Haus Klasen
- Landkreis
- Leer
- Samtgemeinde
- Leer (Ostfriesland), Stadt
- Gemeinde
- Leer
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Leer
- Adresse
- Mühlenstraße 31
- Objekttyp
- Wohnhaus
- Baujahr
- 1806
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 6832b340-b0fc-4f7d-823e-bb3d01db6540
- System-ID
- #61540594
- ADABweb-ID
- 35658256
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Denkmalthema
- Leer_Altstadt
- Beschreibung
- Zweigeschossiges, traufständige Wohnhaus mit Walmdach, die vierachsige Straßenfassade aus flachen, rotbraunen Backsteinen im Kreuzverband gemauert, Ecklisenen aus Naturstein, hochrechteckige Tür- und Fensteröffnungen, der Sockel bis zum Sohlbankgesims der Erdgeschossfenster mit kassettierten Natursteinplatten, in der zweiten Achse von rechts der Hauseingang mit geschwungenem Kämpfer und Oberlicht sowie mit genuteter Rahmung und horizontaler Verdachung, die Fensteröffnungen mit hell gefasstem Rahmen, scheitrecht gemauerten Stürzen und Natursteinbänken, abschließend hölzernes Kranzgesims mit Konsolen und aufliegender Dachrinne, an den beiden Endpunkten des Walmdachfirstes prägnante Schornsteinköpfe. Errichtet 1806. Nach Norden angebautes Hinterhaus, rückseitiger Giebel backsteinsichtig mit Holzblockrahmenfenstern, der Schildgiebel mit Firststaffel, das Beitelmauerwerk mit sehr flachen Backsteinen gemauert.
- Denkmalbegründung
- Das Haus Klasen an der Mühlenstraße 31 wurde 1806 von dem Kaufmann David Vissering als repräsentatives Wohnhaus neu errichtet. 1810 hat Vissering für die Ausstattung des Salons im Erdgeschoss eine Manufaktur in Hoorn/ Nordholland beauftragt mit der Herstellung einer Leinwandtapete, die niederländische Landschaftsszenen zeigt. Den Auftragsbüchern der Manufaktur ist zu entnehmen, dass zwischen 1798 und 1820 über 40 solcher gemalten Landschaftszimmer nach Ostfriesland geliefert wurden. Nachdem das Haus um 1840 kurzzeitig im Besitz von Conrad Rahusen war, kam es Mitte des 19. Jahrhunderts an den Kaufmann Diedrich Höcker. Seine Erbin Helene Klasen geb. Höcker war mit dem Justizrat Dr. Heinrich Hermann Klasen verheiratet, der 1882 als Rechtsanwalt in Leer zugelassen wurde und die heute noch im Haus bestehende Kanzlei gründete. Das Grundstück Mühlenstraße 31 reicht bis an den Ostersteg und war mit Hinter- und Packhaus bebaut. Heute ist ein Garten vorhanden, der zum Ostersteg mit einer Backsteinmauer eingefriedet ist. Das Klasen´sche Haus ist von geschichtlicher Bedeutung im Rahmen der Orts-, Siedlungs- und Stadtbaugeschichte sowie für die Baugeschichte aufgrund des Anschauungswertes als qualitätvoller Vertreter des niederländisch geprägten Klassizismus in Leer. Aufgrund des besonderen Gestaltwertes der Straßenfassade sowie der historischen Raumausstattung mit der Leinwandtapete von 1810 besteht eine künstlerische Bedeutung. Gemeinsam mit den umgebenden Gebäuden trägt es zur Geschlossenheit des historischen Straßenraumes bei, so dass zudem die städtebauliche Bedeutung das öffentliche Erhaltungsinteresse begründet.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61540301 | Straßenzug
- Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
- 61540579 | Garten | Mühlenstraße 31
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

