Cafe Winuwuk und Sonnenhof
- Landkreis
- Goslar
- Samtgemeinde
- Bad Harzburg, Stadt
- Gemeinde
- Bündheim
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Bündheim
- Adresse
- Waldstraße 9
- Objekttyp
- Gasthof
- Personen
- Hoetger, Bernhard (Künstler (m/w/d))
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 6abf6b9e-c43c-41fc-8e4d-525515a0947d
- System-ID
- #61662931
- ADABweb-ID
- 37677647
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Durch den Architekten Bernhard Hoetger und den Maler und Eigentümer W. Degener in den Jahren 1922/ 1923 erbaute originelle Anlage mit Kaffeehaus und ein Ausstellungsgebäude für moderne Kunst als verputzte Fachwerkbauten mit weit heruntergezogenen Dächern am Waldrand auf einem Hanggrundstück oberhalb von Bad Harzburg. Geschnitzte und bemalte Eichenstämme als Träger und Stützen auf den Veranden und Terrassen, Wandreliefs und Skulpturen sowie Wandmalereien im Inneren.
- Denkmalbegründung
- Im Auftrag des Malerehepaares Degener wurde 1922/1923 das Café Winuwuk zusammen mit dem Ausstellungsgebäude für moderne Kunst, den Sonnenhof, durch den Architekten Bernhard Hoetger errichtet. Der Künstlerehepaar Degener wollte etwas Außergewöhnliches, sodass Bernhard Hoetger aus Worpswede angefragt wurde. Hoetger war Bildhauer und Maler des Expressionismus und konnte für das Projekt in Bad Harzburg als Bildhauer, Baumeister und Designer gewonnen werden. Hoetger selber meißelte eigenhändig die Reliefs im Kaffeehaus und Veranda. Stühle und Tische wurden dem Innenraum angepasst. Ein Jahr später wurde auch der Sonnenhof als Ausstellungsgebäude fertiggestellt, die erste Ausstellung umfasste hauptsächlich Werke Worpsweder Künstler. Das Café Winuwuk sollte auch dem Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit Künstlerkollegen dienen. In der NS-Zeit sollte die als „entartete Kunst“ eingestuften Malereien und künstlerischen Ausstattungen beseitigt werden, dem Künstlerehepaar gelang es jedoch, die Ausmalungen und Stuckaturen abzudecken oder lediglich zur überstreichen, sodass die Details trotz Veränderungen in der Zeit der Überformungen nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten geblieben sind. Auch die nachfolgenden Besitzer führten das Kaffee- und Ausstellungsgebäude im Sinne der Familie Degener weiter. Der Gebäudekomplex präsentiert sich in ausdruckstarken naturgeprägten Formen. Der Entwurf der beiden Gebäude sowie die festen Ausstattungselemente der Einrichtungsgegenstände stammen ebenfalls aus der Hand von Hoetger. Aufgrund seiner ungewöhnlichen Konstruktions- und Gestaltungsstrukturen besteht an dem Kaffeehaus und Ausstellungsgebäude ein bau-, kunst- und kulturhistorischer Wert. Als einzigartiges Baudenkmal der 1920er Jahre in fast originalem Zustand besteht an seiner Erhaltung aus ortsgeschichtlichen Gründen, aufgrund des Zeugnis- und Schauwertes für die Bau- und Kunstgeschichte, durch die beispielhafte Ausprägung eines Stils und Gebäudetypus, als Werk eines überregional bekannten Künstlers, aus künstlerischen Gründen für überregional nicht alltäglichen künstlerischen und handwerklichen Gestaltwerten und bedeutender Innenraumgestaltung ein öffentliches Erhaltungsinteresse.
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

