Lister Turm
- Landkreis
- Region Hannover
- Gemeinde
- Hannover, Stadt
- Gemarkung
- Hannover
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Zoo
- Adresse
- Walderseestraße 100
- Objekttyp
- Gasthaus
- Baujahr
- 1896
- bis
- 1898
- Personen
- Schaedtler, Hermann
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- geschichtlich, künstlerisch, städtebaulich
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 30756458
- Objekt-Nr.
- 408
- Fachbereich
- Bau und Kunst
- Denkmalthema
- Hermann_Schaedtler
- Beschreibung
- Aus verschiedenen Baukörpern zusammengesetzter, zwei- bis dreigeschossiger Massivbau unter ziegelgedeckten Sattel- und Krüppelwalmdächern, mit Gauben und Zwerchhäusern. Hoher Sockel aus Sandsteinquadern, Fassaden verputzt mit abgesetzten Quader-Eckfassungen, die Obergeschosse in Zierfachwerk. Firstüberragender Rundturm aus Backstein an der nördlichen Ecke, auch dieser mit einem Fachwerkobergeschoss und einem hohen ziegelgedeckten Helm mit Gauben. An der Südostseite eine große (heute geschlossene) Terrasse mit zweiläufiger Freitreppe zur Eilenriede. Die Haupterschließung erfolgt über die Südwestfassade mit unmittelbarem Zugang zum großen, mittig gelegenen Saal, der von einer Stuckdecke überwölbt ist. Erbaut 1896-98 nach Entwurf des Architekten Hermann Schaedtler als Gastwirtschaft, Eröffnung der "Waldwirtschaft Listerturm" am 1. Mai 1898. Im Inneren zeitgenössische Ausstattung erhalten.
- Denkmalbegründung
- Der ursprüngliche Lister Turm wurde 1387 im Verlauf der hannoverschen Landwehr zur Bewachung der Eilenriede vor Holzdieben errichtet. Seit 1681 wurde hier ein Getränkeausschank betrieben, Anfang des 19. Jahrhunderts hatte sich bereits ein erstes „Caffeehaus“ etabliert. Der Vorgängerbau des heutigen Gebäudes, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts neu errichtet worden war, wurde 1893 abgetragen und 1896-98 an derselben Stelle ein großer Neubau in Formen des Heimatschutzstils nach Entwurf des hannoverschen Architekten Hermann Schaedtler erbaut. Schaedtler, der ein Schüler von Conrad Wilhelm Hase war, nahm in seinem Entwurf Bezug auf den ehemaligen Landwehrturm an dieser Stelle. Mit dem Bau der Waldwirtschaft begann zugleich der Ausbau der vorderen Eilenriede als gestaltete Erholungsfläche für die hannoversche Bürgerschaft mit Spazier-, Reit- und Radwegen sowie Spielplätzen. Das Gaststättengebäude diente nach dem Zweiten Weltkrieg zwischenzeitlich als Quartier für die Musikhochschule Hannover, seit deren Auszug 1973 befindet sich hierin ein Freizeitheim der Stadt Hannover. Die Erhaltung des Bauwerks liegt aus geschichtlichen Gründen als zeit- und stiltypischer Bau, bedeutsam für die Orts-, Bau- und Kunstgeschichte, als Werk des überregional tätigen Architekten Hermann Schaedtler sowie aus künstlerischen Gründen wegen der nicht alltäglichen Gestaltwerte und der überkommenen Innenausstattung und auch wegen der städtebaulichen Bedeutung als straßen- und ortsbildprägender Bau im öffentlichen Interesse.
- Literatur
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- Weiterführende Links
- Denkmaltopographie Stadt Hannover, Teil1 10.1: Objektbeschreibung
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- ADABweb
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