Georgskapelle Listringen
- Landkreis
- Hildesheim
- Samtgemeinde
- Bad Salzdetfurth, Stadt
- Gemeinde
- Listringen
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Listringen
- Adresse
- Listringer Dorfstraße 6
- Objekttyp
- Kapelle (Bauwerk)
- Baujahr
- 1804
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 4e4589c9-d576-4666-9c25-4e52dada2a93
- System-ID
- #61476625
- ADABweb-ID
- 34474009
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Saalkirche aus verputztem Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung unter Satteldach, im Westen verschieferter Dachreiter, achtseitig und bekrönt mit Kugel und Wetterhahn. Am Westportal Erbauungsinschrift (Graf von Wallmoden-Gimborn 1804), Giebelfläche ziegelbehangen. Je drei flachbogige, von Sandstein eingefasste Fenster an den Längsseiten. Portal am Chor mit Versinschrift und erneuter Datierungsinschrift 1804. Im Inneren befindet sich u.a. ein Taufstein des Jahres 1589 aus dem Vorgängerbau.
- Denkmalbegründung
- Die Georgskapelle in Listringen wurde 1804 von Ludwig Graf von Wallmoden-Gimborn, Patron der Heinder Kirche, an der Stelle des Vorgängerbaus aus dem Jahr 1450 errichtet (i). Kirchenpolitisch heute zum Kirchspiel Heinde gehörend, war sie Gottesdienstraum der Bauerngemeinde von Listringen, wohingegen in die Heinder Kirche die Gutsgemeinde eingepfarrt war, was die gutsherrlichen Verwaltungsstrukturen erkennbar werden ließ. Die Listringer Georgskapelle ist geschichtlich bedeutsam, da sie unmittelbar nachdem der zum Hochstift Hildesheim gehörende Ort Listringen wie auch Heinde im Jahr 1803 unter preußische Herrschaft fielen, gebaut wurde. Als ehemaliges Junkerndorf der Grafen von Wallmoden mit Patrimonialgericht, welches ab 1523 unter welfischer Landesherrschaft stand, ist der Kapellenbau durchaus als politisches Bekenntnis der Familie v. Wallmoden zu verstehen. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Ortschaft rund 200 Einwohner, der Vorgängerbau mag einem gestiegenen Bedarf an Plätzen nicht mehr stattgehalten haben. Heinde-Listringen verblieb 1815-1866 in dem Amt Marienburg (bzw. 1844-1852 Amt Hildesheim) im Königreich Hannover, dessen Struktur auch nach der preußischen Annexion fortbestand bis zum Jahr 1885, als man den neuen Landkreis Marienburg schuf, der 1974 mit der Eingemeindung in die Stadt Bad Salzdetfurth in den heutigen Landkreis Hildesheim aufging. In ihrer qualitätvollen Ausführung hat sie beispielhafte Schauwerte für die Bau- und Kunstgeschichte. Aufgrund ihrer ortsmittigen, exponierten Lage an der Listringer Dorfstraße ist sie straßenbildprägend und von entscheidendem Einfluss auf das räumliche Gepräge der Ortsmitte, weshalb sie städtebaulich wirksam ist. Ihre Erhaltung liegt daher im öffentlichen Interesse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

