeutenden Innenraumgestaltung, als auch aufgrund der städtebaulichen Bedeutung von prägendem Einfluss als Element des räumlichen Gefüges einer Universität ein öffentliches Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61380644 | Hochschulanlage
- Literatur
-
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

