St. Katharinen-Kirche
- Landkreis
- Stadt Osnabrück (kreisfrei)
- Samtgemeinde
- Osnabrück, Stadt
- Gemeinde
- Osnabrück
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Innenstadt
- Adresse
- An der Katharinenkirche
- Objekttyp
- Kirche
- Baujahr
- 14.Jh. - 16.Jh.
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 0ee11847-2f14-40a4-a7c0-911fa519fb70
- System-ID
- #61705353
- ADABweb-ID
- 43790542
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Am Südwestrand der Altstadt gelegene hochgotische Hallenkirche mit dreischiffigem Langhaus von drei Jochen mit Querdächern, fünfseitigem Chorpolygon im Osten und hohem, im Grundriss quadratischen Turm im Westen. Die Halle wird durch ein Gliederungssystem von knapper und straffer Formgebung gestaltet. Vier freistehende Pfeiler mit jeweils acht Diensten, zwischen denen der Pfeilerkern gekehlt ist, teilen die Schiffe, während an den Langhauswänden dreigliedrige, an den Choreckpfeilern fünfgliedrige Dienstbündel die Rippen der Kreuzgewölbe aufnehmen. Die Strenge des Raumeindrucks unterstreichen die schmucklosen Kapitelle der Dienste. Langhaus und Chor, die sich durch eine einheitliche Formensprache zusammenschließen, empfangen ihr Licht durch reich ausgebildete, überwiegend dreiteilige Maßwerkfenster. Der Eindruck des Innenraums wird maßgeblich bestimmt von einer ungewöhnlich steilen Proportion, mit der sich die Halle der Katharinenkirche in die gleichzeitige Entwicklung der westfälischen Kirchenbaukunst einreiht: Bei einer Breite von 25 m und einer Länge von 23 m beträgt die Höhe des Hallenraumes 20 m, Abmessungen, die einen übersteigerten Raumeindruck bewirken, der durch das vertikale Gliederungssystem noch unterstützt wird. Langhaus und Chor sind verputzte Bruchsteinbauten und äußerlich nur durch einfache Strebepfeiler und ein umlaufendes Kaffgesims, das über den Portalen hochgekröpft ist, gegliedert. Die Giebelfelder der Querdächer, die wie bei Marien- und Johanniskirche die Seitenschiffe überdecken, blieben ungestaltet. Der im Mauerwerk fast 50 m hohe Westturm wurde vollständig in Sandsteinquadern erbaut. Seine massige Gestalt gliedern schmale, die Stockwerke trennende Gesimse und spitzbogige Fenster, deren Öffnungen die glatten Mauerflächen durchbrechen: schlanke zweiteilige Maßwerkfenster im hohen Erdgeschoss und Dreiergruppen von Maßwerkfenstern in den verschieden hohen Obergeschossen. Der Turm besaß vor einem Brand, der 1868 seinen oberen Teil zerstörte, eine barocke Haube, an deren Stelle Baurat Stüve 1880 einen sehr hohen und spitzen Helm in Eisenkonstruktion errichtete. Über dem erhaltenen Eisengerüst wurde nach den Zerstörungen des Weltkrieges die heutige Turmspitze wiederhergestellt. Die Innenausstattung des schmucklosen Kirchenraums, die bereits 1870 durch Stüve erneuert worden war, ging im Zweiten Weltkrieg fast vollständig verloren.
- Denkmalbegründung
- Wo sich ehemals die Höfe des Osnabrücker Adels konzentrierten, war bereits in der ersten Hälfte des 13. Jh. eine der hl. Katharina geweihte Kirche errichtet worden, von der Reste durch Grabungen ermittelt werden konnten. An der Stelle des Vorgängerbaus befindet sich die heutige, im Wesentlichen dem 14. Jh. entstammende zweite Pfarrkirche der Altstadt. Die Bauarbeiten begannen an Langhaus und Chor vor 1350, nach längerer Unterbrechung folgte gegen Ende des 14. Jh. die Weiterführung des Kirchenbaus, der gegen 1420/30 eingewölbt wurde. In die letzten Jahrzehnte des 14. Jh. fällt der Baubeginn des Westturms, der erst gegen Ende des 15. Jh. vollendet werden konnte. Die jüngste der mittelalterlichen Kirchen Osnabrücks besitzt den höchsten Kirchturm der Stadt und prägt das Stadtbild wesentlich. Als einer der bedeutendsten erhaltenen mittelalterlichen Bauten ist sie gleichzeitig Zeugnis des Wiederaufbaus der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg. Am Erhalt der St. Katharinen-Kirche besteht aufgrund des geschichtlichen Zeugnis- und Schauwertes sowie der städtebaulich ortsbildprägenden Bedeutung ein öffentliches Interesse.
- Literatur
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- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

