St.-Laurentius-Kirche
- Landkreis
- Northeim
- Samtgemeinde
- Dassel, Stadt
- Gemeinde
- Dassel
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Dassel
- Adresse
- Kirchplatz 7
- Objekttyp
- Kirche
- Baujahr
- 1447
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 1145b4f0-b364-450e-9516-e8b0519cbe6a
- System-ID
- #61406235
- ADABweb-ID
- 33676601
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Dreischiffige Hallenkirche mit vierjochigem Langhaus unter Satteldach in Ziegeldeckung mit Ostgiebel und eingezogenem, polygonal schließenden Chor sowie quadratischem Westturm unter beschieferter Welscher Haube mit achteckiger Laterne, freistehend im Süden des Kirchhofs. Verputztes Bruchsteinmauerwerk, Strebepfeiler mit gequaderten Fronten und Wasserschlägen aus Werkstein, Kaff- und Traufgesims aus Werksteinen, spitzbogige Maßwerkfenster und je ein Spitzbogenportal im Norden und Süden des Westjochs mit Werksteingewände, Turm mit Eckquadern und ausladend profiliertem Traufgesims. Inneres ursprünglich vollständig gewölbt, nach Entfernung der Gewölbe im Langhaus sind die bauzeitlichen Kreuzrippengewölbe in Chor und Sakristei erhalten, dazu kommt das Kreuzgratgewölbe im Turmuntergeschoss, das durch einen breiten Spitzbogen vom Langhaus getrennt wird. Die westliche und die nördliche Wand der Sakristei in der Südostecke des Langhauses enthalten Anfang und Ende eines Wandmalereizyklus von 1577, der mit der Erschaffung Evas beginnt und dem Weltgericht endet und Leben und Passion Christi auf mehreren Wandflächen des Langhauses verteilt. Im nördlichen Seitenschiff sind die Heiligen Christophorus und Paulus sowie Lukretia dargestellt. Zur Ausstattung gehören eine steinerne Kanzel aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts, ein neogotischer Taufstein sowie Epitaphien und Grabplatten.
- Denkmalbegründung
- Mit dem Bau der gotischen Hallenkirche wurde 1447 begonnen, nachdem der Vorgängerbau beim Stadtbrand von 1392 zerstört wurde. Die Grundsteinlegung am 12. Mai 1447 ist aus der Inschrift auf einem Eckquader am Strebepfeiler rechts des Südportals zu erschließen. Als Inhaber der Grafschaft Dassel und damit als Stadtherr hat sich der Hildesheimer Bischof mit zwei Wappen in der Sakramentsnische im Chor verewigt. Von der älteren Ausstattung blieb die Kanzel aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts, die 1675 restauriert wurde. 1753 wurde dem Turm eine Haube anstelle eines Satteldachs aufgesetzt. Besonders bemerkenswert sind die Wandmalereien von 1577, die 1939 entdeckt und 1947 freigelegt wurden. Mit den Reformatoren Luther, Melanchthon, Bugenhagen sowie einem Herzogspaar unter den Seligen ist die Darstellung des Weltgerichts als Konfessionsbild aufgefasst. An der Erhaltung der Dasseler Laurentius-Kirche besteht ein öffentliches Interesse wegen ihrer geschichtlichen Bedeutung im Rahmen der Ortsgeschichte und aufgrund des Zeugnis- und Schauwertes für Bau- und Kunstgeschichte, wegen ihrer künstlerischen Bedeutung als Erlebniswert für bedeutende Innenraumgestaltung und wegen der städtebaulichen Bedeutung als Bauwerk von prägendem Einfluss auf das Ortsbild.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61403720 | Siedlungskern (Ortskern)
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

