Ostfriesische Bank
- Landkreis
- Leer
- Samtgemeinde
- Leer (Ostfriesland), Stadt
- Gemeinde
- Leer
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Leer
- Adresse
- Mühlenstraße 6 /8
- Objekttyp
- Bankgebäude
- Baujahr
- 1906
- Personen
- Weise, Bernhard Friedrich August
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 53e0c4cf-15db-4a2e-b289-c9bb5cdaaf9b
- System-ID
- #61540804
- ADABweb-ID
- 35663868
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Zweigeschossiger, traufständiger Massivbau mit Mansarddach, Straßenfassade aus rotem Betonstein mit steinmetzmäßiger Oberflächenbearbeitung, durch genutete Lisenen in fünf Achsen gegliedert, hochrechteckige Fensteröffnungen mit profilierten Rahmungen, die drei mittigen Achsen als Risalit leicht vorgezogen mit Erker im Obergeschoss. Im hohen Sockel paarweise angeordnete, vergitterte Kellerfenster, darüber im Hochparterre große Fenster, links der Haupteingang mit segmentbogigem Sturz, darüber dreigeteiltes Oberlicht sowie abschließend Kopf mit geflügeltem Helm als Scheitelstein (Götterbote Hermes), an der Lisene neben dem Eingang große Uhr, über dem verkröpften Gurtgesims im Obergeschoss in der Mittelachse auf Konsolen vorkragender Erker, drei schmale gekoppelte Fenster, im Brüstungsfeld sowie im geschwungenen Giebel des Erkers jeweils Kartusche mit barockisierender Jugendstilornamentik, im Giebelfeld über dem Erker Schriftzug „Ostfriesische Volksbank“, das kräftige Traufprofil am geschwungenen Giebel des Risalits fortgeführt, das Mansarddach mit Biberschwanzziegeln eingedeckt. Nach Westen schlichte Putzfassade. Errichtet 1906 nach Planung des Architekten Bernhard Weise aus Hannover.
- Denkmalbegründung
- Anfang des 20. Jahrhunderts erwarb die Ostfriesische Bank, eine Zweiganstalt der Osnabrücker Bank (gegründet 1872, ab 1929 Oldenburgische Spar- und Leihbank, ab 1933 Oldenburger Landesbank), zwei Grundstücke an der Mühlenstraße 6/8 und ließ nach Abbruch des Bestandes 1906 das Bankgebäude errichten. Im März 1936 erwarb die Handels- und Gewerbebank (1939 Umbenennung in Ostfriesische Volksbank) das Geschäftsgebäude der früheren Ostfriesischen Bank von der Oldenburgischen Landesbank. Im Jahr 1967 wurde das historische Bankgebäude umgebaut, 1976 erfolgte der Anbau einer Kassenhalle bis zur Ecke Mühlen-/ Norderstraße, der wiederum durch den bestehenden Anbau ersetzt wurde. Für den Entwurf des Bankgebäudes an der Mühlenstraße zeichnete der Architekt Bernhard Weise (1853-1937) aus Hannover verantwortlich. Weise studierte nach dem Besuch der Baugewerkschulen in Holzminden und Höxter von 1874–1876 an der Polytechnischen Schule in Hannover u. a. bei Conrad Wilhelm Hase. Von 1878–1880 setzte er sein Architekturstudium in Stuttgart fort und war ab 1884 als Architekt in Hannover ansässig. Ab dem späten 19. Jahrhundert war die Planung von Bankhäusern ein Schwerpunkt seiner Arbeit, und er beteiligte sich auch an Wettbewerben. Bernhard Weise war ab 1900 Mitglied der "Bauhütte zum weißen Blatt" in Hannover und 1903 Gründungsmitglied des Bundes Deutscher Architekten (BDA). Die repräsentative Straßenfassade der Ostfriesischen Bank in Leer gestaltete Bernhard Weise im Stil des Neobarock mit einzelnen Dekorelementen des Jugendstils. Bemerkenswert ist die Verwendung von steinmetzmäßig bearbeitetem Betonstein. Die im Jugendstil gestaltete, große Uhr neben dem Haupteingang ist das Gesellenstück des Uhrmachers Hermann Gans, dessen Geschäft sich gegenüberliegend an der Mühlenstraße 17 befand. 1994 wurde die Uhr an der Fassade der Volksbank angebracht. Das Bankgebäude an der Mühlenstraße 6/8 ist von geschichtlicher Bedeutung im Rahmen der Ortsgeschichte sowie der regionalen Handels- und Wirtschaftsgeschichte. Mit der repräsentativen Straßenfassade ist das Gebäude ein anschauliches Beispiel für ein Bankgebäude des frühen 20. Jahrhunderts in barockisierenden Formen mit Jugendstilornamentik. Mit Bernhard Weise war ein überregional bedeutender Architekt beteiligt. Aufgrund der prägenden Wirkung auf das Straßenbild besteht zudem eine städtebauliche Bedeutung, die das öffentliche Erhaltungsinteresse begründet.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

