Provinziale Heil- und Erziehungsanstalt
- Landkreis
- Göttingen
- Samtgemeinde
- Göttingen, Stadt
- Gemeinde
- Göttingen
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Göttingen
- Objekttyp
- Erziehungsanstalt
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 6370b748-781d-4eda-9392-b96dc1a9738f
- System-ID
- #61554851
- ADABweb-ID
- 35854145
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- 1911-12 errichtete und am 3.6.1912 eingeweihte „Provinziale Heil- und Erziehungsanstalt für 54 psychopathische männliche Zöglinge“ im Alter von 14 bis 21 Jahren, nach Anregung und unter Leitung von Anstaltsdirektor August Cramer, in Ergänzung zum nahegelegenen Landeskrankenhaus. Es war die erste Einrichtung dieser Art in Deutschland, welche das Konzept von psychiatrisch beaufsichtigter „Zucht und Ordnung“ anwandte, um zuvor weggesperrte Zöglinge in ihrer geistigen Entwicklung zu fördern und wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Dazu dienten neben Schulbesuch, Haus- und Gartenarbeit auch die Beschäftigung in eigenen Werkstätten. Symmetrische Gebäudegruppe aus dem Hauptgebäude (Verwaltungsgebäude) mit einschwingender Fassade. Ursprünglich war laut Lageplan von 1911 ein Ensemble mit drei symmetrisch angeordneten Nebengebäuden geplant, was dann 1912/27 geändert ausgeführt wurde, so dass neben den beiden Mittelgebäuden nördlich drei Wohngruppen-Häuser und ein Wohnhaus für Angestellte entstanden. Die Aufteilung diente der „Trennung der verschieden gearteten Zöglingen in kleinen Gruppen“. Die Gruppenausdehnung nach Norden, Osten und Westen orientiert sich am Lageplan von 1911, aus dem auch die ehemalige Freiflächengestaltung mit repräsentativer Vorfahrt hervorgeht.
- Denkmalbegründung
- An der Erhaltung der Gruppe der ehemaligen Heil- und Erziehungsanstalt besteht ein öffentliches Interesse. Die Anlage ist von landesgeschichtlicher Bedeutung für die Geschichte des Heil- und Erziehungswesens im frühen 20. Jahrhundert. Die Gruppenausdehnung nach Osten, Norden und Westen orientiert sich dabei am Lageplan von 1911, aus dem auch die ehemalige Freiflächengestaltung mit repräsentativer Vorfahrt hervorgeht. Es besteht ein Zeugnis- und Schauwertes für die Baugeschichte durch die neubarocken Stilformen und den beispielhaft errichteten Anstalts-Bautyp. Die Anlage ist auch von sozialgeschichtlicher Bedeutung, weil sie den gesellschaftlichen Umgang mit unangepassten Jugendlichen dokumentiert. Schließlich liegt eine städtebauliche Bedeutung vor, da die Anlage einen prägenden Einfluss auf das Straßenbild ausübt.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

