Altes Rathaus - Westflügel
- Landkreis
- Region Hannover
- Samtgemeinde
- Hannover, Landeshauptstadt
- Gemeinde
- Hannover
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Mitte
- Adresse
- Köbelingerstraße 2 , 4
- Objekttyp
- Rathaus
- Baujahr
- 1845 - 1848
- Personen
- Andreae, August Heinrich (Architekt (m/w/d))
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 3a616358-219d-4a91-ac0d-2f9908fa96cb
- System-ID
- #61280064
- ADABweb-ID
- 30739368
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Der Westflügel des Alten Rathauses ist als viergeschossiger Massivbau mit geradem Dachabschluss blockhaft zwischen die gotischen und neugotischen Giebelfassaden der Köbelingerstraße eingefügt und vereinigt mit den Arkadenmotiven der Werksteinuntergeschosse und der flächenhaften Wandbildung in dem aus Ziegeln aufgemauerten zweiten und dritten Obergeschoss Anregungen aus der oberitalienischen Palastarchitektur. Die von hier aus zugängliche und etwas früher entstandene viergeschossige Backsteinfassade des Gefangenenhausflügels im Innenhof führt mit ihrem geschossteilenden Terrakottafries und den zweigeschossigen Blendarkaturen zwei in der Folgezeit viel benutzte Motive in die Architektur der hannoverschen Bauschule ein.
- Denkmalbegründung
- Der Westflügel des Alten Rathauses, wegen seiner Ähnlichkeit mit der oberitalienischen Palazzo-Architektur auch "Dogenpalast" genannt, wurde 1845-48 vom Stadtbaumeister August Heinrich Andreae für das Stadtgericht erbaut und ersetzte den 1844 abgerissenen Apothekenflügel, der 1565-67 an der Köbelingerstraße mit zwei massiven und zwei Fachwerkgeschossen errichtet worden war. Bereits 1839 hatte Andreae den Gefangenenhausflügel mit seiner zum Innenhof ausgerichteten Backsteinfassade entworfen. Als ältester Profanbau der Stadt Hannover ist das Alte Rathaus samt seiner Ergänzungs- und Umbauten sowie der Restaurierungen durch Conrad Wilhelm Hase und erneut nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs sowohl von Bedeutung für die Ortsgeschichte als auch für die Siedlungs- und Stadtbaugeschichte. Mit seiner aufwendigen Fassadengestaltung, den Staffelgiebeln, Fialen, Erkern und dem Terrakottaschmuck sind die ältesten und zeitgleich mit der Marktkirche errichteten Bauteile die südlichsten Bauten der norddeutschen Backsteingotik. Die Ergänzungen und Restaurierungen des 19. Jahrhunderts durch August Heinrich Andreae und Conrad Wilhelm Hase sind beispielhaft für die Architektur der Hannoverschen Schule. Aufgrund dieser herausragenden Gestaltwerte und seiner Bedeutung für die Bau- und Kunstgeschichte liegt die Erhaltung der Vierflügelanlage des Alten Rathauses im öffentlichen Interesse. Neben seiner geschichtlichen und künstlerischen Bedeutung ist es wegen seines prägenden Einflusses auf das Ortsbild und auf das räumliche Gefüge des Marktplatzes zudem von städtebaulicher Bedeutung.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61261281 | Siedlungskern (Ortskern)
- Literatur
-
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

