Wohnhaus
- Landkreis
- Region Hannover
- Samtgemeinde
- Hannover, Landeshauptstadt
- Gemeinde
- Hannover
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Mitte
- Adresse
- Prinzenstraße 17
- Objekttyp
- Wohnhaus
- Baujahr
- 1879
- Personen
- Köhler, Heinrich
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 12ffbfa2-882a-4810-bed8-2425cccb267c
- System-ID
- #61279914
- ADABweb-ID
- 30735768
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Dreigeschossiger, symmetrischer, verputzter Massivbau in Neorenaissance-Formen unter Satteldach, traufständig in geschlossener Reihe. Erdgeschoss in Bandrustika über kräftig rustiziertem Kellergeschoss, Obergeschosse mit Fensterüberdachungen. Gegliedert durch sieben Fensterachsen, in der Beletage mit Ädikulen, abwechselnden Bogen- und Dreiecksgiebeln sowie mittigem, über drei Achsen reichender Balkon. Zwischen den Fenstern ist eine reichhaltige Gestaltung mit Scrafittomalerei überkommen, die in dem 1882 als Festschrift zur fünften Generalversammlung des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine herausgegebenen Führer durch die Stadt Hannover und ihre Bauten lobend erwähnt wird: „dessen Facade ist ausgezeichnet durch den hierbei zum ersten Male in Hannover angewendeten Schmuck von Sgraffito-Malereien, ausgeführt vom Maler Wilke“. Erbaut wurde das Wohnhaus 1879 im Auftrag von Otto Biedenweg, dem Direktor der Hannoverschen Landeskreditanstalt, der hier seine eigene Wohnung in der Beletage bezog und im Erdgeschoss seine Geschäftsräume einrichtete, den Entwurf lieferte der hannoversche Architekt Heinrich Köhler.
- Denkmalbegründung
- Eine exponierte und städtebauliche prägende Wirkung hat das siebenachsige Haus bis heute aufgrund seiner Lage gegenüber dem freistehenden Stadtpalais der Grafen von Grote, das unmittelbar gegenüber mit einem dreieckigen, durch zwei Straßen begrenzten Gartengrundstück eine unverbaubare Situation herstellt, sodass die Fassade des Haus Prinzenstraße 17 nicht nur eine Fernwirkung im Stadtraum hat, sondern direkt mit der Gartenfassade des 1862 unter Anlehnung an Formen der englischen Neugotik errichteten Palais korrespondiert. Während das Palais von Grote mit seinen stilistischen Bezügen zur englischen Gotik dem Kanon der durch das Hannoversche Königshaus bevorzugten angelsächsischen Architektur entsprach, bezog man sich beim Haus Prinzenstraße 17, das 13 Jahre nach dem Ende des Königreichs Hannover errichtet wurde, auf florentinisch geprägte Renaissanceformen, wie sie nach der Reichsgründung in Berlin und zahlreichen preußischen Großstädten modern waren. Eine Besonderheit in Hannover und im gesamten norddeutschen Raum sind die Sgraffitomalereien an der Fassade des Hauses und auch Renaissanceformen blieben hier eine Seltenheit. Die aus dem Rundbogenstil hervorgegangene an der norddeutschen Gotik orientierte „Hannoversche Schule“ blieb auf breiter Ebene bis zur Jahrhundertwende prägend und erlebte in den 1880er Jahren einen im Stadtbild ablesbaren Aufschwung. Das Haus Prinzenstraße 17 ist insofern in zweifacher Hinsicht eine Besonderheit: zum einen durch die Verwendung repräsentativer Renaissanceformen mit rustiziertem Sockel und Aedikulen in der Beletage und durch die erstmalige Verwendung von Sgraffito in Hannover, noch dazu als vollflächigen und den plastischen Architekturgliedern gleichwertigen Fassadenschmuck. Die Sgraffitomalerei ist von hoher technischer und künstlerischer Qualität. An der Erhaltung des Wohnhauses Prinzenstraße 17 besteht aufgrund seiner geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung, insbesondere auch wegen der Einzigartigkeit der Fassade, ein öffentliches Interesse.
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

