Villa Levin
- Landkreis
- Göttingen
- Gemeinde
- Göttingen, Stadt
- Gemarkung
- Göttingen
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Göttingen
- Adresse
- Merkelstraße 4
- Objekttyp
- Villa
- Baujahr
- 1899
- bis
- 1901
- Personen
- Dinklage, August Georg
Grisebach, Hans
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- geschichtlich, künstlerisch, städtebaulich
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 35871898
- Objekt-Nr.
- 383
- Fachbereich
- Bau und Kunst
- Beschreibung
- Auf einem hohen Sockelgeschoss ruhende Baugruppe von zwei Hauptgeschossen mit Natursteinfassaden im historisierend-malerischen Renaissance-Burgenstil des 16. Jahrhunderts, mit Terrassen, Loggien, Erkern, hohen Schieferdächern, Ziergiebeln und einem "Bergfried", der mit einem Umgang als Aussichtsturm versehen ist, von dem aus sich ein herrschaftlicher Blick über die Stadt und das Leinetal ergibt. Erbaut 1899-1901 für den Wollwarenfabrikanten Ferdinand Levin und seine Frau Marie nach Entwürfen des aus Göttingen stammenden Architekten Hans Griesebach (im Architekturbüro Grisebach & Dinklage, Berlin) als größte Göttinger Villa. In den reich gestalteten Fassaden befinden sich auch Schmuckreliefs, die auf den Bauherrn Levin hinweisen (Webstuhl- und Widdermotiv) oder einen Bezug zu Göttingen haben (Altes Rathaus). Der reiche und teilweise bedeutungsvolle Bauschmuck setzt sich im Inneren fort. Um eine repräsentative hohe Eingangshalle mit Treppenhaus sind zahlreiche Räume angeordnet, in denen die umfangreiche bauzeitliche, wandfeste Ausstattung (Grundrisse, Decken, Parkettböden, Türen, Wandverkleidungen, Wandschränke, Treppen usw.) erhalten ist. In den 1930er Jahren erwarb die Stadt Göttingen die bereits fremd genutzte Villa von der Familie Levin und vermietete sie in der Folge weiter vor allem an Professoren der Universität. Unter diesen Mietern war 1921-1933 der Physik-Nobelpreisträger James Franck (1925), dem eine ‚Göttinger Gedenktafel‘ am Haus gewidmet ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg vermietete die Stadt Göttingen das Gebäude 1952 als Wohnheim an die ‚Gesellschaft Internationale Studentenfreunde‘, einen von dem Norweger Olav Brennhovd gegründeten Verein zur Förderung internationaler Studierender. Damals bekam das Haus seinen zwischenzeitlichen Namen ‚Fridtjof-Nansen-Haus‘, nach dem norwegischen Zoologen Fridtjof Nansen. In diesem Zusammenhang wurden mehrere verfremdende Anbauten vorgenommen.
- Denkmalbegründung
- An der Erhaltung der Villa Levin als Kern der Gesamtanlage besteht ein öffentliches Interesse. Die Villa ist von ortsgeschichtlicher Bedeutung. Es besteht ein Zeugnis- und Schauwert für die Bau- und Kunstgeschichte durch beispielhafte Ausprägung des Villen-Typus im Burgenstil als Werk der Architekten Grisebach & Dinklage, die überregional bedeutend sind. Zeugnis- und Schauwert besteht auch für die Personengeschichte des Bauherren-Ehepaars Ferdinand und Marie Levin aus der örtlich bedeutenden Wollwarenfabrikanten-Familie Levin. Das Villengebäude ist von künstlerischer Bedeutung wegen seiner überregional bedeutenden künstlerischen und handwerklichen Gestaltwerte. Schließlich liegt auch eine städtebauliche Bedeutung vor, da die Villa mit dem Turm einen prägenden Einfluss auf das Ortsbild von Göttingens Ostviertel und das Straßenbild der Merkelstraße ausübt.
- Literatur
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- Weiterführende Links
- Denkmaltopographie Stadt Göttingen: Objektbeschreibung
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- ADABweb
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