Pfarrhaus 1
- Landkreis
- Hildesheim
- Samtgemeinde
- Leinebergland
- Gemeinde
- Gronau (Leine), Stadt
- Gemarkung
- Gronau
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Gronau
- Adresse
- Junkernstraße 2
- Objekttyp
- Pfarrhaus
- Baujahr
- um 1785
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 189a109d-c3be-4f53-becb-64cb9a725302
- System-ID
- #61735432
- ADABweb-ID
- 45722323
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Evangelisch-lutherisches Pfarrhaus von Gronau, sog. „Pfarrhaus 1“ des örtlichen Hauptgeistlichen (im Gegensatz zum „Pfarrhaus 2“, Junkernstr.5). Jugendhaus des Pastorensohns und späteren Sprachwissenschaftlers Georg Sauerwein (1831-1904; Erinnerungstafel am Haus). Neu erbaut in den 1780er-Jahren (Quelle: Bauakten im Pfarrarchiv) auf älterem Keller und im Anschluss an einen älteren Steinbau (Steinwerk? Kemenate?), der in die neue Pfarrhausnutzung aufgenommen wurde. Zweigeschossiger Fachwerkbau mit 5 Fensterachsen und traufständigem Satteldach; Mitteleingang mit Freitreppe. 1915 massive Unterfangung der Erdgeschossfassade auf der Straßenseite (Quelle: Pfarrarchiv). Auf der Gartenseite Anbau einer Veranda aus Zierfachwerk mit flachem Pultdach, wohl auch von 1915 (das Balkonflachdach darüber modern). Im Innern des Fachwerkbaus Mittelflurerschließung mit klassizistischer Treppenanlage. Historische Grundrissstrukturen, verputzte Deckenbalken; im Erdgeschoss wohl bauzeitliche Kassettentüren mit kräftig profilieren Türrahmungen. Kehlbalkendach mit doppelt stehendem Stuhl. Der nördlich direkt anschließende Massivbau auf etwa quadratischem Grundriss mit starken Mauern weist im Innern im Erdgeschoss ungewöhnlicherweise ein tief ansetzendes Gewölbe auf (Wölbrichtung quer zur Straße); dazu im Erdgeschoss ein nahezu quadratisches, vergittertes Erdgeschossfenster zur Straßenseite; das Fenstergewände mit schlichter Zierfase. Der Keller darunter unter dem Steinbau besitzt ein parallel zur Straße ausgerichtetes Gewölbe, das weit unter den jüngeren Fachwerkbau reicht. Der Steinbau wurde im Obergeschoss 1887 umgebaut, wobei anstatt eines niedrigen Raums mit kleinen Segmentbogenfenstern ein hohes Stockwerk mit zwei hohen Rechteckfenstern und einem neues Kehlbalkendachwerk errichtet wurden (Quelle: Pfarrarchiv, mit Plan).
- Denkmalbegründung
- Das ehemalige Pfarrhaus Junkernstraße 2 ist ein straßenbildprägender Bau des späten 18. Jahrhunderts mit gewölbtem Steinwerk-Anbau. Der Geisteswissenschaftler Georg Sauerwein (1831-1904) verbrachte hier seine Jugend verbrachte, wie eine Gedenktafel von 1931 an der Hauptfassade vermerkt. Die Erhaltung des Gebäudes liegt aus geschichtlichen, wissenschaftlichen und städtebaulichen Gründen im öffentlichen Interesse. Die ortsgeschichtliche Bedeutung besteht aufgrund des Zeugnis- und Schauwertes für die Bau- und Geistesgeschichte Gronaus. Hinsichtlich des oberirdisch gewölbten Steinbaus besteht auch wissenschaftliche Bedeutung aufgrund des Seltenheitswertes als mutmaßliches kleinstädtisches Beispiel für den mittelalterlichen Bautyp eins sogenannten Steinwerks. Die städtebauliche Bedeutung beruht auf dem prägenden Einfluss auf das Straßenbild.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
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