ehem. Seehospiz "Kaiserin Friedrich"
- Landkreis
- Aurich
- Samtgemeinde
- Norderney, Stadt
- Gemeinde
- Norderney
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Norderney
- Objekttyp
- Erholungsheim
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 35171572-a2b7-4355-8ace-252db35eabcd
- System-ID
- #61495291
- ADABweb-ID
- 34634316
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Symmetrisch angelegte und 1884 -86 erbaute Gesamtanlage mit nordsüdlich verlaufender Mittelachse, um die die zwei- bis dreigeschossigen Backstein-Pavillons gruppiert sind. Zentral im Süden der Mittelachse die Hauptverwaltung, nördlich davon der Speisesaal, das Küchengebäude mit Nebenräumen und Dampfkesselanlage sowie als nördlicher Abschluss das Badehaus. Westlich und östlich der Achse je zwei Gruppen von drei Pavillons. Die straßenseitigen Bauten sind durch einen halboffenen Wandelgang miteinander verbunden, der 1891 errichtet und später erweitert wurde. 1895-1900 Anbau einer Chirurgie in der Südostecke sowie Bau eines Direktorenwohnhauses in der Südwestecke des Areals.
- Denkmalbegründung
- Die heutige Seeklinik Norderney wurde von 1884-86 zwischen dem Ortskern von Norderney und dem Nordstrand als Kinderkrankenhaus Seehospiz Kaiserin Friedrich nach einem Vorentwurf von F. Nienburg, der Ausführungsplanung von Ewald Drescher sowie der technischen Planung von Baurat Herzberg aus Berlin errichtet. Der Marburger Mediziner Friedrich Wilhelm Beneke hatte das Grundstück schon 1880 auf Norderney erworben, um ein Seehospiz nach englischen Vorbild zu gründen, in dem die Genesung von Kranken durch einen Aufenthalt im Meeresklima befördert werden sollte. Bereits am 1. Juni 1882 hat das zunächst provisorische Kinder-Seehospiz auf Norderney seinen Betrieb aufgenommen. Die Hälfte der Baukosten für die hier geplante „Große nationale Musteranstalt“ steuerte Kaiser Wilhelm I. bei, durch Spenden und eine Lotterie konnten auch die restlichen Gelder aufgebracht werden. Bis 1900 ist das Krankenhaus um weitere Gebäude erweitert worden. 1947 übernahm die Diakonie die Trägerschaft des Kinderkrankenhauses, unter ihrer Leitung war es eines der über 800 Verschickungsheime, in denen von der Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre chronisch kranke Kinder zu mehrwöchigen Aufenthalten überwiesen wurden. Sie litten dort unter teils drastischen Erziehungsmethoden und traumatischen Erlebnissen, die seit 2019 nach und nach aufgearbeitet werden sollen. Die Gesamtanlage der heutigen Seeklinik Norderney ist mit ihrem zeitgemäßen Pavillonsystem beispielhaft für eine moderne Krankenhausplanung des späten 19. Jahrhunderts und gilt als Muster für weitere Seehospize, die an der Küste der Nord- und Ostsee erbaut worden sind. Es ist nicht nur aufgrund seines geschichtlichen Zeugnis- und Schauwertes bedeutsam, sondern darüber hinaus auch von Bedeutung für die Orts- und Landesgeschichte, für die Bau- und Kunstgeschichte sowie für die Sozialgeschichte. Zudem liegt seine Erhaltung aufgrund seines prägenden Einflusses auf das Straßen- und Ortsbild und seiner damit verbundenen städtebaulichen Bedeutung im öffentlichen Interesse.
- Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
- 61768905 | Pavillon (Bauwerk) | Benekestraße 23
61768917 | Küchengebäude | Benekestraße 17
61768919 | Wandelhalle (Eingangshalle) | Norderney, Stadt - Norderney
61768903 | Pavillon (Bauwerk) | Benekestraße 16
61768918 | Villa | Benekestraße 37
61768907 | Pavillon (Bauwerk) | Benekestraße 21
61768902 | Pavillon (Bauwerk) | Benekestraße 15
61768906 | Pavillon (Bauwerk) | Benekestraße 22
61768915 | Badehaus | Benekestraße 20
61768904 | Pavillon (Bauwerk) | Benekestraße 14
61768927 | Krankenhausgebäude | Benekestraße 27
61768916 | Waschhaus | Benekestraße 19
61500988 | Verwaltungsgebäude | Benekestraße 27
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

