Haus Martius
Ansicht von Nordosten (2021)
Nordfassade, mit Hauseingang (2021)
Ansicht von Norden: Garage (2021)
Ansicht von Südosten: Garage (2021)
Ansicht von Südosten: Einfriedung mit Tor (2021)
Südfassade (2021)
West- und Südfassade (2023)
- Landkreis
- Göttingen
- Samtgemeinde
- Göttingen, Stadt
- Gemeinde
- Göttingen
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Göttingen
- Adresse
- Bismarckstraße 4
- Objekttyp
- Villa
- Baujahr
- 1951
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 55b8b34d-2813-464a-8fe1-fba70a7eacf2
- System-ID
- #61555293
- ADABweb-ID
- 35863023
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Eingeschossiger Backsteinbau mit Satteldach und querstehenden Vorbauten; durch die Hanglage erscheint der Bau von Süden mit Souterrain zweigeschossig. Die städtebauliche Lage im oberen Ostviertel am Rande des Parks Schillerwiese ist markant als auffälliger Blickpunkt an einer Kurve der Herzberger Landstraße und weist vor dem Haus-Garagen-Ensemble einen geräumigen Vorplatz auf. Auf der Südseite wird der Vorplatz von einer Doppelgarage mit Fahrerzimmer gerahmt, die mit einer Einfriedungsmauer an die Villa anschließt; eine ebensolche Einfriedungsmauer schließt nördlich ans Wohnhaus an und bildet mit einer gerahmten Toröffnung samt Ziergitter den Eingang. Erbaut 1951 als Villa für den Gynäkologen und Professor an der Universitätsklinik Göttingen Heinrich Martius, entworfen 1950 durch den überregional bekannten Göttinger Architekten Diez Brandi. Der Bau diente als Wohnhaus des bereits 65-jährigen Mediziners mit seiner Familie und Hausangestellten sowie auch als kleine privatärztliche Praxis. Die Fassaden weisen das für Brandi-Bauten der 1940er/1950er-Jahre typische, leicht überschlämmte Backsteinmauerwerk, knappe Dachüberstände sowie äußerst filigran gestaltete, auskragende Giebelbalkone auf. Sämtliche Holzfenster, Fenstergitter und Außentüren der Erbauungszeit sind erhalten. Der Garten der Villa ist teils künstlich modelliert und gestaltet mit Terrassen, Wegen und Treppchen aus Sandsteinplatten. Im Inneren sind die bauzeitlichen Grundrisse erhalten, wobei die Schlafzimmer im ausgebauten Dachgeschoss liegen. Im südlichen Teil des Souterrains liegt ein „Jagdzimmer“ mit ebenerdigem Gartenausgang. Ebenso in ungewöhnlicher Vollständigkeit erhalten ist die wandfeste Ausstattung (Bodenbeläge, Treppen mit Ziergeländer, alle Türen mit Beschlägen, funktionierende Dienstboten-Klingelanlage, Lichtschalter usw.). Besonderheiten sind ein kreuzgratgewölbter Kellerraum (ehem. Weinlager?), ein Blumenfenster zur Südseite und eine stuckierte Deckenvoute im Vorraum der Privatpraxis. Direkt an das Haus Martius schließen straßenseitig zwei bauzeitliche Einfriedungsmauern an: Der nördliche Mauerzug bildet mit einer gerahmten Toröffnung und Ziergitter die Abschirmung zwischen Vorplatz und Hauseingang, der kurze südliche Mauerzug verbindet Villa und Garage und enthält eine geschlossene Tür zur Gartenterrasse. Die Garage wiederum als kleines Massivgebäude unter Walmdach wurde gleichzeitig und in gleicher Gestaltung wie das Haupthaus errichtet, auch hier sind Originaltüren und -fenster erhalten. Im Inneren enthält die Garage einen breiten Stellplatz und straßenseitig ein kleines Zimmer mit Vorplatz und WC, wohl ursprünglich für den Chauffeur.
- Denkmalbegründung
- An der Erhaltung der von dem Architekten Diez Brand für den Gynäkologen Heinrich Martius entworfenen und 1951 erbauten Villa „Haus Martius“ mit Garage und Einfriedung besteht aus geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen und städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse. Die Villa ist als Gesamtensemble von geschichtlicher Bedeutung aufgrund des Zeugnis- und Schauwertes für die Baugeschichte der 1950er-Jahre und durch beispielhafte Ausprägung des Villen-Gebäudetypus sowie als Werk eines überregional bekannten Architekten. Es liegt außerdem künstlerische Bedeutung vor, wegen der überregional nicht alltäglichen künstlerisch-handwerklichen Gestaltwerte der Fassadendetails. Der ungewöhnlich gut erhaltene, ungestörte Überlieferungswert (auch der wandfesten Innenausstattung) aus der Erbauungszeit begründet eine wissenschaftliche Bedeutung. Schließlich liegt auch eine städtebauliche Bedeutung vor, wegen des prägenden Einflusses auf das Straßenbild der Herzberger Landstraße und der Bismarckstraße.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS
Ansicht von Nordosten (2021)
Nordfassade, mit Hauseingang (2021)
Ansicht von Norden: Garage (2021)
Ansicht von Südosten: Garage (2021)
Ansicht von Südosten: Einfriedung mit Tor (2021)
Südfassade (2021)
West- und Südfassade (2023)

