Waage
- Landkreis
- Leer
- Samtgemeinde
- Leer (Ostfriesland), Stadt
- Gemeinde
- Leer
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Leer
- Adresse
- Neue Straße 1
- Objekttyp
- Waage
- Baujahr
- 1714
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 06b3ba8b-e777-46cb-9b5d-c9fc6bdd8917
- System-ID
- #61540438
- ADABweb-ID
- 35653915
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Denkmalthema
- Leer_Altstadt
- Beschreibung
- Freistehender Backsteinbau unter einem hohen Walmdach mit einem Dachreiter in Form einer offenen Laterne mit Zwiebelhaube; das Dach ist mit schwarz glasierten Hohlpfannen und Bleigraten eingedeckt. Sowohl die dreiachsigen Schmalseiten als auch die fünfachsigen Längsseiten haben eine Kolossalpilastergliederung mit farblich abgesetzten Kapitellen, Fenster mit kleinteiliger Sprossengliederung und eine sandsteinimitierende Rahmung. Die Mittelachsen werden durch eine Gaube mit Dreiecksgiebel hervorgehoben, die Eingänge befinden sich jeweils in der Mittelachse der Längsseiten. An der Nordseite mittig eine Toröffnung mit segmentbogigem Sturz und Oberlicht; am Schlussstein ein Relief mit Waage, die Kämpfersteine mit Datierung 1714. In der linken Achse der Ostseite ein nachträglich eingezogenes Portal; es wiederholt die Abbildung einer Waage auf dem Schlussstein und die Datierung auf den Kämpfern – hier 1790. Die Mittelachse der Südseite wird durch ein Sandsteinwappen und eine Sonnenuhr von 1768 hervorgehoben. Im Inneren Gastraum mit Wandfliesen.
- Denkmalbegründung
- Die reformierte Kirche in Leer besaß seit dem frühen 16. Jahrhundert das Wiegerecht. Diese Monopolstellung wurde erst 1865 vom Königreich Hannover aufgehoben. Ursprünglich befand sich die Waage im Turm der alten St. Liudgerkirche auf dem reformierten Frieshof am Westerende. Infolge der Verschiebung des Ortskerns von Leer wurde Mitte des 16. Jahrhunderts auch die Waage verlegt in einen Holzbau am Hafen an der Leda. Dieser Holzbau wurde 1714 durch den jetzigen Bau ersetzt. Neben der Waage befanden sich ursprünglich in dem Gebäude auch die Wohnung des Waagemeisters und ein Versammlungsraum. Nach Vorbild niederländischer Architektur des 17. Jahrhunderts mit den charakteristischen Kolossalpilastern und den Sandsteinelementen, die hier teilweise durch einen Anstrich imitiert werden. In einer Beschreibung des Fleckens Leer von 1735 führt der Amtmann Stephan Rudolph Ketteler aus: „Insbesondere prangt die am Ufer, auf dem jetzt ganz bepflasterten Marktplatz, die im Jahre 1714 wieder neu erbaute mit einer Spitze und Schlaguhr versehene Waage, an deren Doppeltür die öffentlichen Sachen kundgetan werden." Die Waage ist als stadtbildprägender Bau ein Wahrzeichen von Leer und hat damit einen hohen Identifikationswert. An der Erhaltung der Waage besteht aufgrund ihrer geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung wegen ihres architektur- und stadtgeschichtlichen sowie stadtbildprägenden Schau- und Zeugniswertes ein öffentliches Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61540299 | Siedlungskern (Ortskern)
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

