Wohnhaus
- Landkreis
- Stadt Oldenburg (Oldb) (kreisfrei)
- Samtgemeinde
- Oldenburg (Oldb), Stadt
- Gemeinde
- Oldenburg
- Adresse
- Würzburger Straße 37
- Objekttyp
- Wohnhaus
- Baujahr
- 1924
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 654978b4-076c-4804-992f-b9252b67a244
- System-ID
- #61768527
- ADABweb-ID
- 53502351
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Freistehender, zweigeschossiger Backsteinbau über Souterrain mit Walmdach in Ziegeldeckung. Auf der Nordseite zweigeschossiger Anbau mit Walmdach, straßenseitige Fassade (nach Osten) symmetrisch mit zwei polygonalen Standerkern im Hochparterre mit flach geneigten Zeltdächern, darüber drei Fenstern im Obergeschoss und mittiger backsteinerner Gaube im Dachgeschoss, rückseitig rechts halbrunder Standerker im Hochparterre mit Balkon im Obergeschoss; links ein dreigeteiltes Fenster; im Obergeschoss drei schmale Fenster links, rechts mittige Balkontür mit je einem schmalen Fenster auf jeder Seite; mittige backsteinerne Gaube, auf der Südseite hinten Balkon im Hochparterre über dem Kellerzugang, Kellertreppe geschwungen um den halbrunden Standerker; im Hochparterre Balkontür, im Obergeschoss ein mittiges Fenster; mittige Gaube darüber; zur Straße hin ein nachträglicher backsteinerner Garagenanbau, im Obergeschoss und an den massiven Gauben umlaufendes Fenstergesims aus Binderschicht, unterhalb der Traufe und an den backsteinernen Gauben zudem streifenartig vorgezogene Backsteinlagen, über den Gauben verzierte Giebeldreiecke, in Giebelfeldern der massiven Gauben Schmuckelemente aus Stuck: vorne eine von Schlangen umschlungene Vase mit Ähren, hinten Margerite, Fenster mit geradem Sturz, an den Seitenfassaden im Hochparterre Fenster bzw. Balkontür mit Rundbogen, straßenseitig im Obergeschoss und Dachgeschoss Fensterläden. Eingang an der Nordseite im Anbau, darüber Vordach auf Konsole, davor Außentreppen aus Betonstein mit Backsteinpfosten mit Zierkugel und Metallgeländern, Tür mit bauchiger, überschobener Füllung im Sockelbereich, darüber Glasfeld mit horizontalen Sprossen, seitlich zwischen den Sprossen jeweils halbrund eingefasst, oberes Feld mit zusätzlicher mittiger Rundung kleeblattartig ausgebildet, in der Mitte jedes Glasfelds zusätzlich zwei V-artig angeordnete Sprossen. Im Inneren umfangreiche Ausstattung erhalten; außen Vorgarten mit jüngerer Einfriedung und ein Garten an der Rückseite. Erbaut 1924 (a), Architekt Rathert.
- Denkmalbegründung
- Die Würzburger Straße liegt nördlich der Oldenburger Altstadt und westlich des Pferdemarkts. Im Norden schließt sie rechtwinklig an die Ziegelhofstraße an und verläuft im leichten Bogen nach Südosten, wo sie erneut in die hier weiterlaufende Ziegelhofstraße mündet, die zum Pferdemarkt führt. Die Straße wurde wohl um 1905 angelegt und weicht von dem im Bebauungsplant von 1899 dargestelltem Verlauf ab. Sie verläuft parallel zu der südlich verlaufenden Eisenbahnlinie nach Wilhelmshaven. Die Bebauung der Würzburger Straße begann mit dem Haus Nr. 6 im Jahr 1907 und wurde hauptsächliche in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts vollzogen. Abgesehen von Ersatzbauten war die Bautätigkeit 1934 mit dem Gebäude Nr. 18 abgeschlossen. Neben der ehemaligen landwirtschaftlichen Winterschule (Nr. 3) handelt es sich überwiegend um Villen und nur wenige Zweifamilienhäuser. Sie sind durchgehend als zweigeschossige Putzbauten mit geneigten Dächern und Dachaufbauten ausgebildet. Fassadengestaltung und Dachformen variieren zwischen Landhausstil und Heimatschutzstil. Die Würzburger Straße stellt kein einheitliches, geschlossenes Straßenbild dar. Sie dokumentiert vielmehr die verschiedenen Ansätze einer schlichten, zweckdienlichen Architektur, die mit zurückhaltender Ornamentik traditionsbezogenen Tendenzen folgt und damit die konservativ orientierte Strömung vertritt. Die am Ende der Würzburger Straße liegende Villa Nr. 37 ist eines der wenigen bauzeitlichen Backsteingebäude in dieser Straße. Ihre Fassaden sind schlicht und nahezu schmucklos. Die sparsam eingesetzten Verzierungen stellen jedoch historische, vor allem klassizistische Architekturzitate dar. Trotz des anderen Materials und anderer Architekturformen folgt die Villa im Grundsatz dem in der Würzburger Straße vertretenen Gestaltungsansatz. Sie dokumentiert die Erstbebauung der Straße. Der weitestgehend authentisch erhaltene Baubestand setzt sich mit der Ausstattung im Inneren der Villa fort. Aufgrund der geschichtlichen Bedeutung des Gebäudes durch seinen Zeugnis- und Schauwert für die Bau- und Kunstgeschichte und für die Ausprägung eines Stils besteht an der Erhaltung des Gebäudes ein öffentliches Interesse. Zudem hat das Gebäude einen prägenden Einfluss auf das Straßenbild.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

