Katholisches Kirchenzentrum Mehle
- Landkreis
- Hildesheim
- Samtgemeinde
- Elze, Stadt
- Gemeinde
- Mehle
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Mehle
- Objekttyp
- Kirchenanlage (Baukomplex)
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 5555d8d3-e025-4328-86ca-a710c0532be9
- System-ID
- #61475872
- ADABweb-ID
- 34456729
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Am westlichen Ortsrand gelegene, mehrflügelige winkelförmige Anlage, bestehend aus der baulichen Einheit einer Kirche, Pfarrhaus und Schule mit großem Pfarrgarten und Backsteineinfriedung. Den nördlichen Teil bildet eine schmale Saalkirche mit östlich angebautem rechteckig geschlossenem Chor unter Satteldach, der von einem Dachreiter mit spitzem Helm und zwei Uhrgauben bekrönt ist. Der westliche Teil der Kirche bildet mit dem südlich angebauten zweistöckigen Pfarrhaus einen Bauabschnitt unter einem gemeinsamen Walmdach, quer dazu ist das Pfarrhaus im Südwesten durch einen ebenfalls zweigeschossigen Anbau mit etwas niedrigerem Walmdach erweitert. Den Kern der Anlage bildet der in Kirche und Pfarrhaus geteilte Abschnitt, er wurde 1846 von Graf zu Stolberg auf Söder als Ersatz für einen 1839 abgebrannten Vorgängerbau errichtet. 1892 wurde die auch für den Schulunterricht genutzte Pfarrwohnung um den südlichen Flügel erweitert. Die östliche Erweiterung des Sakralraums mit dem Dachreiter entstand 1897, vier Jahre später wurden die Fenster an der Nordseite der Kirche vergrößert. An der Südseite über der kleinen Eingangsvorhalle unterhalb des Dachreiters ist eine gusseiserne Mondsichelmadonna mit dem Allianzwappen v. Brabeck/ v. Kerckering und der Jahreszahl 1741 angebracht, sie stammt aus der Brabeckschen "Eisenhütte Kunigunde" bei Liebenburg am Harz und befand sich wohl bereits am abgebrannten Vorgängerbau. Identische bzw. ähnliche Madonnen befinden sich noch auf dem Gelände der ehemaligen Eisenhütte bei Liebenburg, in Stachelau bei Olpe sowie in Heyersum an den Wohnhäusern der Saline und des Hofes Gronauer Straße 41/41a.
- Denkmalbegründung
- 1742 wurde in Mehle erstmals seit der Reformation ein katholischer Gottesdienst eingerichtet. Mit Unterstützung des Bergbau-Unternehmers Freiherr v. Brabeck wurde in einer Gaststube ein Kapellenraum eingerichtet und vermutlich mit der gusseisernen Mondsichelmadonna aus der freiherrlichen Eisenhütte im Harz geschmückt. Nach dem Brand der bestehenden Kapelle konnte 1846 der erste Abschnitt des bestehenden Baus geweiht werden, die spätere Erweiterung des unscheinbaren Pfarrhausbaus mit integriertem Sakralraum zu einem Kirchenzentrum mit einem deutlich als Kirche erkennbaren Abschnitt dokumentiert die Entwicklung der katholischen Gemeinde in wilhelminischer Zeit. An der Erhaltung der Gruppe baulicher Anlagen besteht aufgrund des orts- und baugeschichtlichen Zeugnis- und Schauwertes sowie der städtebaulichen Bedeutung als ortsbildprägendes räumliches Gefüge ein öffentliches Interesse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
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