Kandelaber auf dem Theaterplatz
- Landkreis
- Göttingen
- Samtgemeinde
- Göttingen, Stadt
- Gemeinde
- Göttingen
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Göttingen
- Adresse
- Theaterplatz
- Objekttyp
- Kandelaber
- Baujahr
- um 1890
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 36a5e242-2a18-4b7e-b233-da9973269f73
- System-ID
- #61755852
- ADABweb-ID
- 49498834
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Gusseiserner, fünfarmiger Kandelaber, errichtet um 1890 als Straßenleuchte und repräsentativer Mittelpunkt des Theaterplatzes. Der reich verzierte Kandelaber steht im Zentrum eines leicht erhöhten Beet-Rondells auf einem quadratischen Sockel, der in ein Achteck überführt, beides aus Sandstein. Der Kandelaber selbst besteht aus vier unterschiedlich gestalteten Ebenen: Auf einem hohen achteckigen Sockel (an dem sich eine „Tangerhütte“-Herstellerplakette befindet) folgen ein breiter Rundbaluster mit aufgelegten Akanthusblättern und mehreren Schaftprofilen, auf denen dann der schlanke, aber relativ kurze eigentliche Laternenschaft mit Kannelierungen steht. Darauf sitzen dann vier verzierte, auskragende Seitenarme mit je einer Rundlaterne, aus deren Mitte durch einen Zusatzbaluster erhöht die fünfte Laterne emporwächst. Die Entstehungsgeschichte ist im Zusammenhang mit der in den 1880er-Jahren erfolgten Platzneuanlage für Gymnasium und Theater außerhalb des Stadtwalls an der Stelle des ehemaligen Pulvermagazin-Areals zu sehen, wozu auch der Durchbruch des Stadtwalls 1882 mit Neuanlage der Theaterstraße zählt, in dessen östlicher Sichtachse der Kandelaber platziert wurde. Die eigentliche Planungs- und Baugeschichte des laut Hersteller-Plakette in den „Eisenwerken Tangerhütte“ angefertigten Prachtkandelabers ist noch nicht wissenschaftlich erforscht. Wegen nicht bekannter identischer Vergleichsbeispiele ist eine Spezial- und Sonderanfertigung für Göttingen denkbar. Das älteste bekannte Foto ist eine 1904 gelaufene Ansichtskarte. 1986 erfolgte eine Elektrifizierung des vormaligen Gaslichtbetriebs sowie Restaurierung des Kandelabers mit Zerlegung in seine 325 Einzelteile.
- Denkmalbegründung
- An der Erhaltung des Kandelabers auf dem Theaterplatz besteht ein öffentliches Interesse wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung. Die ortsgeschichtliche Bedeutung besteht aufgrund des Zeugnis- und Schauwertes für die Stadtbaugeschichte (Anlage und Gestaltung des Theaterplatzes nach dem Walldurchbruch) mit Errichtung eines zentralen Prachtkandelabers in beispielhafter Ausprägung als besonders aufwändiger Straßenleuchtentypus. Die künstlerische Bedeutung besteht in den überregional nicht alltäglichen künstlerisch-handwerklichen Gestaltwerten des von den Eisenwerken Tangerhütte hergestellten Objekts. Die städtebauliche Bedeutung beruht auf dem prägenden Einfluss auf das Straßen- bzw. Platzbild des Theaterplatzes. Das umgebende Blumenrondell von rund 14,50 m Durchmesser mit Kantensteinen ist, wie auch der Theaterplatz selber, mehrfach erneuert worden und nicht substanzieller Gegenstand des Denkmalschutz-Umfangs.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

