Friedhofskapelle
- Landkreis
- Region Hannover
- Samtgemeinde
- Hannover, Landeshauptstadt
- Gemeinde
- Herrenhausen
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Herrenhausen
- Adresse
- Kiepertstraße 10
- Objekttyp
- Friedhofskapelle
- Baujahr
- um 1860 - um 1925
- Denkmalstatus
- Teil einer Gruppe baulicher Anlagen (gemäß § 3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 0a50038e-a8f5-4e5e-a984-581b8f042957
- System-ID
- #61765665
- ADABweb-ID
- 53113817
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Zentral auf dem Friedhof gelegener eingeschossiger Putzbau unter Satteldach. Nördlicher Teil mit offenem schiefergedecktem Glockenreiter, zweiflügeliger rundbogiger Holztür am Ostgiebel, am Westgiebel leicht eingezogene Apsis in unverputztem Backstein mit Zierfries unter schiefergedecktem Kegeldach. Quer dazu nach Süden angebauter Saal auf Backsteinsockel unter etwas niedrigerem Satteldach mit zweiflügeliger Tür an der Giebelseite, gerahmt von drei Rundfenstern. Rundbogige Drillingsfenster an den Traufseiten. Der nördliche Teil wurde anlässlich der Gründung des Friedhofs um 1860 von Maurermeister Gerber als Leichenhalle gebaut und um 1925 nach Plänen des Konsistorialbaumeisters Uvo Hölscher (1878-1963) mit dem südlichen Anbau zur Kapelle erweitert. 1958 wurde der Innenraum erneuert und das Altarfenster von Werner Brenneisen (1927-2005) mit einer figürlichen Glasmalerei ausgestattet.
- Denkmalbegründung
- Die Herrenhäuser Friedhofskapelle bildet den Mittelpunkt des Friedhofs und stammt im Kern aus seiner Gründungszeit. Der um 1860 gebaute Abschnitt gehört zu den frühen Bauten der am Mittelalter orientierten hannoverschen Backsteinarchitektur, gelegentlich wird die ehemalige Leichenhalle als ältester christlicher Sakralbau in Herrenhausen bezeichnet. Uvo Hölscher, Hochschullehrer und Archäologe, war von 1924 bis 1929 nebenamtlicher Konsistorialbaumeister der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers, als Nachfolger Karl Mohrmanns (1857-1927), der wiederum direkter Nachfolger Conrad Wilhelm Hases (1818-1902) in diesem Amt war. Offenbar bevorzugte Hölscher die Tätigkeit in Forschung und Lehre, weshalb nur wenige ausgeführte Bauten von ihm bekannt sind. Die Herrenhäuser Kapelle ist vermutlich das einzige Zeugnis baulicher Tätigkeit aus seiner kurzen Zeit als Konsistorialbaumeister. Ohne in die Kubatur einzugreifen, passt sich Hölschers Anbau dem nur etwa 65 Jahre älteren Bestand an, ordnet sich in der Firsthöhe sogar leicht unter und bildet mit diesem eine durch Putz unterstützte Einheit. Bei der Apsis wurde wohl auf Putz verzichtet, um die Ziegelziersetzung sichtbar zu belassen. Aufgrund des geschichtlichen Zeugnis- und Schauwertes, der städtebaulichen Bedeutung als Bestandteil einer historischen Friedhofsanlage sowie als seltenes Werk eines bekannten Architekten besteht an der Erhaltung der Kapelle ein öffentliches Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61261401 | Friedhofsanlage
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

