Hof Feye
- Landkreis
- Osnabrück
- Samtgemeinde
- Fürstenau
- Gemeinde
- Bippen
- Gemarkung
- Lonnerbecke
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Lonnerbecke
- Adresse
- Alte Bundesstraße 5
- Objekttyp
- Heuerhaus
- Baujahr
- 1784
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 4f067739-5784-406b-b964-ab09bff78bd4
- System-ID
- #61735865
- ADABweb-ID
- 45781834
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Das abseits der Straße, alleinstehende Doppelheuerhaus besteht aus zwei spiegelbildlich zusammengebauten Hallenhaushälften, Dreiständerbau, Fachwerkbauweise mit Ziegelausmauerung, teils mit Lehmstakung, Giebel jeweils einmal ganz flach vorspringend, Satteldach, errichtet 1784 (i).
- Denkmalbegründung
- Das Heuerhaus liegt im Südwesten der Gemarkung Lonnerbecke, einer kleinen, mittelalterlichen Rodungssiedlung um den Lonner Mühlenbach/Buschbach im hügeligen Waldgebiet der Vechteler Mark. Ursprünglich gehörte Lonnerbecke zur Bauerschaft Vechtel und wurde erst 1808/1821 als eigene Bauerschaft abgetrennt. Das Zentrum der Siedlung bilden eine lockere Baugruppe von vier Vollerben und zwei Markköttern um den Bachlauf. Hierzu gehört auch die Hofanlage Feye, dem das Heuerhaus zuzuordnen ist. Somit ist das Heuerhaus innerhalb der Siedlungsgeschichte und -struktur von Lonnerbecke ein wichtiger Bestandteil. Im Osten der Gemarkung befindet sich am Wohnplatz Sültemühle ein weiterer Vollerbenhof sowie westlich seit 1408 der Stammsitz der Herren von Lonne. Entlang des Bauerschaftsweges zwischen Gutsbezirk im Westen und Siedlungsschwerpunkt inmitten der Gemarkung - an welchem auch das Heuerhaus liegt - wurden um 1900 zahlreiche neue Gebäude errichtet. Die Struktur der kleinen Siedlung ist aber weitgehend erhalten geblieben. Während die wenigen älteren Gebäude - meist aus den Jahrzehnten vor und um 1800 - stärker verändert sind, ist das Heuerhaus eines der wenigen Gebäude, die authentisch überliefert sind. Als typischer Dreiständerbau zeigt sich hier ein für die Region sehr seltener Konstruktionstypus, was die Bedeutung für die Baugeschichte und den Seltenheitswert des Gebäudes begründet. Der sozialgeschichtliche Aspekt erschließt sich durch die Zugehörigkeit zum Hof Feye, denn die sogenannten Heuerleute waren Landarbeiter, häufig auch Söhne des Bauern, die den Geschwistern das Hoferbe überlassen mussten. Sie bekamen gegen Abgaben und Arbeitsleistung für den Bauern neben einem Wohnsitz auch ein Stück Land zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Das sogenannte Heuerlingswesen entwickelte sich im 17. Jahrhundert und fand nach dem Zweiten Weltkrieg - in den 1960er Jahren - sein Ende. An der Erhaltung des Heuerhauses besteht daher aufgrund der geschichtlichen Bedeutung für die Bau-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und aufgrund der wissenschaftlichen Bedeutung mit Seltenheitswert ein öffentliches Interesse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
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