Ehem. Kalibergwerk Hohenfels
Maschinenhaus und Elektrische Zentrale von Westen (2021)
Zustand 1981 vor dem Abriss von Fördergerüst und Schachthalle (1981)
Zufahrt von Norden mit Pförtner- und Verwaltungsgebäude (2021)
Elektrische Zentrale und Maschinenhaus von Süden (2021)
Elektrische Zentrale von Südwesten (2021)
Salzmühle, Maschinenhaus und Elektrische Zentrale von Süden (2021)
Pflasterung der Erweiterung nach Süden (2021)
Wohnbaracke Nr. 30 von Süden (2021)
Siedlung Hohenfels, Von-Dannenberg-Straße von Südosten (2021)
Siedlung Hohenfels, Gustav-Dehnhard-Straße von Südosten (2021)
Ansicht Denkmaltopographie (2005)
Ansicht Denkmaltopographie (2005)
Ansicht Denkmaltopographie (2005)
Ansicht Denkmaltopographie (2005)
Zufahrt von Norden (2021)
- Landkreis
- Region Hannover
- Samtgemeinde
- Sehnde, Stadt
- Gemeinde
- Wehmingen
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Wehmingen
- Objekttyp
- Bergwerk
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 083dc458-be3f-41cc-b805-a60810da313d
- System-ID
- #61342357
- ADABweb-ID
- 31078209
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Gesamtanlage des ehemaligen Kalibergwerks Hohenfels und der späteren Heeres-Munitionsanstalt mit den zugehörigen Werksgebäuden, Lager- und Wohnhäusern, Einfriedung, teils historischer Pflasterung, Schienennetz und Grünanlagen. Zwischen 1902 und 1910 entstanden das Kessel- und Fördermaschinenhaus, Salzmühle und Lokschuppen: Ziegelbauten mit Fassadengliederungen durch Lisenen, Geschossgesimse und rund- bzw. stichbogige Fenster in teils profilierter Rahmung. Um 1905 sind westlich der Schachtanlage auf der Anhöhe des Roten Berges zwei Direktorenvillen errichtet worden. Ab 1937 Umnutzung zur Munitionsfabrik, Neubau des Verwaltungs- und Pförtnergebäudes und Erweiterung um den gesamten südlichen Bereich mit drei dreigeschossigen massiven, verputzten Lagergebäuden unter Flachdächern und eingeschossigen Wohnbaracken, zwischen ehemaligem Kaliwerk und Direktorenvillen eine aus zehn Doppelhäusern mit drei verschiedenen Haustypen bestehende Wohnanlage mit Doppelhäusern: traufständige, eingeschossige, verputzte Massivbauten unter Satteldach mit Dachgauben, Vorgärten und rückwärtigem Gartenland.
- Denkmalbegründung
- Das Kalibergwerk Hohenfels wurde ab 1900 am Roten Berg im südlich von Wehmingen gelegenen Ortsteil Hohenfels unter Dr. Wilhelm Sauer erbaut. Nach ersten Probebohrungen nach Steinsalzlagern rund um Sehnde zu Beginn der 1890er Jahre erfolgte im März 1897 der erste Spatenstich für den Schacht Hohenfels. Nach vierjähriger Bauzeit war die Endteufe von 601 Metern erreicht. Das Salzgestein wurde vor Ort zerkleinert und über eine 1902 fertig gestellte 5,5 Kilometer lange Anschlussbahn zum Bahnhof Algermissen abtransportiert. Die erhaltenen obertägigen Gebäude wurden bis etwa 1910 errichtet: Kessel- und Fördermaschinenhaus, Salzmühle und Lokschuppen. Sie sind mit ihrer zum Großteil unveränderten traditionellen Backsteinarchitektur ein bemerkenswertes Beispiel für den frühen deutschen Kalibergbau. Auf der Anhöhe westlich des Werksgeländes entstanden zwei Direktorenvillen. Nach dem anfänglichen Aufschwung und Fördermengen von etwa 100.000 Tonnen pro Jahr ließ sich das Werk ab den 1920er Jahren nicht mehr wirtschaftlich betreiben und wurde 1927 stillgelegt. Zehn Jahre später begannen eine Umnutzung des Schachts und die Erweiterung des Geländes als Heeres-Munitionsanstalt. In teils neu geschaffenen Grubenbauen wurde Sprengstoff gelagert, die um 1938 neu erbauten Lager- und Magazingebäude im südlichen Bereich der Anlage dienten zum Abfüllen des Sprengstoffs. Aus Gründen der Tarnung wurden sie innerhalb des vorhandenen Baumbestands errichtet. Zwischen ehemaligem Kaliwerk und den beiden Direktorenvillen entstand ab 1937 die Siedlung Hohenfels mit zehn Doppelhäusern auf großen Grundstücken. In den etwa zeitgleich zwischen den südlichen Lagergebäuden errichteten Steinbaracken wohnten zunächst zivile Arbeiter, ab 1940 wurden hier insgesamt bis zu 500 Zwangsarbeiter untergebracht, die in der Munitionsproduktion arbeiten mussten. Ab 1945 wurde das Gelände weiterhin militärisch genutzt - zunächst als britische und ab den 1960erJahren als deutsche Kaserne. Nachdem 1983 das Fördergerüst und die Schachthalle abgebrochen und der Schacht verfüllt wurde, hat das Gelände des ehemaligen Kaliwerks seit 1987 mit dem Hannoverschen Straßenbahn-Museum eine neue Nutzung gefunden. Die Gesamtanlage des in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewachsenen und durch unterschiedliche Nutzungen geprägten Werksgeländes einschließlich der Lager- und Wohngebäude ist nicht nur von Bedeutung für die Wirtschafts- und Technikgeschichte. An ihrer Erhaltung besteht zudem sowohl aus orts- und zeitgeschichtlichen Gründen als auch aufgrund ihrer Bedeutung für die Siedlungs- und Stadtbaugeschichte ein öffentliches Interesse. Das Gelände des ehemaligen Kaliwerks Hohenfels und der späteren Heeres-Munitionsanstalt prägt den gesamten Bereich des Roten Berges südlich von Wehmingen und ist als historisch gewachsene Gesamtanlage auch von prägendem Einfluss auf das Orts- und Landschaftsbild und damit von städtebaulicher Bedeutung.
- Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
- 61355631 | Allee | Sehnde, Stadt - Wehmingen
61355683 | Kesselhaus | Am Straßenbahnmuseum 36
61355687 | Wohnhaus | Am Straßenbahnmuseum 32
61355635 | Wohnhaus | Am Straßenbahnmuseum 20
61355636 | Wohnhaus | Am Straßenbahnmuseum 22
61355684 | Verwaltungsgebäude | Am Straßenbahnmuseum 42
61355791 | Villa | Dr. Sauer-Straße 16
61355794 | Doppelhaushälfte | Gustav-Dehnhard-Straße 6
61355801 | Pförtnerhaus | Am Straßenbahnmuseum 2
61358041 | Doppelhaushälfte | Von-Dannenberg-Straße 2
61358044 | Doppelhaushälfte | Von-Dannenberg-Straße 5
61355716 | Doppelhaushälfte | Dr.-Sauer-Straße 2
61355632 | Lagergebäude | Am Straßenbahnmuseum 18
61355686 | Wohnhaus | Am Straßenbahnmuseum 34
61355633 | Lagergebäude | Am Straßenbahnmuseum 26
61355634 | Lagergebäude | Am Straßenbahnmuseum 28
61355688 | Wohnhaus | Am Straßenbahnmuseum 30
61358043 | Doppelhaushälfte | Von-Dannenberg-Straße 4
61358046 | Doppelhaushälfte | Von-Dannenberg-Straße 7
61355792 | Doppelhaushälfte | Gustav-Dehnhard-Straße 2
61355795 | Doppelhaushälfte | Gustav-Dehnhard-Straße 8
61355799 | Maschinenhaus | Am Straßenbahnmuseum 10
61358042 | Doppelhaushälfte | Von-Dannenberg-Straße 3
61358045 | Doppelhaushälfte | Von-Dannenberg-Straße 6
61358047 | Doppelhaushälfte | Von-Dannenberg-Straße 8
61358048 | Doppelhaushälfte | Von-Dannenberg-Straße 9
61358051 | Doppelhaushälfte | Von-Dannenberg-Straße 12
61358039 | Villa | Gustav-Dehnhard-Straße 10
61355788 | Doppelhaushälfte | Dr.-Sauer-Straße 4
61355789 | Doppelhaushälfte | Dr.-Sauer-Straße 6
61355790 | Doppelhaushälfte | Dr.-Sauer-Straße 8
61355793 | Doppelhaushälfte | Gustav-Dehnhard-Straße 4
61355797 | Lokschuppen | Am Straßenbahnmuseum 4
61358040 | Doppelhaushälfte | Von-Dannenberg-Straße 1
61358049 | Doppelhaushälfte | Von-Dannenberg-Straße 10
61355798 | Mühlengebäude | Am Straßenbahnmuseum 14
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS
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Elektrische Zentrale und Maschinenhaus von Süden (2021)
Elektrische Zentrale von Südwesten (2021)
Salzmühle, Maschinenhaus und Elektrische Zentrale von Süden (2021)
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Wohnbaracke Nr. 30 von Süden (2021)
Siedlung Hohenfels, Von-Dannenberg-Straße von Südosten (2021)
Siedlung Hohenfels, Gustav-Dehnhard-Straße von Südosten (2021)
Ansicht Denkmaltopographie (2005)
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