Tillyschanze
- Landkreis
- Göttingen
- Samtgemeinde
- Hann. Münden, Stadt
- Gemeinde
- Münden
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Münden
- Adresse
- Bierweg 1
- Objekttyp
- Gasthaus
- Baujahr
- 1882 (Turm)
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 59ea72e4-5d12-4c5d-83d1-56287e356d12
- System-ID
- #61610411
- ADABweb-ID
- 36488460
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Auf einem landschaftlich markanten und historisch bedeutsamen Bergvorsprung in einer Höhe von 215 m ü. NN errichteter Massivbau, bestehend aus einem Rundturm mit zinnenbesetzter Aussichtsplattform und einem zweigschossigen Anbau mit Dachterrasse. Der Turm wurde 1882 (i) errichtet und bereits bei Baubeginn wurde auch eine Schankgenehmigung zur Verpflegung von Besuchern erteilt. Um 1900 entstand rund 20 Meter entfernt ein Gaststättengebäude, das 1936 abbrannte. Der daraufhin neu erbaute Anbau, direkt im Süden an den Turm wurde stilistisch an den Turm angeglichen. Im Inneren des Turmes befindet sich eine bauzeitliche Wendeltreppe, im Anbau gibt es zwei "Turmzimmer", in denen sich ein Relief des Mündener Bildhauers Gustav Eberlein (1847-1926) befindet, das die Belagerung der Stadt Münden 1626 durch die Truppen des Heerführers der Katholischen Liga Tillys während des Dreißigjährigen Krieges darstellt. Die feierliche Einweihung fand am 30. Mai 1883 statt.
- Denkmalbegründung
- Der Aussichtsturm der "Tillyschanze" wurde 1882 (i) auf einem landschaftlich markanten und historisch bedeutsamen Bergvorsprung westlich der Mündener Altstadt errichtet. Verantwortlich für die Errichtung war ein sog. "Turmbaukomitee", eine örtlichen Bürgerinitiative (angeführt von Klempnermeister Carl Georg Fischer, Stadtoberförster Heinrich Dörr und Adolph Natermann), die hierfür Spenden eingeworben hatte. Der Name von Gaststätte und Aussichtsturm sollte dabei an die Belagerung und anschließende Einnahme von Münden durch Tilly im Jahre 1626 erinnern, wobei neuere Forschungen belegen, dass Tilly seine Truppen nicht an dieser Stelle, sondern weit unterhalb am Ufer der Fulda aufgestellt hatte. Das Gelände der Tillyschanze wurde wegen seiner strategischen Lage nachgewiesenermaßen 1760/61 während des Siebenjährigen Krieges von den Truppen Herzog Ferdinands von Braunschweig-Wolfenbüttel als Kanonenstellung gegen französische Truppen genutzt, wozu eine Schanze mit einer Flankenbreite von etwa 40 Metern eingerichtet wurde, von der sich geringe Reste noch im Bereich der heutigen Ausflugsgaststätte befinden. Bei Ausgrabungen wurden zudem mittelalterliche und auch frühneuzeitliche Lanzen- und Pfeilspitzen, Steigbügel, Kanonen- und Gewehrkugeln gefunden, sodass die militärische Bedeutung des Ortes unstrittig ist. An der Erhaltung des Turmes und des 1936 ergänzten Anbaus besteht zudem wegen des städtebaulichen Schau- und Zeugniswerts auf das Orts- und Landschaftsbild von Münden ein öffentliches Interesse.
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

