Kino (Bauwerk)
- Landkreis
- Stadt Emden (kreisfrei)
- Samtgemeinde
- Emden, Stadt
- Gemeinde
- Emden
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Emden
- Adresse
- Zwischen beiden Bleichen 2
- Objekttyp
- Kino (Bauwerk)
- Baujahr
- 1931
- Personen
- Latta, Franz
Janssen, Hans-Diedrich
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 09399d0b-a4e6-475d-8bb4-14f2375280cb
- System-ID
- #61597219
- ADABweb-ID
- 36371940
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- 1931 wurde das von den Architekten Beilicke & Gehrkens entworfene Apollo-Theater eingeweiht. Das über einem trapezförmigen Grundriss errichtet Gebäude hat an der Westseite einen dreigeschossigen Kopfbau unter Satteldach. Die Außenwände sind im Märkischen Verband gemauert, es sind noch Reste der ursprünglichen Muschelkalkfugen mit Rillen erhalten. Die dreiachsige Fassade an der Westseite mit dem mittigen Eingang wird dominiert von einem breiten vertikalen Band aus reihenweise hervorstehenden Ziegeln, das über die Traufe herausragt; dies mit einer vertikalen Leuchtreklame in Form des Schriftzuges „Apollo“, waagerecht steht „Theater“ in Leuchtbuchstaben über dem mittigem Eingangsbereich. Der Eingangsbereich ist offen, darin sind die Fenster der Kinokassen erhalten. Flankiert wird der Bereich von großen Schaufenstern mit einer Rollschicht in den Brüstungsfeldern. Die querrechteckigen Fenster der äußeren Achsen haben eine seitliche Ziegelbänderung, die diese mit den Fenstern an den Längsseiten zusammenfassen. Die Nordfassade des Kopfbaus ist vierachsig ausgebildet und besitzt einen mittigen Eingang, das Eisengitter der bauzeitlichen Haustür zeigt das Monogramm „A“; von hier werden die Wohnungen im zweiten Obergeschoss erschlossen. Die Ostseite dieses Geschosses ist eingerückt ist, so dass eine Terrasse entsteht. An der Südseite zum Alten Graben hin befinden sich drei Fensterachsen, nur in der Erdgeschosszone sind vier Fenster. Im Osten schließt der zwei Geschosse hohe Saalbau mit einem zweigeschossigen Erweiterungsbau aus den 1950er Jahren an. Das Saalgebäude hat zwei Ausgänge an der Nordseite, wie der Wohnungseingang haben diese eine profilierte Backsteinrahmung und gemauerte Schaukästen. Im Inneren ist die Raumstruktur weitgehend erhalten, im Foyer befinden sich Wandmalereien in Pastellfarben mit geometrischen Mustern, wohl aus den 1950er Jahren, nachdem das Apollo-Theater von den Architekten H.D. Janssen und Fr. Latta wiederaufgebaut und erweitert wurde.
- Denkmalbegründung
- Das Kino steht auf einem tortenstückförmigen Grundstück, das nach Osten hin breiter wird, an der Straße „Zwischen Beiden Bleichen“ und dem Alten Graben. Waren im 19. Jahrhundert Filmvorführungen noch Jahrmarktattraktionen, so entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts vielerorts eigenständige Kinobauten bzw. Lichtspielhäuser oder -theater. In Emden eröffnete der Kinobetreiber Carl Hempel 1908 in der Neutorstraße das Apollo-Theater. Aufgrund der immer größer werdenden Beliebtheit des Kinos nach dem Ersten Weltkrieg reichte die Platzkapazität nicht mehr aus. Infolge der engen Straßenbebauung konnte das Apollo-Theater in der Neutorstraße nicht erweitert werden. Carl Hempel ließ deshalb an der Straße Zwischen Beiden Bleichen einen größeren und modernen Kinobau errichten. 1929 reichte der renommierte Architekt Walter Heim einen ersten Entwurf ein; zur Ausführung kam 1931 jedoch der Entwurf der Architekten Beilicke und Gehrkens aus Hildesheim. Wie das gegenüberliegende AOK-Gebäude von Walter Heim zählt das Apollo-Theater zu den bedeutenden Bauten des Backsteinexpressionismus, die zwischen 1925 und 1931 in Emden entstanden sind. Sie bilden eine städtebauliche Torsituation am westlichen Beginn der Straße Zwischen Beiden Bleichen und prägen das Straßenbild. Beide Gebäude zeigen Stilelemente der Neuen Sachlichkeit und des Expressionismus; die Architekten Beilicke & Gehrkens mischen die kubischen, eher breitgelagerten Formen der Neuen Sachlichkeit mit Elementen des Expressionismus wie die Ziegelmuster und den Schriftzug als vertikale Dominante an der Fassade. Der für die Baugeschichte bedeutende Bau wurde im Krieg teilweise zerstört, der Wiederaufbau erfolgte durch die Architekten Diedrich Janssen und Franz Latta. Auf das Dachgeschoss des Kopfbaus wurde jedoch verzichtet, zudem kam es zu einem Erweiterungsbau an der Ostseite. Das Apollo-Theater war bis 2009 geöffnet und gehört damit zu den am längsten in Betrieb gehaltenen Kinos in der Region. Es dokumentiert damit die regionale Kinogeschichte im Nordwesten. Aus den aufgeführten städtebaulichen, stadt- und sozialgeschichtlichen sowie architekturgeschichtlichen Gründen besteht ein öffentliches Erhaltungsinteresse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61596895 | Häusergruppe
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

