Fährenpfortenturm
- Landkreis
- Göttingen
- Samtgemeinde
- Hann. Münden, Stadt
- Gemeinde
- Münden
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Münden
- Adresse
- Fuldabrückenstraße 26
- Objekttyp
- Stadtmauerturm
- Baujahr
- 14. Jahrhundert
- Denkmalstatus
- Teil einer Gruppe baulicher Anlagen (gemäß § 3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 0c276a2a-74c6-429b-bb1e-9513eed1e8f0
- System-ID
- #61606986
- ADABweb-ID
- 36476107
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Am südwestlichen Rand des mittelalterlichen Stadtkerns, an dieser Stelle knickt die von Norden verlaufende Stadtmauer etwa rechtwinklig nach Osten ab. Rund 26 m Höhe. Erstmalige Erwähnung 1410, bereits 1383 wird die namengebende sog. Fährenpforte als Durchlass in der Stadtmauer erwähnt. Nach Schleifung der Anlagen der Stadtbefestigung Anfang des 19. Jahrhunderts nutzte man das Bauwerk als Schrotturm. Erworben 1848 durch den Unternehmer Carl Georg August Natermann vom südliche gelegenen Fabrikationsbetrieb Haendler & Natermann, wurde er um über zehn Meter erhöht. Mit der neu gewonnenen Höhe ließ sich im obersten Stockwerk eine Gießstube einrichten zur Produktion von Schrotkugeln: dort wurde flüssiges, heißes Blei durch ein Sieb gegossen, somit bildeten sich aus großer Höhe durch den Fall runde (Schrot)Kugeln. Auch der sog. Hampesche Turm diente im 19. Jahrhundert der Schrotproduktion. Seit dem letzten Viertel des 20. Jahrhunderts wird nicht mehr nach diesem Verfahren produziert und der Fährenpfortenturm wurde 1983 von der Stadt Hann. Münden zurückgekauft, heute beherbergt er das Mündener Museum der Arbeit. Turm aus Bruchsteinmauerwerk, nördlich an seinem Sockel befindet sich ein zweigeschossiger, verputztter Bau dessen Walmdach am Turmmauerwerk anschließt. Ehem. Pförtnerhaus.
- Denkmalbegründung
- Die wahrscheinlich ab dem Jahr 1200 entstandene Stadtbefestigung von Münden bestand aus einer Stadtmauer mit 26 Türmen und Stadttoren, die die heutige Altstadt komplett umfasste. Zwölf Bauwerke und einzelne Partien der Stadtmauer sind bis heute überkommen. Diese hatte eine Länge von rund 1,7 km und eine durchschnittliche Höhe von 4,2 Metern. Im Stadtbuch von 1387 wird die Mauer erstmals schriftlich erwähnt. Von den zahlreichen und auch baulich verschiedenen Türmen (Rundtürme, Schalentürme), sind der Hampeturm, der Kronenturm, der Ziegelpfortenturm und der Fährenpfortenturm gut erhalten. Letzterer hat eine hohe städtebauliche Bedeutung im Hinblick auf das Ortsbild von Münden, besitzt aber natürlich auch einen großen geschichtlichen Wert sowohl für die Stadt Münden und ihre Entstehungsgeschichte als auch für allgemeine Fragen der Bau- und Kunstgeschichte und als typischer mittelalterlicher Befestigungsbau. Mit der Aufstockung und Umnutzung als Bleischrotgießerei-Turm im Jahr 1848 ist er zugleich ein bauliches Zeungis der örtlichen Wirtschafts- und Industriegeschichte, welcher anschaulich für die Expansion der weltweit agierenden Fabrik Haendler und Natermann steht. Neben der geschichtlichen Bedeutung ist der ehem. Stadtturm auch städtebaulich relevant, er liegt straßen-, orts- sowie anlagenbildprägend. An seiner Erhaltung besteht folglich ein öffentliches Interesse.
- Weiterführende Links
- Fährenpfortenturm
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

