Wohn-/Geschäftshaus
- Landkreis
- Osnabrück
- Samtgemeinde
- Fürstenau
- Gemeinde
- Fürstenau, Stadt
- Gemarkung
- Fürstenau
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Fürstenau
- Adresse
- Große Straße 5
- Objekttyp
- Wohn-/Geschäftshaus
- Baujahr
- 1600 - 1700
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 621a3c73-c953-44e0-ade7-abc97f7908d9
- System-ID
- #61745785
- ADABweb-ID
- 47356951
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- An der Kreuzung zwischen Große Straße und Bahnhofstraße gelegenes, zweigeschossiges, ehemaliges Wohnhaus, Fachwerk mit verputzten Gefachen, Traufseiten teils stockwerksweise vorkragend, Straßengiebel um 1900 massiv ersetzt, mit quadervortäuschender Verfugung, Satteldach, errichtet wohl im 17. Jahrhundert. Ursprüngliches Raumgefüge durch Ladeneinbau verändert, wohl im hinteren Teil Querdiele mit Schweineställen und Aufkammer über einem Keller.
- Denkmalbegründung
- Die Stadt Fürstenau wurde erstmals 1344 erwähnt, als der Osnabrücker Fürstbischof Gottfried von Arnsberg den ersten Bereich des heutigen Schlosses als Anspruch gegenüber den Tecklenburger Grafen errichten ließ. Um die damalige Burg siedelten sich Ackerbürger an. Über die Jahrhunderte wurde die Burg zu einer Festung und Residenz der Osnabrücker Landesfürsten ausgebaut und die Stadt erweitert. Der Charakter und die Individualität der spätmittelalterlichen/ frühneuzeitlichen Plansiedlung in enger Verbindung mit der bischöflichen Grenzfestung sind in der heutigen Siedlungsstruktur noch immer erkennbar. Wesentliche Elemente sind das Straßennetz, die Reste des Verteidigungssystems, die Parzellenzuschnitte sowie die funktionalen wie städtebaulichen Schwerpunkte, wie beispielsweise Kirche und Schloss. Baulich dominieren die giebelständigen, vorwiegend eingeschossigen Häuser teils mit rückwärtigen Hofplätzen, die durch Traufgassen voneinander getrennt sind. Nach den Bränden bzw. Zerstörungen von 1606 und 1637 bzw. 1728 hat lediglich die Bausubstanz der Großen Straße, des westlichen Teils der St. Georg-Straße und des innerstädtischen Teils des Straßenzugs Burg- und Bahnhofstraße eine kontinuierliche Entwicklung erfahren, denn hier lag wohl schon immer der funktionale wie bedeutungsmäßige Schwerpunkt der Stadt im schlossnahen Kreuzungsbereich der Fernstraßen. Hiervon zeugt noch immer das stattliche, ehemalige Wohnhaus der Großen Straße 5. Es ist wohl eines der ältesten Bürgerhäuser in Fürstenau und zudem das einzige noch erhaltene, historische Gebäude, welches eine ursprüngliche Zweigeschossigkeit aufweist. Diese wurde im Rahmen einer noch immer ablesbaren Neu- und Umbauwelle - bedingt durch den leichten wirtschaftlicher Aufschwung zum Ende des 19. Jahrhunderts, nicht zuletzt auch durch die Anlage des Bahnhofes und den Anschluss an das Eisenbahnnetz - wieder aufgegriffen. Das Gebäude Große Straße 5 ist daher ein seltenes Zeugnis einer bauhistorischen und stadtgeschichtlichen Entwicklung in Fürstenau. In der Ausprägung der Bauaufgabe beispielhaft, besteht an der Erhaltung des ehemaligen Wohnhauses aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung für die Stadtbaugeschichte und aufgrund seiner städtebaulichen Bedeutung als Element an einem wichtigen Kreuzungsbereich verschiedener Straßen und Fernstraßen aber auch wegen seines prägenden Einflusses auf das Straßenbild der Großen Straße ein öffentliches Interesse. Dieses wird durch seinen Seltenheits - und Alterswert noch gesteigert.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

