Brückenkiosk
- Landkreis
- Stadt Emden (kreisfrei)
- Samtgemeinde
- Emden, Stadt
- Gemeinde
- Emden
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Emden
- Adresse
- Boltentorstraße 11
- Objekttyp
- Kiosk
- Baujahr
- 1927 - 1928
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung, Geschichtliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 0fddcb44-1710-4070-9173-7010544b79e2
- System-ID
- #61597040
- ADABweb-ID
- 36360032
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Rundbau aus dunklem Klinkermauerwerk in flämischem Verband mit flach ansteigendem, weit vorkragendem gefalztem Kupferdach und hoch aufragendem spitzkegeligem Aufsatz, von einer goldenen Kugel bekrönt. Mit vertikalen Streifen gebändertes Gesims mit konsolartigen Balkenköpfen. Innerer Baukörper mit Fenstern und Türen in regelmäßigen Abständen; zum Dach hin mit einem als Zickzack gemauerten umlaufenden Fries abschließend. Umlaufender Sockel mit freistehenden, das Dach tragenden spiralförmig gedrehten Stützen; dazwischen Metallgeländer mit schmiedeeisernem Ornamentfeld in der Mitte. Der vom Emder Stadtarchitekten und Leiter der städtischen Bauberatung Walter Luckau entworfene Brückenkiosk wurde 1927 geplant und 1928 vollendet.
- Denkmalbegründung
- Im Zusammenhang mit der ebenfalls neu errichteten Brücke war der Emder Stadtarchitekt und Leiter der städtischen Bauberatung Walter Luckau mit der städtebaulichen Gesamtgestaltung dieses Abschnitts des Stadtgrabens am Boltentor befasst. Die in der Bevölkerung geläufige Bezeichnung „Chinesentempel“ zielt auf die besondere Gestaltungsweise ab. Tatsächlich handelt es sich um einen indirekten Rückgriff auf die Chinoiserie-Mode des 18. Jahrhunderts, als exotisierend gestaltete Pavillons als Staffagebauten in Parks errichtet wurden. Die kegelförmige Bekrönung des weit auskragenden Dachs sowie der von Pfeilern gesäumte Umgang erinnern an derartige Bauten. Die Aufgabe eines Blickpunkts wird hier bewusst als Zierelement auf den städtischen Raum übertragen und die eher zweckmäßige Funktion als öffentliche Bedürfnisanstalt und Verkaufsraum absichtlich überhöht. In den bauzeitlichen Akten wurde das Gebäude als „Säulenhäuschen“ oder „Brückenkiosk“ bezeichnet. Der kegelförmige, mit Kupferblech verkleidete Aufsatz wurde 1940 demontiert, um das Metall als „Geburtstagsspende des Deutschen Volkes“ anlässlich des Geburtstags von Adolf Hitler der Kriegsindustrie zur Verfügung zu stellen. Erst 1981 wurde das spitze Kegeldach nach den bauzeitlichen Plänen rekonstruiert. Als öffentliches Bauwerk des norddeutschen Backsteinexpressionismus, das von einem regionalen Architekten entworfen wurde, verfügt das Gebäude über einen hohen geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Anschauungs- und Zeugniswert, der über die Stadt Emden hinausweist. Aus all diesen Gründen besteht an der Erhaltung des Brückenkiosks ein öffentliches Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61596863 | Straßenbrücke
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

