Ausstellungsgebäude Kunstkreis Hameln

Datenblatt

Landkreis
Hameln-Pyrmont
Samtgemeinde
Hameln, Stadt
Gemeinde
Hameln
Orts-/Stadtteil/Lage
Hameln
Adresse
Rathausplatz 4
Objekttyp
Ausstellungsgebäude
Baujahr
1957 - 1989
Denkmalstatus
Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
b47f5f6d-a0f5-44e5-8a25-4e3cd0efa6d0
System-ID
#61750019
ADABweb-ID
48350333
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Denkmalthema
Braunschweiger-Schule Architektengeneration_1900
Beschreibung
Eingeschossiger Backsteinbau mit Holzträgern und großen Fensterflächen, das Dach ist gestaltet mit verglasten Sheddachreihen. Erbaut als Ausstellungsgebäude für den Kunstkreis Hameln nach Entwurf des Architekten Dieter Oesterlen. Dabei stammt der östliche Gebäudeteil von 1957, der westliche ist eine Erweiterung von 1989, ebenfalls von Oesterlen. Der Zugang erfolgt vom Rathausplatz her, die Fassade des Eingangsbereichs ist mit einer zurückspringenden Glasfront und horizontalen Holzträgern zwischen den Backsteinmauern ausgebildet. Durch den Eingang gelangt man direkt in einen kleineren Ausstellungsbereich mit Sitzecke und kleinem Kassen- und Infoschalter. Im Osten schließen Räume für die Haustechnik sowie Zugänge zum Keller an. Westlich vom Eingangsbereich liegt ein langgestreckter Ausstellungsraum, der durch die aufgestellten Lamellen unter der Sheddachkonstruktion hindurch belichtet wird. Der 1989 fertiggestellte, nochmal größere Ausstellungsraum befindet sich mitsamt einem schmalen Magazin anschließend auf der Westseite. Ein umlaufendes erhöhtes Oberlichtband sorgt dort für indirekte Belichtung. Im Zuge der baulichen Erweiterung wurden zwischen den Ausstellungsräumen Sanitäranlagen und die Garderobe eingerichtet. Die zurückspringenden Glasfronten wurden beim Erweiterungsbau wieder aufgegriffen und an den Bestand angeglichen. Der Gartenhof mit kleinem Wasserbecken ist von beiden Räumen durch bodenhohe Glasflächen einseh- und begehbar und belichtet diese zusätzlich.
Denkmalbegründung
Das Gebäude befindet sich an einer städtebaulich prominenten Platzsituation am Rathausplatz und prägt diesen maßgeblich. Die Entwürfe für den Ursprungsbau sowie den Erweiterungsbau stammen vom überregional bekannten Architekten Oesterlen, einem wichtigen Vertreter einer bedeutenden Architekturschule. Bei dem Ausstellungsgebäude des Kunstkreises Hameln handelt es sich um einen verhältnismäßig seltenen Vertreter dieses Objekttyps. Es diente dem Kunsthaus in Wilhelmshaven als direktes Vorbild. Die Ausstellungshalle in Wilhelmshaven ist ebenfalls mit verglasten Sheddachreihen und einem Innenhof als Gartenhof gestaltet. Die Entwürfe für den 1967/68 errichteten Bau lieferten die Architekten Frank Sommerfeld und Günter Harms, beide waren Schüler von Oesterlen. Das Ausstellungsgebäude des Kunstkreises Hameln besitzt geschichtliche Bedeutung im Rahmen der Ortsgeschichte der Stadt Hameln sowie wegen der beispielhaften Ausprägung eines Gebäudetypus. Im Laufe der Zeit wurden mehrfach Elemente ausgetauscht und erneuert, dazu zählen der Großteil der Glaselemente sowie Bodenbeläge und Lampen. Dabei wurde die ursprüngliche optische Erscheinung des Ausstellungshauses jedoch kaum verändert. Noch heute wird der Ursprungsentwurf Oesterlens durch den Bestandsbau fast unverfälscht transportiert. Es besitzt somit auch einen geschichtlichen Zeugnis- und Schauwertes als Werk eines überregional bekannten Architekten. Der Bau wurde von einem beachtlichen Anteil der Hamelner Bevölkerung finanziert, die den Bauprozess intensiv verfolgte. Aus diesen Gründen und wegen der städtebaulichen Bedeutung als prägendes Element des räumlichen Gefüges eines Platzes besteht am Ausstellungsgebäude des Kunstkreises Hameln ein öffentliches Erhaltungsinteresse.
Lizenz
CC BY-SA 4.0
NFIS
NFIS|Denkmalatlas.Pro

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