Kurhessenkaserne
Ansicht von Süden (2025)
Ansicht von Osten: Kaserneneinfahrt (2025)
Ansicht von Osten: Kaserneneinfahrt (2025)
PIonierkaserne, Ansicht von Südosten (1915)
Ansicht von Süden (2025)
- Landkreis
- Göttingen
- Samtgemeinde
- Hann. Münden, Stadt
- Gemeinde
- Münden
- Objekttyp
- Kasernenanlage
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 2d91c155-9f6c-4dd2-bfc0-cfc4a3b30b69
- System-ID
- #61606630
- ADABweb-ID
- 36464202
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Großräumige, repräsentativ gestaltete Kasernenanlage des beginnenden 20. Jahrhunderts mit Einfriedungen, Zufahrten und zahlreichen Bauten.
- Denkmalbegründung
- Die Kurhessenkaserne in Hann. Münden in Südniedersachsen wurde in einer ersten Phase zwischen 1900 und 1907 erbaut. Sie begründete die Pioniertradition des Standortes. Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Hann. Münden vermehrt Bestrebungen, die Stadt wieder zu einem Garnisonsstandort werden zu lassen. Zuvor waren bis 1866 militärische Einheiten des Königreichs Hannover im Ort stationiert, zum Teil im damals als Kaserne genutzten Welfenschloss. Man erwartete sich auch wirtschaftliche Vorteile für den Ort, daneben spielten neue nationale Bestrebungen eine entscheidende Rolle, die zudem mit den Aufrüstungsideen des Deutschen Kaiserreichs um die Jahrhundertwende korrespondierten. 1899 kündigte das Preußische Kriegsministerium die Verlegung eines Pionierbataillons in die Stadt an und bereits im Folgejahr wurde der Grundstein für die Kasernenbauten nahe der Fulda auf einem Gelände der Klosterkammer Hannover gelegt. Die Kaserne am Ortsrand von Neumünden wurde nach Entwurf des Kasseler Regierungsbaumeisters Georg Kegel ab 1901 errichtet, er verwendete verschiedene historistische Zitate, so stehen Bauten in neugotischer Formensprache neben solchen der Neorenaissance. Zu den entstandenen Baulichkeiten zählten ein Garnisonslazarett, Hallengebäude, Mannschaftsunterkünfte, ein Offizierskasino sowie ein Landübungsplatz für Pioniere. Die Bauten wurden auf Kosten der Stadt Münden für 3 Millionen Goldmark errichtet und an das Militär vermietet. Nach Fertigstellung der ersten Kasernengebäude 1901 bezog das bis dahin in Mainz-Kastel gelegene Hessische Pionier-Bataillon Nr. 11, das später als Kurhessisches Pionier-Bataillon Nr. 11 bezeichnet wurde, die Anlage – der bis heute übliche Name „Kurhessenkaserne“ geht auf dieses Bataillon zurück. Stationiert waren hier zunächst bis 1920 Pioniere. Durch die Bestimmungen des Versailler Vertrages wurde die deutsche Reichswehr nach 1920 auf ein 100.000-Mann-Heer reduziert – entsprechend bezog 1921 die Hessisch-Nassauische Polizeischule die Kaserne. In der Zeit des Nationalsozialismus kehrte das Militär mit dem Pionierbataillon 9 zurück. Während des Zweiten Weltkriegs wurden in der Kaserne Pioniere für den Fronteinsatz ausgebildet. Während die Kurhessenkaserne in der Nachkriegszeit der Unterkunft für Displaced Persons und Kriegsheimkehrer aus der Sowjetunion (wegen Überfüllung des Lagers Friedland) diente, war von 1955 bis zur deutschen Wiedervereinigung die Bundeswehr hier stationiert. Heute wird das seither frei zugängliche Kasernengelände als Wohn- und Gewerbepark Fuldablick bezeichnet und entsprechend genutzt. Die Erhaltung der geschichtsträchtigen Anlage und ihrer zahlreichen Bestandteile liegt aufgrund der geschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung, insbesondere für die Orts- und Siedlungsgeschichte der Stadt Münden, allgemein für die Militärgeschichte Deutschlands, aufgrund der bautypischen historistischen Ausprägung der Bauten auch allgemein für die Bau- und Kunstgeschichte und nicht zuletzt wegen des orts- und landschaftsbildprägenden Schau- und Zeugnsiwerts im öffentlichen Interesse.
- Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
- 61610501 | Gedenkstein | Wilhelmshäuser Straße 90
61610505 | Kasernengebäude | Kurhessenstraße 13
61610509 | Kasernengebäude | Kurhessenstraße 5 /7
61610497 | Kasernengebäude | Kurhessenstraße 6 /8
61610498 | Kasernengebäude | Kurhessenstraße 2 /4
61610499 | Wachgebäude | Kurhessenstraße 10
61610500 | Stabsgebäude | Wilhelmshäuser Straße 90
61610527 | Festung | Wilhelmshäuser Straße 90
61610528 | Zufahrt | Kurhessenstraße 11
61610529 | Zufahrt | Wilhelmshäuser Straße 90
61610530 | Einfriedung | Wilhelmshäuser Straße 90
61610515 | Kasernengebäude | Hannoversche Straße 10
61610516 | Kasernengebäude | Hannoversche Straße 8
61610519 | Kasernengebäude | Hannoversche Straße 2
61610504 | Kasernengebäude | Wilhelmshäuser Straße 90
61610510 | Kasernengebäude | Kurhessenstraße 14
61610531 | Treppenanlage | Kurhessenstraße 11
61610508 | Kasernengebäude | Kurhessenstraße 9
61610511 | Remise | Kurhessenstraße 16
61610517 | Werkstattgebäude | Hannoversche Straße 6 und 8
61610518 | Kasernengebäude | Hannoversche Straße 4
61610506 | Kasernengebäude | Welfenstraße 5
61610507 | Kasernengebäude | Welfenstraße 3
61610512 | Kasernengebäude | Welfenstraße 1
61610520 | Kasernengebäude | Pionierstraße 31
61610413 | Offizierskasino | Tillyschanzenweg 4
61610387 | Lazarett | Burckhardstraße 60
61610513 | Kasernengebäude | Welfenstraße 2 /4/6
61610514 | Kasernengebäude | Wilhelmshäuser Straße 90
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS
Ansicht von Süden (2025)
Ansicht von Osten: Kaserneneinfahrt (2025)
Ansicht von Osten: Kaserneneinfahrt (2025)
PIonierkaserne, Ansicht von Südosten (1915)
Ansicht von Süden (2025)

