Herrenhaus; Rittergut Ribbesbüttel

Datenblatt

Landkreis
Gifhorn
Samtgemeinde
Isenbüttel
Gemeinde
Ribbesbüttel
Gemarkung
Ribbesbüttel
Orts-/Stadtteil/Lage
Ribbesbüttel
Adresse
Gutsstraße 11
Objekttyp
Herrenhaus (Bauwerk)
Baujahr
1906 - 1908
Denkmalstatus
Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
c97cf1e1-95b0-43bf-806a-a8ec08de1196
System-ID
#61429407
ADABweb-ID
33936314
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Denkmalthema
Rittergueter
Beschreibung
Zweigeschossiger, stark gegliederter Schlossbau in Werksteinmauerwerk aus Muschelkalk auf Kellersockel unter abgewalmten Zollingerdächern in Biberschwanzdeckung sowie Kupferspitzen an Dachfirsten. Grundriss auf annähernder Hufeisenform, mit vortretenden Risaliten und Altanen. Haupteingang über das südliche Giebelfeld des Westflügels, kunstvoll gefasst hinter vorgelegter Treppe, unter auf Säulen ruhendem Vordach. Links daneben ein Erker mit darüber eingezogenem Balkon unter Korbbogen. Gegliederte Drillingsfenster mit Horizontaltrennung zum Oberlicht, stark an die englische Gotik angelehnt. Östlich davon befindet sich im Innenwinkel ein turmartiger Risalit, mit gestalterisch alternierenden mit Rundbogen überfangenen Drillingsfenstern, einem polygonalem Tambour mit Lichtfenstern sowie einer auffälligen Kehlenausgestaltung der Gebäudeecke, und einer dreigeschossig gegliederter Glockenhaube. Der nördliche Querflügel hat auf der Südfassade eine schlichtere Fenstergestaltung, darüber eine breite Schleppgaube sowie ein verschalter Dachreiter mit Holzbalustrade und verjüngendem Aufsatz mit Glockenhaube, von einer Wetterfahne bekrönt. Die Südostecke des Gebäudes wird durch einen Seitenrisalit abgeschlossen. Die Nordfassade wird durch einen Mittelrisalit mit vorgesetzten Altanvorbau betont, über dem mit Bogen überfangenem Balkon ein Zwerchgiebel mit Drillingsfenstern. Im Dachgeschoss flankierende breite Schleppgauben, an der nordwestlichen Gebäudeecke befindet sich eine Auslucht mit Balkon. Das Innere ziert eine original erhaltene reiche Ausstattung im Jugendstil. Das Herrenhaus steht auf einem erhöhtem Plateau, vom Wassergraben der einstigen Burg aus dem 16. Jh. umgeben.
Denkmalbegründung
Nach der Übernahme des Rittergutes durch den Bankier Bruno Löbbecke entsprach der Fachwerk-Vorgängerbau von 1783 nicht mehr den Anforderungen des neuen Besitzers, sodass dieser einen Neubau in den Jahren von 1906-1908 errichten ließ. Im Kontrast des sonst pompösen Architektur des Historismus der Kaiserzeit, greift das Gebäude auf gotisierende Stilelemente der englischen Landhausarchitektur zurück, sowie -durch die Dresdner Kunstgewerbeausstellung im Jahre 1906 beflügelt- einer schlichteren und funktionaler ausgerichteten Raumauffassung. Der ausführende Architekt soll aus dem Umfeld der Braunschweiger Schule um Konstatin Uhde stammen. Neben den hohen künstlerischen Individualwert im Sinne einer Pionierarchitektur hatte das Gebäude im Vergleich zum Rest des Dorfes bereits eine eigenständige Strom- und Wasserversorgung. Das neue Schloss diente bis 1945 dem Eigentümer als Wohnsitz, ab 02.1945 wurde es zur Aufnahme von Flüchtlingen und als Lazarett von den Besatzungsmächten genutzt, später zu Zeiten knappen Wohnraums verschiedenen öffentlichen und privaten Einrichtungen als Unterkunft. Erst seit 1996 befindet es sich wieder in Besitz der Familie Löbbecke. An der Erhaltung des 1906-1908 errichteten Herrenhauses besteht aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung im Rahmen der Ortsgeschichte, als Zeugnis- und Schauwert für Bau- und Kunstgeschichte sowie für die Kultur- und Geistesgeschichte, aufgrund seiner künstlerischen Bedeutung als Erlebniswert für überregional nicht alltägliche künstlerisch-handwerkliche Gestaltwerte, wie auch aufgrund seiner städtebaulichen Bedeutung von prägendem Einfluss als Element des räumlichen Gefüges einer Gutsanlage ein öffentliches Interesse.
Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
61723776 | Gutshof
Lizenz
CC BY-SA 4.0
NFIS
NFIS|Denkmalatlas.Pro

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