Einfriedung
- Landkreis
- Hildesheim
- Gemeinde
- Schellerten
- Gemarkung
- Schellerten
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Schellerten
- Adresse
- Dorfstraße 36
- Objekttyp
- Einfriedung
- Baujahr
- 1907
- Denkmalstatus
- Teil einer Gruppe baulicher Anlagen (gemäß § 3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- geschichtlich, städtebaulich
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 53502868
- Objekt-Nr.
- 189
- Fachbereich
- Bau und Kunst
- Beschreibung
- Eine ca. 2,3 m hohe Backsteinmauer friedet die in etwa dreieckig geformte Grundstücksfläche südöstlich, westlich und nördlich ein. Im Bereich der sich platzartig öffnenden, südlichen Flanke des Grundstücks befindet sich die Toranlage, ein in Werksteinquadermauerwerk ausgeführtes Bauwerk, das sich als tympanonartige Supraporte, bekrönt von Kreuz und Sturz mit Kleeblatt-Zierfries, von der schlichten Backsteinmauer abhebt. Die Ausrichtung des Portals ist mittig; über der rechteckigen Türöffnung mit zweiflügeliger Holztür, mit markanten Eisen-Beschlägen versehen, ist im Tympanonfeld im Sandsteinrelief mit schlichter Rahmung nach außen (Süden) gerichtet die Inschrift mit Nennung des Datums und Bauherrenpaars: „Erbaut An. Dn. 1907“, nach innen (Norden), z.T. leicht verwittert: „Pastor Adolf Loning Adel(e) geb. Künnemann“ zu erkennen. Laut Pastorenliste war Maximilian Franz Adolf Loning Pastor von 1894 bis 1927. Womöglich hat es im Zusammenhang mit dem Portal weitere Annexbauten, wie z.B. einen Pavillon gegeben. Darauf deutet eine erhöhte Plattform im Anschluss an das Portal mit kleinem Treppenaufgang in der Südwestecke des Grundstücks hin, ebenfalls in Werksteinmauerwerk. Gleich an zwei Stellen, links und rechts der Portalinnenseite, wurde etwas über Bodenniveau ein Stein mit den Initialen A.L. und der Datierungsinschrift 1907 eingelassen. Das Portal bildet den südlichen Abschluss des Pfarrhofgrundstückes. Es nimmt eine zentrale Position ein und unterstreicht die räumliche und funktionale Geschlossenheit des Anwesens in direkter Sichtbeziehung zu nördlichen Kirchhofspforte, die auf das Nordportal der Kirche zuführt.
- Denkmalbegründung
- Nach einer ähnlich prominent platzierten und aufwändig ausgeführten Toranlage zur Einfassung eines als Pfarrhof genutzten Anwesens sucht man regional und überregional vergeblich. Daher kommt ihr ein Seltenheitswert zu, der, zusammen mit ihren bau- und sozialgeschichtlichen Schauwerten, die historische Bedeutung ausmacht: Die inschriftlich geäußerte Urheberschaft des seinerzeit 1907 amtierenden Pastors zeugt von dem durchaus selbstbewussten Auftreten eines Geistlichen, welcher sich als Erbauer namentlich auszeichnete und seine damit verbundenen Geschicke für die Gemeinde öffentlich inszenierte. Obschon es sich um eine historisierende Formsprache handelt und gestalterisch an der Neugotik orientierte Elemente zur Verwendung kamen, steht das Portal im gefälligen Einklang mit der Gesamtanlage und kann daher als ihr integraler Bestandteil betrachtet werden. Die besondere räumliche Setzung als Abschluss des Pfarrhofensembles und Zugang zu demselben einerseits und die Vermittlung zum Straßenraum mit Scharnierfunktion zur historischen Kirchhofgruppe andererseits begründet einen hohen, straßenbildprägenden städtebaulichen Stellenwert des Objektes innerhalb der wirkungsvollen Gesamtinszenierung der Denkmalgruppe. Aufgrund dieser vielschichtigen Bedeutungsebenen wird der Einfriedung im Zusammenhang mit dem Pfarrhof und der dazu in Sicht- und Funktionsbeziehung stehenden Kirchengruppe eine geschichtliche und städtebauliche Bedeutung zuteil. An ihrer Erhaltung besteht demzufolge ein öffentliches Interesse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- ADABweb
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