Sternwarte Göttingen
- Landkreis
- Göttingen
- Samtgemeinde
- Göttingen, Stadt
- Gemeinde
- Göttingen
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Göttingen
- Objekttyp
- Sternwarte
- Personen
- Jussow, Heinrich Christoph (Architekt (m/w/d))
Borheck, Georg Heinrich (Architekt (m/w/d))
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 9893867e-8bd1-4c2d-94eb-cf4b103b45a5
- System-ID
- #61749317
- ADABweb-ID
- 47990454
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Gesamtanlage der ab 1803 vor der damaligen noch kleineren Stadt Göttingen erbauten Königlichen Sternwarte. Zum Ensemble gehören neben dem Hauptgebäude mit der Beobachtungsterrasse auch die Einfriedung und der umgebende Park. Leiter der Sternwarte war von 1807 bis zu seinem Tod 1855 der bedeutende Mathematiker, Astronom, Geophysiker und Geodät Carl Friedrich Gauß. Der Standort der Forschungseinrichtung sollte ein von der städtischen Bebauung unbeeinträchtigtes Beobachten ermöglichen. Zur Abschirmung gegenüber Schaulustigen dienten auch der große Garten und ab 1883 die Einfriedung. Auf und an der Sternwarte sowie auf der großen Instrumenten-Terrasse und im Garten befinden sich historische Sandsteinpfeiler und Messpunkte, die für Vermessungen und als Standorte für Messgeräte verwendet wurden. In der Westspitze des Gartengrundstücks stand bis zur Translozierung 1902 das Gauß’sche „Magnetische Observatorium“ von 1833/1866 (jetzt Herzberger Landstraße 182), dessen originale Fundamente im Sternwarten-Garten erhalten und sichtbar sind. Zum Umfang zählt das gesamte Grundstück (Flurstück 307/5) einschließlich der an der Sternwarten-Nordseite liegenden alten Zufahrt. Im Zuge der nördlich der Sternwarte 1901 angelegten Keplerstraße (ursprünglich: Prinz-Albrecht-Straße) wurde auf deren Südseite zwischen den Grundstücken Keplerstraße 14 und 18 absichtsvoll eine Fläche (Flurstück 307/2) von Bebauung freigehalten. Zweck der Baulücke war, Beobachtungen auch nach Norden (insbesondere auch im Meridian) zu ermöglichen, wobei sich von hier aus auch die einzige Gesamtansicht auf die nördlichen Hoffassaden des Sternwarten-Gebäudes bietet.
- Denkmalbegründung
- Die Göttinger Sternwarte mit der zugehörigen Podest-Terrasse und dem eingefriedeten Garten ist von großer kulturgeschichtlicher Bedeutung. Ihre Erhaltung liegt wegen der geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen und städtebaulichen Bedeutung im öffentlichen Interesse. Die geschichtliche Bedeutung resultiert aus der internationalen Forschungs- und Wissenschaftsgeschichte wegen der weltweit bekannten Forschungsstätte von Carl Friedrich Gauß und anderen. Baugeschichtlich bedeutend ist der deutschlandweit frühe Sternwartenbau, dessen aufwändiger Entwurf von Borheck und auch die kostspielige Instrumentenausstattung auf die Konkurrenzsituation zur Stadt Braunschweig zurückgehen, von wo aus man sich ebenfalls um eine Berufung von Gauß bemüht hatte. Der von Jussow und Crelle überarbeitete und schließlich von Müller ausgeführte Borheck-Entwurf war im Ergebnis der „erste Göttinger Bau […], für den die griechisch-antiken Formen eines archäologisch getreu recherchierenden Klassizismus verbindlich wurden“ (Freigang 2005, S. 24). Wissenschaftlich bedeutend ist die Sternwarte als Gegenstand der Baugeschichts- und Technikforschung und wegen der Seltenheit von historischen Sternwarten in Niedersachsen. Die künstlerische Bedeutung beruht auf der baukünstlerischen Qualität der klassizistischen Fassaden sowie der bedeutenden Innenraumgestaltung. Und schließlich ist die auf einem Podium emporgehobene Sternwarte von städtebaulicher Bedeutung wegen ihres straßen- und ortsbildprägenden Einflusses. Die Sternwarten-Anlage weist einen für Göttingen sehr hohen Identifikationswert auf.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
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