Pastors Hus
- Landkreis
- Diepholz
- Samtgemeinde
- Bruchhausen-Vilsen [Sg]
- Gemeinde
- Martfeld
- Gemarkung
- Martfeld
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Martfeld
- Adresse
- Kirchstraße 11
- Objekttyp
- Pfarrhaus
- Baujahr
- 1535
- bis
- 2022
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- geschichtlich
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 52691498
- Objekt-Nr.
- 79
- Fachbereich
- Bau und Kunst
- Beschreibung
- Giebelständiger eingeschossiger Fachwerkbau mit Lehm-Stroh-Ausfachung auf Staken. Mit ziegelgedecktem Satteldach, dieses giebelseitig vorkragend über geschwungenen und geschnitzten Knaggen, Verzierung mit Taubändern. Große unregelmäßige Gefache. Errichtet 1535 (d und i) als Pfarrhaus des ersten reformatorischen Pfarrers von Martfeld im östlichen Bereich des Pfarrgartens (Eichenweg 2), nach 1538 als Pfarrwitwen-Wohnhaus genutzt, hierfür baulich mit Kübbungen erweitert und bis 1791 (d und i) schließlich eingehaust in ein größeres Wohn-/Wirtschaftsgebäude. 2020 wurde das Haus des 18. Jahrhunderts abgetragen, das frühneuzeitliche Pfarrhaus wieder freigelegt und an den heutigen Standort an der Kirchstraße 11 verrollt. Am neuen Standort auf einem Feldsteinfundament, das teilweise ebenfalls vom alten Standort stammt, bis März 2022 wieder errichtet, dabei Beibehaltung von großen Teilen der ursprünglichen Konstruktion inklusive der Deckenbohlen oberhalb des Innenraums und Teilen der originalen Stroh-Lehm-Ausfachung; Ergänzung verlorengegangener Substanz durch dem Original nachgebildete Teile. Firstpfannen in Kalkmörtel verlegt, Giebelverbretterung mit aus dem Stamm geschnitten großen Bohlen, Rekonstruktion des Herdrähms über Zapfenlöcher und der Herdstelle über den entsprechenden Lehm-Stampf-Boden am alten Standort; neues Lehm-Stroh-Gemisch mit 10 Prozent Kuhfladen zur Konservierung versetzt; darauf ein abschließender Lehmputz. Türen und Fenster nach alten Vorbildern ergänzt; Fußboden aus Weser-Sandstein-Platten. Die Inschrift im bauzeitlichen Giebelbalken lautet: „ANNO D[OMI]NI 153V“: „Im Jahre des Herrn 1535“. Heute genutzt als Museum zur Reformationsgeschichte.
- Denkmalbegründung
- Das Martfelder Pastorenhaus von 1535 wurde als Einraumhaus für die Familie des ersten lutherischen Pastors Otto Homfeld errichtet und nach dessen Tod 1538 als Pfarrwitwenhaus genutzt. Das mehrfach baulich erweiterte frühneuzeitliche Wohnhaus wurde bereits ab dem 17. Jahrhundert zu einem Niederdeutschen Hallenhaus erweitert und spätestens ab 1791 wurde das „Pastors Hus“ nur noch als „Haus im Haus“ genutzt. Sowohl die Errichtung des Baus als auch seine endgültige Einhausung im späten 18. Jahrhundert sind dendrochronologisch belegbar. Zwar wurde das Gebäude nach der Freilegung 2020 vom Eichenweg in die benachbarte Kirchstraße transloziert, wobei der originale Zusammenhang zum Standort im ehemaligen Pfarrgarten und natürlich auch weitere Teile der Originalsubstanz verloren gingen, dennoch besitzt das Gebäude aufgrund des hohen Alters des Gefüges und seiner besonderen Geschichte Seltenheitswert, handelt es sich doch um einen der ältesten erhaltenen Profanbauten im Landkreis Diepholz. „Pastors Hus“ steht nun schräg gegenüber der jüngeren Kirche und in unmittelbarer Nachbarschaft zu den jüngeren Pfarrbauten und vermittelt somit in einer Art musealem Kontext auch ein Stück Reformationsgeschichte im ländlichen Raum. Die Erhaltung des Bauwerks liegt aufgrund seiner orts-, bau- und kunstgeschichtlichen Bedeutung, zudem wegen des Schauwerts als ein für die Region charakteristischer Bautypus des 16. Jahrhunderts und als Zeugniswert in volks- und heimatkundlicher Hinsicht, insbesondere auch für Martfeld, im öffentlichen Interesse.
- Weiterführende Links
- Verrollung des "Pastors Hus"
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- ADABweb
- ADABweb

