Gut Sondermühlen
- Landkreis
- Osnabrück
- Samtgemeinde
- Melle, Stadt
- Gemeinde
- Handarpe-Melle
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Handarpe-Melle
- Adresse
- Nordenfelder Weg 45
- Objekttyp
- Wohn-/Wirtschaftsgebäude
- Baujahr
- um 1560
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 571c6a2f-3b5b-49c8-9698-fdd8fab3bd54
- System-ID
- #61534079
- ADABweb-ID
- 35535624
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Stattliches Wohn-/Wirtschaftsgebäude als Vierständerbau unter einem Satteldach. Zur Hausinsel hin als Fachwerkbau mit Backsteinausmauerung, spätere Erweiterung nach Norden um vier Gefache mit Wirtschaftsgiebel geziert mit Fächerrosetten, gekehlten Knaggen und Zahnschnittmotiven. Südlich und westlich zur Graft hin mit massiven Außenwänden mit Erker auf der Westseite und Renaissancewohngiebel, Fensteröffnungen mit Sandsteinrahmungen. Im Inneren in Wirtschafts- und Wohnbereich mit spätgotischem Kamin unterteilt. Errichtet als Herrenhaus wohl um 1575, nördliche Erweiterung mit neuem Wirtschaftsgiebel um 1619.
- Denkmalbegründung
- Das alte Herrenhaus im Südwesten der Hausinsel zeigt sich als mächtiges, wie ein bäuerlicher Vierständerbau wirkendes Gebäude. Zur Hausinsel hin ist das Gebäude als Fachwerkbau errichtet. Um 1619 ist das Gebäude nach Norden erweitert worden, der Wirtschaftsgiebel mit Fächerrosetten, gekehlten Knaggen und Zahnschnittmotiven wurde dendrochronologisch in diese Erweiterungsphase datiert. Durch den im Inneren erhaltenen Sandsteinkamin im ebenerdigen Saal mit dem Wappen Vincke/Nehem wird eine Bautätigkeit für das Herrenhaus um 1560 belegt. Der zur Graft hin liegende Teil des Hauses ist mit massiven Außenwänden aus Bruchstein errichtet. Im Süden mit einem einfachen steinernen Renaissancegiebel, im Westen mit Erkerausbau. Viele bauliche Charakteristika des Gebäudes sind überkommen und dokumentieren so eine Wohnform des Landadels zur beginnenden Neuzeit. Das feste Steinmauerwerk auf der Süd- und Westseite bezeugt gemeinsam mit der breiten Graft noch heute die ursprüngliche Wehrhaftigkeit der Anlage. Im Inneren ist das Gebäude in die ursprünglich bäuerlich genutzte Diele und den Wohnbereich unterteilt. Den hinteren Abschluss über der Gräfte bildet ein unterkellertes Kammerfach, das die Aufgabe des Steinwerkes und der Kemenate übernahm. Nach wie vor wird am Herrenhaus die spätmittelalterliche Verbindung von Adelshof und bäuerlichem Betrieb anschaulich verdeutlicht, hier lebten Patron, Familie, Gesinde und Vieh unter einem Dach zusammen. Ab 1678 hatte sich diese alte Ordnung geändert, es wurde ein neueres Herrenhaus auf der Ostseite der Hausinsel erbaut, an welches später ein zweiter Trakt rechtwinklig dazu angesetzt wurde. Um 1816 wurden mehrere Umbauten in der Südhälfte, also dem Wohnbereich des alten Herrenhauses vorgenommen. Diese Phase fällt in die Zeit, in der Friedrich Leopold Graf zu Stolberg als Pächter das neue Herrenhaus bezog und der damalige Administrator vom neuen in das alte Herrenhaus umzog. Um 1841/42 ist das jüngere Herrenhaus wahrscheinlich aufgrund seiner Baufälligkeit bereits wieder abgebrochen worden. Das ältere Herrenhaus wurde 1972 wieder in private Hände verkauft und wird heute als Försterwohnung und Wirtschaftsgebäude verwendet. Das Herrenhaus ist integraler Bestandteil des Guts Sondermühlen, ihm kommt geschichtliche Bedeutung für die Orts-, Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte zu. Das Herrenhaus besitzt Zeugnis- und Schauwerte durch seine beispielhafte Ausprägung, seine nicht alltäglichen, künstlerischen Gestaltwerte sind im heutigen Bestand erfahrbar. Durch den prägenden Einfluss auf das räumliche Gefüge der Gutsanlage begründet sich seine städtebauliche Bedeutung. Zudem besteht eine wissenschaftliche Bedeutung aufgrund des Alters- und Seltenheitswertes. Aus diesen Gründen besteht an der Erhaltung des Herrenhauses ein öffentliches Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61533864 | Gutshof
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

