Häusergruppe Friesenstraße
- Landkreis
- Leer
- Samtgemeinde
- Leer (Ostfriesland), Stadt
- Gemeinde
- Leer
- Objekttyp
- Häusergruppe
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 4a462692-953a-4e00-a29c-7254ff4dd9da
- System-ID
- #61540294
- ADABweb-ID
- 35649471
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Gruppe trauf- und giebelständiger, überwiegend eingeschossiger Wohnhäuser aus dem Ende des 19. Jahrhunderts zu beiden Seiten der Friesenstraße zwischen der Arend-Smid-Straße und der Jahnstraße. Vorrangig Backsteinbauten mit hell angesetzten Fassadengliederungselementen und teilweise aufwändig verzierten Fensterverdachungen und Ortgangzier.
- Denkmalbegründung
- Im Verlauf des 19. Jahrhunderts und insbesondere nach dem Anschluss an die Hannoversche Westbahn 1854 war Leer durch die Industrialisierung geprägt. Die Stadt entwickelte sich nach Osten zum Bahnhof, und die Mühlenstraße wurde zur Hauptgeschäftsstraße. Als Stadterweiterung entstanden nördlich der Mühlenstraße in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts neue Straßenzüge in einem regelmäßigen Raster und wurden sukzessive bebaut, vorrangig mit Wohnhäusern im letzten Drittel des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. In diesem städtebaulichen Kontext entstand auch die Friesenstraße. Nur wenige Straßenzüge in Leer haben ein entsprechend geschlossenes Straßenbild der Jahrhundertwende erhalten. Die Häuser weisen durch meist stuckverzierte Backstein- oder teils auch vollständig verputze Fassaden Varianten späthistoristischer Gestaltungen auf, die eine Tendenz zur Vereinfachung zeigen. Vorrangig wurden zwei Gebäudetypen errichtet: Das eingeschossige, giebelständige Wohnhaus mit Drempel sowie ein Wohnhaustyp, der sich oft aus einem eingeschossigen, traufständigen Bau mit seitlichem vorgezogenem, teilweise zweigeschossigem giebelständigem Gebäudeteil zusammensetzt. Im Adressbuch der Stadt Leer von 1855 wurde der Straßenzug zwischen Heisfelder Straße und Bergmannstraße als Middelburg und 1864 als Middelbörgsweg bezeichnet. Im Adressbuch von 1870 wurde als Straßenname erstmals Wilhelmstraße angegeben, nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Benennung als Friesenstraße. Der Straßenzug zwischen der Arend-Smid-Straße und der Jahnstraße verläuft in West-Ost-Ausrichtung und wird beidseitig von trauf- und giebelständigen Backsteinbauten, seltener Putzbauten flankiert. Ein erhöhter repräsentativer Anspruch bei der Gestaltung der Schaufassaden zeigt sich mit hell abgesetzten profilierten Gesimsbändern, Ortgangzier, Fensterrahmungen und teilweise sehr aufwändig verzierten Verdachungen. Die Fahrbahn wurde erneuert, beidseitig sind Baumreihen teilweise erhalten. Der mittige Bereich des Straßenzuges Friesenstraße stellt eine beispielhafte Wohnhausbebauung des späten 19. Jahrhunderts im Zuge der Stadterweiterung Leers nördlich der Mühlenstraße dar. Die geschlossene, historische Bebauung mit den beidseitig erhaltenen Wohnhäusern vermittelt anschaulich das regionaltypische Straßenbild einer kleinstädtischen Wohnstraße um die Jahrhundertwende. An der Erhaltung der Gruppe baulicher Anlagen „Häusergruppe Friesenstraße“ besteht aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung aufgrund des Zeugnis- und Schauwertes durch die beispielhafte Typenausprägung, aufgrund ihres wissenschaftlichen Beispielwertes sowie aufgrund ihrer städtebaulichen Bedeutung ein öffentliches Interesse.
- Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
- 61540567 | Wohnhaus | Friesenstraße 39
61540569 | Wohnhaus | Friesenstraße 43
61540570 | Wohnhaus | Friesenstraße 45
61540568 | Wohnhaus | Friesenstraße 41
61540564 | Wohnhaus | Friesenstraße 60
61540565 | Wohnhaus | Friesenstraße 58
61540563 | Wohn-/Geschäftshaus | Friesenstraße 37
61540566 | Wohnhaus | Friesenstraße 56
61540571 | Wohn-/Geschäftshaus | Friesenstraße 47
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

