Gut Wahlburg

Datenblatt

Landkreis
Osnabrück
Samtgemeinde
Ostercappeln
Gemeinde
Schwagstorf
Orts-/Stadtteil/Lage
Schwagstorf
Adresse
Wahlburgstraße 2
Objekttyp
Gutshof
Denkmalstatus
Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
d68f96c1-bb7b-449d-856e-f0fdb8aa0338
System-ID
#61533747
ADABweb-ID
35507775
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Beschreibung
Nördlich der Hauptstraße gelegene Gutsanlage, von der Anlage sind das Herrenhaus mit Wirtschaftsflügel, Im Kern ein Zweiständerbau von 1554-62 (d), rechtwinklig dazu liegendem Wohnflügel von 1774 und Erweiterung aus dem späten 19. Jahrhundert, der Wirtschaftshof mit zwei Scheunen, Speicher sowie drei Torpfeilerpaare und innere Graft im Westen und Norden erhalten. Den Wirtschaftshof nach Westen abschließend Bruchsteinrückwand der abgetragenenn Remise. Weiterhin gehören zur Anlage die umgebenden Grünanlagen.
Denkmalbegründung
Die gesamte Gemarkung Schwagstorf weist heute noch ihre ursprüngliche, unregelmäßige, gestreute Siedlungsstruktur auf - auch wenn sich nach dem Zweiten Weltkrieg ein dorfähnliches Zentrum auf dem Knollfelde herausgebildet hat. Die alten Siedlungskerne - wie Schwagstorf - sind noch gut erkennbar. In diesen bilden die Gutsbezirke selbstständige und von der anderen Besiedlung optisch isolierte Einheiten. Das Gut Wahlburg gehört zu einer solchen Siedlungseinheit und liegt im Westen von Schwagstorf. Wann die Wahlburg angelegt wurde, ist bisher nicht abschließend geklärt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie 1338 als Sitz der Herren von Bar - einem Adelsgeschlecht aus dem Osnabrücker Land, welches Ende des 12. Jahrhunderts erstmals in Quellen auftrat und seit dem 14. Jahrhundert den Erblanddrosten des Bistums Osnabrück stellte. Somit zur Ritterschaft gehörig, besaß die Wahlburg eine Landtagsfähigkeit mit niederer Jagdrechtigkeit sowie niederer Koppeljagd und Marktgerechtigkeiten in der Schwagstorfer Mark. Die heutige Anlage ist vor allem von der bauhistorisch interessanten Konstruktion des barocken Herrenhaus mit neoklassizistischem Erweiterungsbau geprägt. Nach mehreren Besitzerwechseln ging das Gut 1818 durch Kauf an Georg Friedrich Meyer zum Vorwalde, der es mit weiteren Wirtschaftsgebäuden ausstatten ließ. Die gesamte Anlage wirkt aufgrund der schlichten Gebäudetypen und einheitlichen Materialverwendung sehr harmonisch. Die bauhistorische Bedeutung der Gutsanlage begründet sich vor allem in der guten Ablesbarkeit der Bauperioden und der baulichen Entwicklung. Somit ist das Gut Wahlburg ein typisches Beispiel eines kleinen bäuerlich-bürgerlichen Gutes in der Gemarkung Schwagstorf. An der Erhaltung des Gutshofes besteht daher aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung für die Orts-, Bau- und Kunstgeschichte sowie der Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte und aufgrund der städtebaulichen Bedeutung der einzelnen Bestandteilen mit ihrem prägenden Einfluss auf das räumliche Gefüge der Anlage ein öffentliches Interesse.
Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
61533537 | Herrenhaus (Bauwerk) | Wahlburgstraße 2
61752835 | Tor (Architektur) | Wahlburgstraße 2
61752837 | Scheune | Wahlburgstraße 2
61752838 | Scheune | Wahlburgstraße 2
61752839 | Speicher (Bauwerk) | Wahlburgstraße 2
61752840 | Garten | Wahlburgstraße 2
61742578 | Tor (Architektur) | Wahlburgstraße 2
61742579 | Graft | Wahlburgstraße 2
Lizenz
CC BY-SA 4.0
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