Haus Goldene Kuh
- Landkreis
- Leer
- Samtgemeinde
- Leer (Ostfriesland), Stadt
- Gemeinde
- Leer
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Leer
- Adresse
- Rathausstraße 9
- Objekttyp
- Wohnhaus
- Baujahr
- 1572
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 53cf2d5a-7042-40ac-b662-7934a113fc0c
- System-ID
- #61540611
- ADABweb-ID
- 35658769
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Eingeschossiger, giebelständiger Backsteinbau mit Drempel und Satteldach, rechteckige Tür- und Fensteröffnungen mit Holzblockrahmen. Die Ansicht zur Rathausstraße verputzt mit verzierten Mauerwerksankern. Im Erdgeschoss der Hauseingang mit genuteter Einfassung und waagerechter Verdachung, datiert 1786, rechts ein Fenster, links zweigeteiltes Schaufenster. Im Dachgeschoss zwei Fensterachsen, mittig darunter Steintafel mit Inschrift „IOHANꞏAꞏBꞏ1572“, in der Giebelspitze zwei kleine, gekoppelte Fenster, darüber sichtbare Steinquader eines Entlastungsbogens. Der Schildgiebel am Ansatz mit maskenbesetzen Konsolsteinen und auf der Firststaffel von halbrundem Abschlussstein bekrönt. Die übrigen Fassaden backsteinsichtig, der östliche Teil der Südfassade mit alten, roten Backsteinen und Mauerwerksankern, nach Westen anschließend Gebäudeteil aus bräunlichen Backsteinen mit zwei zweigeschossigen Risaliten und rechtwinkelig anschließendem Vorbau, die Schildgiebel wie auch der Westgiebel mit eingemörtelten Ortgangziegeln und halbrunden Giebelaufsätzen. Errichtet im Kern wohl 1572, Umbau 1786, grundlegende Sanierung und Neubau im Rahmen der Stadtsanierung Mitte der 1970er Jahre.
- Denkmalbegründung
- Das sog. Haus Goldene Kuh an der Rathausstraße 9 wurde gemäß Inschrift 1572 von Johann Aggen Burlage erbaut und zählt damit zu den ältesten Bürgerhäusern der Stadt. Die Datierung 1786 an der Einfassung zum Hauseingang lässt auf eine Umbauphase schließen. 1830 hat S. H. Siefkes das Anwesen erworben und eine Branntwein- und Bierbrauerei betrieben, die von der Familie Siefkes bis Ende des 19. Jahrhunderts fortgeführt wurde. Im Jahr 1890 wurde Wilhelmine Siefkes in dem Haus geboren, die zwischen 1910 und 1933 als Lehrerin tätig war und als Schriftstellerin Bekanntheit erlangte. 1897 kam das Haus an Heinrich Philips, in dem um die Jahrhundertwende dann der Schneidermeister Th. Woltering ein „Herren-Confections-Geschäft“ führte. Es folgte ein Tabakladen. 1920 wurde in der Rathausstraße 9 das heute noch bestehende Baugeschäft Voorwold gegründet. Gegen den beabsichtigten Abbruch erhob die 1973 gegründete Bürgerinitiative „Altstadtsanierung Leer“ erfolgreich Widerspruch, und das Gebäude wurde als eines der ersten Häuser der Altstadt in Eigenregie der Stadt saniert. Der Giebel zur Straße wurde gesichert und instandgesetzt, der hintere Teil des Gebäudes und rückseitig angebaute Nebengebäude wurden abgebrochen und mit historisierenden Giebeln neu aufgebaut. Als Teil der Gruppe „Altstadt/ Rathausstraße“ ist das Bürgerhaus an der Rathausstraße 9 von geschichtlicher Bedeutung im Rahmen der Orts-, Siedlungs- und Stadtbaugeschichte. Als Geburtshaus der Schriftstellerin Wilhelmine Siefkes kommt dem Haus zudem eine personengeschichtliche Bedeutung zu. Das Haus wurde als eines der ersten in der Altstadt objektbezogen saniert und historisierend neu aufgebaut und ist damit ein Zeugnis der frühen Stadtsanierung der 1970er Jahre. Die östliche Giebelfassade bildet den Blickpunkt aus dem Wilhelminengang und prägt das Straßenbild. Das Haus trägt als Bestandteil der Gruppe „Altstadt/ Rathausstraße“ zur geschlossenen, historischen Bebauung an der Rathausstraße bei und hat somit eine städtebauliche Bedeutung. Aus diesen Gründen besteht ein öffentliches Erhaltungsinteresse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61540290 | Altstadt (Baukomplex)
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

