Euzenbergturm, Euzenbergkreuz
- Landkreis
- Göttingen
- Samtgemeinde
- Duderstadt, Stadt
- Gemeinde
- Westerode
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Westerode
- Objekttyp
- Kreuz
- Baujahr
- 1926
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 45c659f4-b238-4d0b-8ebf-1f252dfcac4c
- System-ID
- #61510470
- ADABweb-ID
- 35203074
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Euzenbergturm (auch Euzenbergwarte, Euzenbergkreuz, Christ-König-Kreuz), errichtet 1926 als weithin sichtbares Hochkreuz und Aussichtturm in Betonkonstruktion und Form einer gotischen Fiale. Der gut 23 Meter hohe, spitz zulaufende und mastartige Turm in Eisenbetonkonstruktion wird bekrönt durch ein gedoppeltes Papstkreuz aus Kupferblech sowie Kugel, Christkronen und Stern womit insgesamt die Anmutung einer monumentalen gotischen Fiale vermittelt, die an zeitgenössische expressionistische Bauformen erinnert. Unten öffnet sich der Turm durch vier Pforten, sodass er auf vier abgeschrägten Eckpfeilern ruht. Etwa auf halber Höhe befindet sich ein 2001 erneuerter schmaler Aussichts-Umgang, der von einer angesetzten Außenwendeltreppe (ebenfalls von 2001) erschlossen wird. Bis 1980 erfolgte die Erschließung des Umgangs über eine Eisenleiter im schachtartigen Turminneren, die über der vergitterten Einstiegsluke erhalten ist. Über einem der Eingänge befindet sich die Bautafel mit Inschrift („GESTIFTET 1926 / B. LEINEWEBER BERLIN / AUSGEFÜHRT / F. BORCHARD DUDERSTADT“). Die ursprüngliche Bezeichnungstafel für den Turm „Christ-König“ ist nicht erhalten. Sie wurde in den 1970er Jahren ersetzt durch Inschriftentafeln mit Weltkugel-Symbol (als Spätwerke des Duderstädter Künstlers Herbert Blaschke) auf den vier Turmseiten: „CHRISTUS VINCIT“, „CHRISTUS REGNAT“, „CHRISTUS IMPERAT“ UND „CHRISTUS UNIAT“ (Christus siegt, Christus regiert, Christus herrscht, Christus eint). Die ersten drei Tafeln bezeichnen die Christkönigsrufe und beziehen sich auf das 1925 von der katholischen Kirche eingeführte Christkönigfest. Die vierte Schrifttafel („CHRISTUS UNIAT“) bezieht sich auf die das Eichsfeld von 1949 bis 1989 prägende Deutsche Teilung.
- Denkmalbegründung
- Das Hochkreuz wurde 1926 an der Stelle eines ehemaligen, mittelalterlichen Wartturms auf dem Euzenberg als „Wahrzeichen für das Eichsfeld“ (Bauantrag) sowie als Symbol des katholischen Eichsfeldes errichtetet. Die Einweihung nahm am 31. Oktober 1926 (Christkönigsfest) der Bischöfliche Kommissarius Propst Josef Stübe aus Duderstadt vor, der im Anschluss ein Telegramm aus Rom vorlas und im Auftrag des Papstes den Apostolischen Segen erteilte. Das Grundstück schenkte die politische Gemeinde Westerode an die Kirchengemeinde Westerode. Das Bauwerk selbst stiftete der aus dem nahe gelegenen Ort Nesselröden stammende Berliner Textilgroßkaufmann Bernward Leineweber (1861-1927). Den Entwurf lieferte Architekt Franz Borchard junior aus Nesselröden/Duderstadt unter Beteiligung seines Vaters Maurermeister Franz Borchard senior und mit Entwurfsberatung durch Provinzialkonservator Heinrich Siebern aus Hannover. Die Ausführung besorgte die Beton- und Eisenbetonbaufirma Gerdum & Breuer aus Kassel. 1966, 1977/78 und 2001 (zum 75. Jahrestag der Errichtung) gab es umfassende Restaurierungen. Der als Landmarke weithin sichtbare Euzenbergturm ist traditioneller Zielpunkt kirchlicher Prozessionen und gilt als ein Wahrzeichen des Untereichsfeldes. Die Erhaltung des Euzenbergturms als Baudenkmal ist im Sinne des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes von öffentlichem Interesse wegen seiner geschichtlichen Bedeutung (im Rahmen der Orts- und Landesgeschichte aufgrund des Zeugnis- und Schauwertes für die Kultur- und Geistesgeschichte, die Bau- und Kunstgeschichte durch beispielhafte Ausprägung eines Gebäudetyps und Stils sowie als Werk eines lokal bekannten Architekten und auch für die Geschichte der Kulturlandschaft) und von künstlerischer Bedeutung (wegen überregional nicht alltäglicher künstlerischer Gestaltwerte) sowie von städtebaulicher Bedeutung (wegen prägendem Einfluss auf das Landschaftsbild) mit schließlich hohem Identifikations- und Symbolwert.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

