Canossasäule
- Landkreis
- Goslar
- Samtgemeinde
- Bad Harzburg, Stadt
- Gemeinde
- Bad Harzburg
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Bad Harzburg
- Adresse
- Großer Burgberg
- Objekttyp
- Denkmal
- Baujahr
- 1877
- Denkmalstatus
- Teil einer Gruppe baulicher Anlagen (gemäß § 3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 5847ebcb-8a5b-46e8-b556-340f7c9fa4a9
- System-ID
- #61665355
- ADABweb-ID
- 37697808
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Am nördlichen Rand der Westburg auf dem Großen Burgberg von Bad Harzburg stehender steinerner unverzierter Obelisk auf einem hohen Postament, dessen Basis auf einer dreistufigen Treppenanlage steht und von einem breiten Gesims abgeschlossen wird. Vier Tafeln befinden sich an den Seiten des Postaments, u.a. ein Profilrelief des Reichskanzlers Otto von Bismarck aus Bronze sowie diverse Inschriften. Errichtet 1877 (i).
- Denkmalbegründung
- Die sogenannte Canossasäule erhebt sich weithin sichtbar über Bad Harzburg auf über 480 m über NN. Das 19 m hohe Denkmal, das bei Dunkelheit angestrahlt wird, hat somit eine städtebauliche Bedeutung im Hinblick auf das Orts- und Landschaftsbild. Die dahinter stehende Geschichte bezieht sich auf den Vorschlag Otto von Bismarcks im April 1872, den deutschen Kurienkardinal Gustav Adolf zu Hohenlohe-Schillingsfürst zum Gesandten des jungen deutschen Kaiserreichs beim Heiligen Stuhl zu ernennen, wofür Papst Pius IX. jedoch seine Zustimmung verweigerte, weil Hohenlohe-Schillingsfürst beim Ersten Vatikanischen Konzil zu den Opponenten gegen das Unfehlbarkeitsdogma gehört hatte. Während einer erregten Debatte darüber im Reichstag zog Bismarck seine später zum geflügelten Wort und zur Denkmalsinschrift ("Nach Canossa gehen wir nicht") gewordene rhetorische Parallele mit dem Canossa-Gang König Heinrichs IV. vor Papst Gregor VII. im Januar 1077. Die Verstimmung wurde im Übrigen auch zu einem der Auslöser des Bismarckschen „Kulturkampfs“ um die Stellung und die Rechte der katholischen Kirche im neuen, preußisch-protestantisch dominierten, kleindeutschen Reich. Zum 800. Jahrestag des Canossagangs (1877) entstand im protestantischen Bad Harzburg der Plan eines Denkmals mit aktuellem Bezug. Als Ort wurde die Ruine der Harzburg gewählt, die von Heinrich IV. als Kaiserfestung erbaut worden war. Die Gestaltung sollte damit die Erinnerung an den historischen Jahrestag mit der Funktion eines Bismarckdenkmals verbinden. Somit liegt zudem eine landes- und bundesgeschichtliche Bedeutung vor, weswegen an der Erhaltung der Canossasäule ein öffentliches Interesse besteht.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61662893 | Burg
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

