Alte Clenzer Heerstraße (Siedlungslandschaft Rundlinge im Wendland)
Alte Clenzer Heerstraße (2021)
Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße im Bereich Schückberg mit historischer Lesesteinpflasterung (2020)
Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße am Anstieg zum Schückberg mit historischer Lesesteinpflasterung (2021)
Gedenkstein im Verlauf Alte Clenzer Heerstraße (2020)
Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße am spätslawischen Gräberfeld (2020)
Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße am spätslawischen Gräberfeld (2020)
teilstück der Alten Clenzer Heerstraße im Bereich Schückberg mit historischer Lesesteinpflasterung (2021)
Teilstück Alte Clenzer Heerstraße heute Verbindungsstraße Jabel - Güstritz östlich vom Schückberg in Jabeler Masch (2021)
historische Lesesteinpflasterung mit Randsteinen (2020)
teilstück der Alten Clenzer Heerstraße im Bereich Schückberg (2021)
Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße im Bereich westlich des Schückberges (2021)
Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße im Bereich Schückberg mit historischer Lesesteinpflasterung (2021)
westliches Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße als ungefestigter Feldweg westlich des Schückberges (2020)
- Landkreis
- Lüchow-Dannenberg
- Samtgemeinde
- Lüchow
- Gemeinde
- Lüchow (Wendland), Stadt
- Gemarkung
- Satemin
- Adresse
- Alte Clenzer Heerstraße
- Objekttyp
- Straße
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 60b2d2ce-423a-468c-ab29-574e54ef4228
- System-ID
- #61759721
- ADABweb-ID
- 51249450
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Das rund 6,5 km lange Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße befindet sich innerhalb der Siedlungslandschaft Rundlinge im Wendland. Überwiegend als Feldweg genutzt erstreckt sich dieser Teilabschnitt der alten Fernstraße zwischen der Kreisstraße 31 bei Kremlin und der Landesstraße 261 bei Lüchow. Es handelt sich um die alte West-Ost-Verbindung im Hannoverschen Wendland über Clenze nach Lüchow und weiter an die Elbe. Das Teilstück verläuft ohne Berührung einer Ortschaft von der Querung des Püggener Moores bei der Köhlener Mühle im Westen bis vor die Tore der Stadt Lüchow im Osten. Der Weg berührt diverse Gemarkungen bzw. wird auf den Gemarkungsgrenzen auf 24-30 m üNN geführt. Während die Dörfer an den Rändern der Niederungsgebieten auf 19-23 m üNN liegen, wird das Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße über einen trockenen, ganzjährig befahrbaren Geestrücken auf dem direkten Weg nach Lüchow geführt. Nur die Querung der Jabeler Masch, ein Niederungsgebiet östlich des Schückberges, führte durch eine feuchte Senke. Der Abschnitt am Schückberg mit dem Anstieg aus der Jabeler Masch ist mit Feldsteinen und Randsteinen aus Feldstein gepflastert. Von den ständig wiederkehrenden Pflaster- und Wegebaumaßnahmen der dienstpflichtigen Bauern an dieser Stelle berichtete bereits der Chronist Johann Parum Schultze (1677-1740). Der Weg wurde im Rahmen der Verkoppelung zwischen 1830 und 1860 auf die heutigen Grenzen festgelegt. Im Verkoppelungsplan des Dorfes Ganse von 1831-34 kommt die besondere Bedeutung als Überlandstraße durch die Bezeichnung „von Bergen nach Lüchow“ zum Ausdruck. Die Straße ist jedoch deutlich älter, da sich dort historische Stätten aneinanderreihen, die in das Mittelalter verweisen. An zentraler Stelle des Weges am südöstlichen Rand der Gemarkung von Satemin an der Grenze zu den Gemarkungen Reetze, Jeetzel, Klennow und Güstritz befindet sich ein spätslawisches Gräberfeld, der größte bekannte Bestattungsplatz seiner Art im Wendland. Hier wurde nachweislich von der Mitte des 12. Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts bestattet, bevor die Begräbnisstätte nach Satemin verlagert wurde. Dort entstand um 1300 die heutige Kirche, möglicherweise mit einem hölzernen Vorgängerbau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Neben dem zentralen Bestattungsplatz für die umliegenden Rundlingsdörfer befanden sich bis zu deren Auflösung in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Richtstätten der beiden Ämter Wustrow und Lüchow an diesem Weg, die Lüchower am östlichen Ende kurz vor Lüchow und die Wustrower an zentraler Stelle und höchstem Punkt der Straße am Schückberg. Mit der Verlegung der Fernstraße auf die neu gebaute Trasse der heutigen Landesstraße 261 in den Jahren 1870-75 verlor dieser Teilabschnitt seine einstige Bedeutung und wurde baulich nicht weiter verändert. Während die neue Straße auf einem Damm geführt wurde, nach und nach ausgebaut und verbreitert wurde, verblieb das nunmehr abgehängte Teilstück weitgehend unverändert mit alter Führung, Querschnitt und teilweise auch Befestigung.
- Denkmalbegründung
- Nirgendwo ist die Topographie der Siedlungslandschaft im Niederen Drawehn besser zu verstehen, als auf diesem Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße. Abseits der Rundlingsdörfer auf der Geotopengrenze erlaubt der Weg wichtige Ein- und Ausblicke in die Besonderheiten dieser Geestlandschaft. Von den nur wenige Höhenmeter tiefer liegenden Rundlingsdörfern führen Zubringer in Form von Stichwegen auf die einstige Fernstraße. Zusammen mit den Rundlingsdörfern und dem Gräberfeld gehört dieses gut erhaltene Teilstück der alten Überlandstraße zu den wichtigsten Zeugnissen aus dem frühen Landesausbau im Hohen Mittelalter. Am Schückberg, dem zentralen Sandabbaugebiet für die südlich angrenzenden Dörfer Schreyahn, Lensian und Ganse, innerhalb der Gemarkung Ganse befand sich laut der Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1778 eine zusätzliche, südliche Umfahrung des Schückberges. Das 6,5 km lange Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße ist daher aufgrund seiner landesgeschichtlichen Bedeutung als landschaftsprägendes Element der Siedlungslandschaft Rundlinge im Wendland ein Baudenkmal nach § 3(2) NDSchG. Für die Trasse mit ihrem Querschnitt, den historischen Pflasterungen im Bereich Schückberg, dem spätslawischen Gräberfeld im südöstlichen Zipfel der Gemarkung Satemin, den Resten des Schückberges, dem Gedenkstein für die Richtstätte des Amtes Lüchow sowie dem Eichenbestand am östlichen Ende bestehen ein öffentliches Erhaltungsinteresse nach NDSchG aufgrund der geschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung des Weges zwischen der Kreisstraße 31 und der Landesstraße 261.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro
Alte Clenzer Heerstraße (2021)
Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße im Bereich Schückberg mit historischer Lesesteinpflasterung (2020)
Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße am Anstieg zum Schückberg mit historischer Lesesteinpflasterung (2021)
Gedenkstein im Verlauf Alte Clenzer Heerstraße (2020)
Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße am spätslawischen Gräberfeld (2020)
Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße am spätslawischen Gräberfeld (2020)
teilstück der Alten Clenzer Heerstraße im Bereich Schückberg mit historischer Lesesteinpflasterung (2021)
Teilstück Alte Clenzer Heerstraße heute Verbindungsstraße Jabel - Güstritz östlich vom Schückberg in Jabeler Masch (2021)
historische Lesesteinpflasterung mit Randsteinen (2020)
teilstück der Alten Clenzer Heerstraße im Bereich Schückberg (2021)
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westliches Teilstück der Alten Clenzer Heerstraße als ungefestigter Feldweg westlich des Schückberges (2020)

