Rundling Diahren (Siedlungslandschaft Rundlinge im Wendland)
Luftbild Diahren (2014)
(2020)
Dorfansicht von Südwesten (2020)
(2020)
(2020)
Blick von Südosten 1978 (1978)
Blick von Osten 1978 (1978)
Blick von Süden 1978 (1978)
(2014)
(2014)
- Landkreis
- Lüchow-Dannenberg
- Samtgemeinde
- Lüchow
- Gemeinde
- Waddeweitz
- Gemarkung
- Diahren
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Diahren
- Objekttyp
- Rundlingsdorf
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 1b7c0bd7-f14b-4eb4-97e1-20089d9812f6
- System-ID
- #61296426
- ADABweb-ID
- 30828979
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Denkmalthema
- Siedlungslandschaft_Rundlinge_Wendland_1 Siedlungslandschaft_Rundlinge_Wendland_2
- Beschreibung
- Das Rundlingsdorf Diahren befindet sich 10 km westlich von Lüchow und 600 m südlich der heutigen Bundesstraße 493 von Uelzen nach Lüchow. Auf der besonders frühen und detaillierten Verkoppelungskarte von 1806-21 wird diese alte Überlandstraße als „Frachtstraße von Lüneburg“ hervorgehoben. An der Straße liegt der einzige Wohnplatz des Dorfes, der Kniepenkrug, ein bis heute erhaltenes Gasthaus, das im Zuge des Chausseeausbaus in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand. Das Dorf wird im Lüneburger Lehnsregister erstmals 1330 als „Darne“ genannt. Die große Gemarkung mit 335 ha besteht heute zu einem Drittel aus Wald, der durch Aufforstung von ausgedehnten Heideflächen im Süden und Osten des Dorfes erst im 19. Jahrhundert entstanden ist. Die Ortslage mit dem Rundling liegt inmitten der Gemarkung auf einer Höhe von 31-33 m üNN. Nach Westen schließt auf gleicher Höhe das Grünland des Dorfes an. In dieser feuchten Niederung zwischen Diahren und Gaddau befindet sich das Quellgebiet des Püggener Mühlenbaches. Im Süden und Osten erstrecken sich die höher gelegenen Ackerflächen des Dorfes, die an den Gemarkungsgrenzen mit dem Nienhofer Forst im Osten und der Gemarkung Püggen im Süden in Wald übergehen. Die Gemarkung steigt nach Osten bis auf 40.5 m üNN allmählich an. Inmitten der heutigen Ackerflur liegt eine sumpfige, heute bewaldete Senke unweit des Flurstücks „Röthkuhlen“, in dem sich die Rottekuhle des Dorfes befindet. Das Dorf wird nach Westen über einen alten, fußläufigen „Kapellenweg“ über den Rundling Salderatzen mit dem Kirchdorf Zebelin verbunden. Im Höferegister von 1564 werden 10 Hofstellen genannt, die noch heute den ovalen Dorfplatz säumen. Zum Zeitpunkt der Verkoppelung 1806-21 handelte es sich um lediglich 8 Hofstellen, 2 1 ½ Hufner, 5 Vollhufner und eine Kossaterstelle. Durch Grundstücksteilungen wurde diese Zahl in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf 10 erhöht. In den Kohlgärten südlich des Dorfes und an der neuen Sandgrube östlich vor dem Dorf entstanden in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wenige zusätzliche kleine Hofstellen bzw. Wohnhäuser für Häuslinge und Tagelöhner. Der langgezogene Dorfplatz wurde nach einem Brand von 1808 und spätestens nach der Verkoppelung 1821 unter den Anliegern bis auf eine Stichstraße aufgeteilt. Dennoch blieb die Rundlingsform weitgehend erhalten. Die wenigen Ersatzneubauten, die vom traditionellen Haustyp des Vierständer-Hallenhauses abweichen, wie Nr. 1 aus dem späten 19. Jahrhundert und Nr. 1B aus dem späten 20. Jahrhundert, fügen sich nahtlos in die Rundlingsstruktur ein. Der Dorfplatz mit einem ungewöhnlich dichten, nur teilweise alten Baumbestand mit Eichen, Kastanien und Linden wird überwiegend von Haupthäusern aus dem 19. Jahrhundert geprägt. Lediglich eine inschriftliche Datierung reicht bis ins späte 18. Jahrhundert zurück. Unmittelbar vor dem Dorf an der Grenze zur höheren Ackerflur liegen zwei ehemalige Sandgruben, die im Zuge der Verkoppelung nicht unter den Hofstellen aufgeteilt, sondern gemeinsam genutzt wurden und werden. Die ältere, nördliche Kuhle ist bereits in der Hannoverschen Landesaufnahme von 1776 als Dorfteich dargestellt. Die jüngere südliche Sandkuhle wird heute als öffentlicher Bolz- und Grillplatz des Dorfes genutzt. Beide Standorte fügen sich mit einem alten Baumbestand in den Kranz der Hofwälder ein. Durch sinkende Grundwasserstände und landwirtschaftliche Großbauten wurde der einst dichte Hofwald von Diahren in den letzten Jahren deutlich gelichtet. Unweit südlich des Dorfes befindet sich ein Lagerplatz für Findlinge, Feld- und Lesesteine, die in großen Mengen bei der Bearbeitung der überwiegend schwach lehmigen Sandböden zu Tage treten. Die gut erhaltene Siedlungsstruktur in Verbindung mit einem dichten Denkmalbestand untermauern die besondere Bedeutung des Rundlingsdorfes Diahren für die Siedlungslandschaft Rundlinge im Wendland.
- Denkmalbegründung
- Das Dorf mit seinen relevanten Freiflächen wie dem Rundlingsplatz, der Sandgrube, des Dorfteiches und den Hofstellen mit ihren Hofwäldern und Hofwiesen bildet eine Gruppe baulicher Anlagen nach § 3(3) NDSchG aufgrund seiner siedlungsgeschichtlichen Bedeutung für den mittelalterlichen Landesausbau in der deutsch-slawischen Kontaktzone. Das Dorf ist Teil eines zusammenhängenden Gebietes im Niederen Drawehn westlich der Jeetzel, das bis heute allein durch Rundlingsdörfer charakterisiert wird.
- Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
- 61310839 | Wohn-/Wirtschaftsgebäude | Diahren 12
61310845 | Wohnhaus | Diahren 1
61310843 | Scheune | Diahren 1 A
61596813 | Stall | Diahren 1 A
61310815 | Wohn-/Wirtschaftsgebäude | Diahren 8
61596807 | Stall | Diahren 6
61596812 | Scheune | Diahren 4
61596811 | Stall | Diahren 4
61310814 | Wohn-/Wirtschaftsgebäude | Diahren 9
61596806 | Scheune | Diahren 6
61596810 | Stall | Diahren 10
61310842 | Wohn-/Wirtschaftsgebäude | Diahren 2
61310841 | Wohn-/Wirtschaftsgebäude | Diahren 3
61310820 | Wohn-/Wirtschaftsgebäude | Diahren 4
61596809 | Remise | Diahren 10
61596805 | Stall | Diahren 6
61310819 | Wohn-/Wirtschaftsgebäude | Diahren 7
61310840 | Wohn-/Wirtschaftsgebäude | Diahren 11
61310813 | Wohn-/Wirtschaftsgebäude | Diahren 10
61310817 | Wohn-/Wirtschaftsgebäude | Diahren 6
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS
Luftbild Diahren (2014)
(2020)
Dorfansicht von Südwesten (2020)
(2020)
(2020)
Blick von Südosten 1978 (1978)
Blick von Osten 1978 (1978)
Blick von Süden 1978 (1978)
(2014)
(2014)

