Villa Weber
- Landkreis
- Osnabrück
- Gemeinde
- Bad Rothenfelde
- Gemarkung
- Bad Rothenfelde
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Bad Rothenfelde
- Adresse
- Osnabrücker Straße 15
- Objekttyp
- Wohnhaus
- Baujahr
- 1890
- bis
- 1905
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- geschichtlich, künstlerisch, städtebaulich
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 35467361
- Objekt-Nr.
- 19
- Fachbereich
- Bau und Kunst
- Beschreibung
- Westlich der Osnabrücker Straße gelegenes traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus, massiver Backsteinbau, straßenseitig eine aufwendig gegliederte Straßenfassade als Schaufassade, villenartig im Stil der sogenannten Bäderarchitektur mit übergiebeltem Risalit, portikusähnlichem Eingang und Altan, weiß abgesetzte Putzelemente wie Eckquaderung, Fensterbrüstungen und -einfassungen, Krüppelwalmdach, errichtet wohl 1899 (i) als Logierhaus.
- Denkmalbegründung
- Bad Rothenfelde hat seinen Aufstieg als Soleheilbad mit der 1724 durch die Initiative des Osnabrücker Fürstbischofs Ernst August II. von Hannover entdeckten Salzquellen begonnen, die ein ertragreiches Salzwerk mit zwei Gradierwerken entstehen ließ. Mit der Entdeckung der Heilkraft von Solequellen zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte auch die Entwicklung Bad Rothenfeldes zum Kur- und Badeort ein. Während die Saline immer unrentabler wurde, entwickelte sich der Ort zu einem bedeutenden Solebad, das 1905 die staatliche Anerkennung als Kurort erhielt, ab 1965 als Heilbad. Zahlreiche Fremdenzimmer und –heime sowie Klinikbetriebe entstanden, private Logierhäuser mit Restaurationsbetrieben sowie Wohnhäuser und Villen im Landhausstil als Privathäuser. Das villartige Wohnhaus in der Osnabrücker Straße 15 ist zum einen typisches Beispiel eines solchen Logierhauses aus der Zeit um 1900 und zugleich in der Wahl der Stilelemente repräsentativ für die sogenannten Bäderarchitektur, ein Architekturstil der erstmals 1793 in Heiligendamm mit dem dortigen Kurhaus in der Architekturgeschichte auftrat und verstärkt ab 1880 in den großen Badeorten sowohl an den Küsten als auch im Binnenland für Neubauten gewählt wurde. Besonders bei diesem Baustil ist die Verwendung von Elementen verschiedener Stilepochen. Unverkennbar sind die mehrgeschossigen, villenartigen Gebäude mit bewegten Fassaden, Balkonen und Veranden sowie Erkern mit kleinen Türmchen und Aufbauten als Dachabschluss. Diese Stilemente lassen sich auch straßenseitig bei dem Wohnhaus der Familie Weber erkennen. An der Osnabrücker Straße gelegen, welche erst ab 1843 realisiert wurde und sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zu einer der repräsentativsten Straßen in Bad Rothenfelde entwickelte, ist das Wohnhaus zugleich Zeugnis eines sich im Auschwung befindlichen Bade- und Kurortes. Zusammen mit den anderen Kur- und Salineanlagen vermittelt das Wohnhaus einen wichtigen Aussage- und Zeugniswert für die stadtbau- und architekturgeschichtliche Entwicklung in Bad Rothenfelde. In der Bauaufgabe und -form beispielhaft in der Ausprägung eines villenartigen Wohnhauses mit regional nicht alltäglichen, künstlerischen Gestaltwerten besteht an der Erhaltung des Gebäude insbesondere aus orts- und stadtbaugeschichtlichen, bau- und kunstgeschichtlichen Gründen, aus künstlerischen sowie städtebaulichen Gründen, wegen des prägenden Einflusses auf das Straßenbild, ein öffentliches Interesse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- ADABweb
- ADABweb

