ehemalige Reichsbank
- Landkreis
- Stadt Emden (kreisfrei)
- Samtgemeinde
- Emden, Stadt
- Gemeinde
- Emden
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Emden
- Adresse
- Schweckendieckplatz 2
- Objekttyp
- Verwaltungsgebäude
- Baujahr
- 1905
- Denkmalstatus
- Teil einer Gruppe baulicher Anlagen (gemäß § 3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 2fe056e7-7c95-4b4a-b2a5-9bfbde19aa43
- System-ID
- #61597091
- ADABweb-ID
- 36361429
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Dreigeschossiger Backsteinbau von 1905 - 1907 unter hohem Walmdach auf Sockelgeschoss. Die fünfachsige Fassade, die im Erdgeschoss durch Sandsteinsäulen – an den Seiten als Doppelsäulen ausgebildet – dominiert wird, besitzt ein aufwändiges Baudekor mit Grotesken an den Säulenbasen und Sandsteinreliefs in den Brüstungsfeldern; zwischen den Säulen mit ionischen Kapitellen liegen große Rundbogenfenster. Hinter der zweiflügeligen Eingangstür in der fünften Achse befindet sich ein Treppenaufgang mit kassettierter Tonnendecke zur ehemaligen Schalterhalle. Die beiden Obergeschosse haben eine flachausgebildete Pilastergliederung, die auf kräftigen Sandsteinkonsolen ruht. In den Brüstungsfeldern Sandsteinreliefs mit Festons, das mittlere zeigt ein Wappenschild mit Reichsadler. Oberhalb des Traufgesims findet sich eine Attikabrüstung mit Balustern, die sich um das ganze Gebäude zieht. Ein Zwerchgiebel oberhalb der Traufe mit Voluten, Reichsadler und Sandsteinbekrönung überfängt die drei mittleren Achsen im Dachgeschoss. Der Giebel ist als Volutengiebel mit Sandsteinbekrönung ausgebildet. An der nördlichen, dreiachsigen Seitenfassade wiederholt sich die Gliederung mit Pilastern und Sandsteinelementen der Hauptfassade in vereinfachter Form, so ist das Gurtgesims weniger kräftig ausgebildet, im Erdgeschoss gibt es nur ein Rundbogenfenster. Auf der rechten Seite schließt sich direkt das Nachbargebäude Nr. 3 an. An der Rückseite ist das Vordergebäude mit einem fünfgeschossigen Hinterhaus verbunden, dieses ist backsteinsichtig mit einer horizontalen Gliederung durch Putzstreifen. Das hohe Walmdach hat an der Südseite einen Steilgiebel.
- Denkmalbegründung
- Durch den Ausbau des Emder Hafens Ende des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Durch die damit verbundene Stadterweiterung auf dem Gelände des Kaiser-Wilhelm-Polders entstand südlich der Altstadt das sog. Behördenviertel mit der zentralen Ringstraße; die Reichsbank bildet den Fluchtpunkt der breitangelegten Straße mit ihrer Mittelpromenade zwischen den Fahrbahnen. Die Ringstraße mündet in den heutigen Schweckendieckplatz, an dem sich vor dem Ersten Weltkrieg führende Unternehmen mit ihren repräsentativen Kontor- und Geschäftshäusern niederließen. Auch das Bankwesen erhielt eine größere Bedeutung, so dass die Reichsbank 1905 - 1907 ein neues Bankgebäude mit einer reich dekorierten Fassade an der Ostseite des Platzes in Hafennähe errichtete. Die Bauleitung übernahm der Königliche Baurat Heyder und die Bauführung der örtliche Architekt Naumann. Errichtet als Filiale der Reichsbank ist das Gebäude bedeutend für die Orts- und Wirtschaftsgeschichte Emdens. An der Erhaltung des heute als Verwaltungsgebäude genutzten Bankgebäudes besteht aufgrund seiner geschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung als beispielhafter Vertreter dieses Gebäudetyps in Emden vor dem Ersten Weltkrieg an platzbildprägender Lage wegen seines Schau- und Zeugniswerts ein öffentliches Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61596871 | Platzanlage
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

