Schloss Wendhausen
- Landkreis
- Helmstedt
- Samtgemeinde
- Lehre
- Gemeinde
- Wendhausen
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Wendhausen
- Adresse
- Hauptstraße 19
- Objekttyp
- Schlossgebäude
- Baujahr
- 1688
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 55effc15-b6e4-4680-8359-84a0073dd4bc
- System-ID
- #61385927
- ADABweb-ID
- 32662495
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Unregelmäßiger, von einer Graft umgebener Vierflügelbau unter Walmdach in Ziegelpfannendeckung. Die polygonale Flügelanlage ist nach Westen hin geöffnet und zum Dorf hin verschlossen, sodass sie wie eine Wasserburg des 16. Jh. wirkt. Die in Bruchstein errichteten zweigeschossigen Gebäudeflügel ruhen auf mächtigen Kellergewölben unter abgeknickten Walmdach in Ziegelpfannendeckung. Der Zugang erfolgt über eine zum Nordflügel über die Graft gespannte Brücke mit schmiedeeiserner Brüstung, einer Tordurchfahrt vorgelagert, diese mit barockem Portal mit von zwei Leoparden gehaltenen von Dehnschen Wappen, einer Inschriftenkartusche, Blumenurnen und Blattornamenten. Rückwärtig im Hofinneren befindet sich das Wappen Phillip Probst Wendhausen. Äußere Fenster allesamt in geohrten Sandsteineinfassungen. Am Dach sind Gauben mit Holzläden sowie profilierteen Gesimsen unter Satteldächern verteilt, hofseitig ebenfalls ein Ladeerker im Südflügel über einer Auslucht des 19. Jh. Die Schlossflügel besitzen eine 800 m² große Gebäudefläche sowie 28 Zimmer, zur Innenausstattung, teilweise aus der ersten Hälfte des 18. Jh., gehören stuckverzierte Decken, Vertäfelung, Kamine und Renaissancezimmer sowie einem Herzogszimmer und Herzogssaal. Im runden Treppenhaus eine Eichenholztreppe von 1910, der obere Teil des ursprünglichen Treppenturmes wurde 1865 abgerissen.
- Denkmalbegründung
- Die Schlossanlage wurde im Jahre 1688 für den braunschweigischen Kanzler Philip Ludwig Probst von Wendhausen errichtet, auf den Fundamenten der 1602 zerstörten Wasserburg, die 1388 nach den Lüneburger Erbfolgekriege an die Wolfenbütteler Linie fiel. Nachdem Philipp Probst Wendhausen als Erblehen erhalten hatte, ließ er das Wasserschloss nach altem Vorbild wieder aufbauen. Später ging das Schloss an Conrad Detlev von Dehn über, der als Probsts Enkelschwiegersohn Alleinerbe des gesamten Probstschen Besitzes wurde. Nach seiner Erhebung in den Grafenstand im Jahre 1726 fing von Dehn an das Schloss Wendhausen reich auszubauen. Es erhielt einen geschweiften Uhrenturm, der 1865 abgebaut wurde, sowie einen heute in Rudimenten vorhandenen barocken Lustgarten, nach Vorbild von Wörlitz und Salzdahlum. Nachdem von Dehn an den dänischen Hof abging, ging das Schloss in den Besitz des Herzogs Karl I. über, verfiel jedoch allmählich durch das hoch verschuldete Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel. Im Jahre 1836 pachtete die Verlegerfamilie Viehweg Gut und Schloss, 1873 erwarben sie schließlich beides. In der folgenden Zeit erhielt das Schloss seine historistischen Erweiterungen. 1941 wurde das Schloss an die Stadt Braunschweig verkauft, 1944-45 befand sich in dem Schlossbau ein Hilfskrankenhaus, nach dem Krieg diente es als Rekonvalenzstätte. Bis 2003 wurde das Schloss vielfach zwischengenutzt, nach einer grundlegenden Sanierung 1993 wird der Bau nun als Kreativraum, Wohnraum und Veranstaltungsstätte genutzt. An der Erhaltung des Schlosses Wendhausen besteht aufgrund seiner besonderen geschichtlichen Bedeutung im Rahmen der Landesgeschichte, als Zeugnis-und Schauwert für Bau- und Kunstgeschichte, für Kultur- und Geistesgeschichte sowie für politische Geschichte, aufgrund seiner künstlerischen Bedeutung für überregional nicht alltägliche künstlerisch-handwerkliche Gestaltwerte sowie eine bedeutende Innenraumgestaltung, wie auch aufgrund seiner städtebaulichen Bedeutung von prägendem Einfluss auf das Ortsbild ein öffentliches Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61380450 | Schlossanlage
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

