St. Annenhaus
- Landkreis
- Goslar
- Samtgemeinde
- Goslar, Stadt
- Gemeinde
- Goslar
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Altstadt
- Adresse
- Glockengießerstraße 65
- Objekttyp
- Hospital
- Baujahr
- 1488 - 1494
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 2229765f-9450-4791-a854-af8f0b0c5bab
- System-ID
- #61611275
- ADABweb-ID
- 36525604
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Denkmalthema
- Goslar, Baustile im Wandel
- Beschreibung
- St. Annenhaus, 1494 von der Goslarer Berg- und Ratsfamilie Geismar gestiftet. Zweigeschossiger Gebäudekomplex in offener, traufständiger Straßenrandbebauung, mit nördlich umgebendem Garten. 1488-94 überwiegend in Fachwerkbauweise mit Massivbauteilen errichtet, Ständerbauweise auf umlaufendem Bruchsteinsockel, im Nordosten angegliederter Kapellenbau in Massivbauweise mit 3/8-Schluss, im Südwesten angegliederte eingeschossige, vermutlich ältere Kemenate in Massivbauweise mit Feuerstelle. Im Inneren ein zentraler einschiffiger Saalbau mit dreiseitig umlaufenden Emporen, an die zu den Außenseiten Wohnkammern angeschlossen sind, zentral frei eingestellter Sitzraum mit umlaufenden Holzwänden, ausgerichtet auf den Altar im Chorraum der Kapelle, mit Schnitzaltar des Goslarer Meisters Jobst Heinrich Lessen von 1713. Decken, Deckenbalken und Emporenbrüstungen mit großflächigen Bemalungen aus einer Renovierungsphase zwischen 1671 und 1716, die nach Überdeckung im späten 19. Jahrhundert schließlich 1956 wieder freigelegt wurden.
- Denkmalbegründung
- Das St. Annenhaus ist das jüngste der zehn mittelalterlichen Goslarer Hospitäler und wurde im ausgehenden 15. Jahrhundert am südöstlichen Rand der Altstadt, fernab des Marktes sowie des Erzbergwerks am Rammelsberg, auf Grundlage einer Stiftung der Familie Geismar errichtet. Als spätmittelalterliches Hospital diente es sowohl als Herberge für Pilger und Fremde, als auch der medizinischen Betreuung von Kranken, Witwen und Waisen. Die Armen- und Krankenpflege wurde dabei vorrangig als seelsorgerische Tätigkeit angesehen, weshalb ein großer, baulich voll integrierter Kapellenraum das Zentrum des Hauses bildet. Die Erhaltung des St. Annenhauses liegt aufgrund seines Zeugniswertes für die Ortsgeschichte von Goslar, als Beispiel für die Sozialgeschichte des Mittelalters, wegen seiner baugeschichtlichen Bedeutung der charakteristischen Fachwerkbauweise in spätmittelalterlicher Ständerkonstruktion, sowie wegen seiner künstlerischen Bedeutung der Kapellenausstattung und Bemalungen als auch seiner städtebaulichen Bedeutung durch die prägende Wirkung auf das Straßenbild im Verlauf der Glockengießerstraße, im öffentlichen Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61601981 | Altstadt (Baukomplex)
- Literatur
-
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

