Kuranlage Bad Salzdetfurth
- Landkreis
- Hildesheim
- Samtgemeinde
- Bad Salzdetfurth, Stadt
- Gemeinde
- Bad Salzdetfurth
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Bad Salzdetfurth
- Objekttyp
- Kuranlage (Baukomplex)
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 330bbfd3-c22c-405d-8d2e-b4dc7c0c73dd
- System-ID
- #61473904
- ADABweb-ID
- 34454955
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Kuranlage zwischen Lamme und Salinenstraße, bestehend aus zwei parallel stehenden Gradierwerken mit Pumpenhaus und dem Salinengebäude.
- Denkmalbegründung
- Die Erhaltung der Denkmalgruppe um die Gradierwerke liegt aus geschichtlichen und städtebaulichen Gründen im öffentlichen Interesse. Die schutzbegründende Geschichtsbedeutung besteht im Rahmen der Orts- und Salinengeschichte von Bad Salzdetfurth aufgrund des Schauwertes für die Baugeschichte, auch aufgrund der beispielhaften Ausprägung des Bautyps, der zudem wirtschafts- und technikgeschichtlich zeugnishaft wirkt, sowie der Bedeutung für die Siedlungsgeschichte des Ortes. Städtebauliche Bedeutung besteht wegen des prägenden Einflusses auf das Ortsbild, wobei zwischen den parallel angeordneten Baukörpern auch spannungsreiche Freiflächen und Platzräume geschaffen wurden. In Bad Salzdetfurth wird seit altersher Salz gewonnen, seit Ende des 19. Jahrhunderts im Bergbau. Viel älter ist die Gewinnung der im Ort zu Tage tretenden salzhaltigen Sole, die man in drei offenen Gradierwerken aus der Mitte des 18. Jahrhunderts konzentrierte, ehe sie in die in mehreren Häusern in Pfannen gesiedet wurde, um das feste Salz zu erhalten. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Salzgewinnung geteilt: Die Salzpfännergilde ergänzte zwei Gradierwerke im Norden des Ortes 1910 um einen zweigeschossigen Salinen-Neubau mit großer Pfanne und Verarbeitung. Hinzu kam seit 1857 in Bad Salzdetfurth eine Nutzung der Sole für Heilzwecke, wozu man zunächst ein (1930 abgebrochenes) Gradierwerk in der Ortsmitte nutzte. Der Kurbetrieb bekam ab 1928 einen neuen Mittelpunkt durch das neue Kurmittelhaus (Unterstraße 87), das seither die dort stehenden beiden verbliebenen Gradierwerke zu Kurzwecken mitnutzte: Die herabrieselnde Sole reichert die Luft in der Nähe an, die von Patienten und Gästen eingeatmet wird, was die Atemwege befeuchtet und die Wandungen der Atemorgane positiv beeinflusst. Die Mitnutzung im Kurbetrieb führte zum Umbauten der Gradierwerke mit umgebenden Spazierterrassen und zur Verkürzung des südlichen Gradierwerks (I), das ursprünglich fast doppelt so lang war. Der zwischen den beiden Gradierwerken angeordnete Wirtschaftshof wurde in den 1950er Jahren gärtnerisch angelegt zum neuen Kurpark und in den 1980er Jahren nochmals umgestaltet sowie um offene Kurpavillons ergänzt. Zum historischen Betriebsensemble der Salzgewinnung gehören außer den beiden Gradierwerken das Pumpenhaus von 1749 (i) und das Salinengebäude von 1910 (a).
- Weiterführende Links
- https://www.moeller-support.de/gradierwerk-paar.html
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
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